24. Juni 2018 / 15:17 Uhr

1:2 in der Schlusssekunde! U19 des VfB Lübeck verliert Herzschlagfinale um Bundesligaaufstieg gegen Carl Zeiss Jena

1:2 in der Schlusssekunde! U19 des VfB Lübeck verliert Herzschlagfinale um Bundesligaaufstieg gegen Carl Zeiss Jena

Daniel Politowski
VfB Lübeck-Käpt'n Kenny Korup ist enttäuscht nach deinem verschossenen Elfmeter gegen Carl Zeiss Jena.
VfB Lübeck-Käpt'n Kenny Korup ist enttäuscht nach deinem verschossenen Elfmeter gegen Carl Zeiss Jena. © Agentur 54°
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Nach dem 1:1 im Hinspiel war auch das Rückspiel auf der altehrwürdigen Lohmühle spannend bis zum Schluss

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1146 Zuschauer waren auf die Lübecker Lohmühle gekommen, um ihr jeweiliges Team im Rennen um den Aufstieg in die A-Junioren-Bundesliga nach vorne zu peitschen, 40 davon aus Jena. Es sollte die Krönung einer tollen Saison für den Nachwuchs des VfB Lübeck werden.

Alles offen nach dem Hinspiel

Im Hinspiel trennten die beiden Kontrahenten sich 1:1-Unentschieden und VfB-Coach Norbert Somodi kündigte vor dem Rückspiel auf der heimischen "Mühle" an: "Wir sind voller Optimismus und haben gesehen, dass wir es schaffen können." Diesen Optimismus spürte man im Spiel der Grün-Weißen von Minute eins an. In Halbzeit eins war das Team um Kapitän Kenny Korup, der seiner Elf mit einem traumhaften Freistoß in der Schlussphase das 1:1 gerettet hatte, über weite Strecken die spielbestimmende Mannschaft.

Jena stellt Spielverlauf auf den Kopf

Trotz Überlegenheit seitens des VfB schaffte es der Gegner vom FCC nach knapp 15 Minuten vor's Lübecker Tor, wo Laurens Zintsch aus spitzem Winkel zur 1:0 Führung für die Gäste vollenden konnte (16.) - Lübecks Keeper Tom Louis Bleck sah hier, leider, nicht gut aus. Nach dem Rückstand aus heiterem Himmel steckte die Elf aus der Hansestadt aber keinesfalls auf, blieb klar die dominante Mannschaft, doch die Präzision beim letzten Pass oder Abschluss ließ noch zu wünschen übrig.

Nach knapp über einer halben Stunde wurde es dann turbulent: Lucas Will dringt in den Jenaer-Strafraum ein und wird von einem Gelb-Blauen zu Fall gebracht. Elfmeter für Lübeck und rote Karte für den Foulspielenden sind die Folge. VfB-Kapitän Kenny Korup stellt sich der Verantwortung und scheitert am, wie schon im Hinspiel, stark aufgelegten Jena-Schlussmann Lukas Sedlak.

Download VfB-Kapitän Kenny Korup scheitert mit seinem Strafstoß an Jena-Keeper Lukas Sedlak.
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Lübeck fehlt das Glück

In Halbzeit zwei zeichnet sich über weite Strecken das selbe Bild wie im ersten Durchgang ab. Der VfB Lübeck ist spielbestimmend, will die Überzahl nutzen - doch dem Gegner aus Jena merkt man die Erfahrung aus (vor der letzten Regionalligasaison) fünf Jahren in der Bundesliga an. Imme wieder lassen sie die Lübecker das Spiel um den Strafraum herum aufbauen, nur um im letzten Moment, oft durch taktische Fouls, entscheidend zu stören. Doch Lucas Will, der auch schon im Hinspiel eine gute Partie gemacht hatte, wollte das nicht so stehenlassen. Knapp vor der Strafraumgrenze nimmt er sich ein Herz und schweißt den Ball unnachahmlich aus der Drehung unhaltbar für Sedlak in den Winkel (65).

Jenaer Lucky Punch beendet Lübecks Träume

In der Folge merkte man beiden Teams an, um wie viel es ging. Das Spiel flachte merklich ab, die Zweikämpfe wurden von Minute zu Minute robuster - und immer wieder war für den VfB spätestens bei Lukas Sedlak Endstation, wie als ein Lübecker in der Schlussphase aus vielversprechender Position über den Ball tritt (83.). Als die reguläre Spielzeit beendet war und Schiedsrichter Jorrit Friedrich Eckstein-Staben zwei Minuten Nachspielzeit anzeigen ließ, waren die grün-weißen Jungs mit den Gedanken wohl schon in der Verlängerung. Doch mit der letzten Aktion von Jena dann der Schock - Levien Tietze setzt sich gegen die Lübecker Verteidigung durch und vollendet zentral vor dem Tor gegen die Laufrichtung von Bleck, danach beendet der Schiedsrichter die Partie. Carl Zeiss Jena ist damit zurück in der A-Junioren-Bundesliga, während der VfB Lübeck nächste Saison weiterhin in der Regionalliga antritt.

Spieler enttäuscht, aber stolz

Die Spieler des VfB Lübeck zeigten sich direkt nach dem Spiel gegenüber dem LN-Sportbuzzer enttäuscht, aber auch stolz über das Erreichte der abgelaufenen Saison. Torschütze zum 1:1, Lucas Will: "Natürlich ist so eine Niederlage extrem bitter, aber wir haben eine tolle Saison gespielt mit einem tollen Trainer und tolle Leute kennengelernt, darauf können wir stolz sein!" In die gleiche Kerbe schlägt sein Teamkamerad Kenny Korup: "Ich nehme die Verantwortung beim Elfer auf mich, normalerweise bin ich ein sicherer Schütze, umso ärgerlicher. In der zweiten Halbzeit haben wir uns leider in Überzahl nicht gut angestellt, trotzdem steht am Ende eine großartige Saison im Vordergrund, auf die wir sehr stolz sein können!"

"Tut mir unheimlich leid"

VfB-Trainer Norbert Somodi fehlten kurz nach dem Schlusspfiff die Worte. "Natürlich muss man Jena auch zum Aufstieg gratulieren, aber so zu verlieren, ist natürlich sehr hart für uns. Wenn man in der kompletten zweiten Halbzeit die Oberhand hat, möchte man das 2:1 machen - aber gegen so effektive Gegner reichen diese drei Sekunden Unaufmerksamkeit am Ende leider aus. Alles in allem tut es mir unheimlich leid, das haben die Jungs nach der großartigen Saison nicht verdient."

Jena-Coach gratuliert starken VfB-Jungs

"Dramatischer kann man nicht aufsteigen", beschreibt FCC-Trainer, Georg-Martin Leopold, die Gefühlslage beim Gast und Sieger aus Jena. "Lübeck hat zwei tolle Spiele gemacht und am Ende sind wir die glücklicheren. Normalerweise sind wir es nicht gewohnt, so viel verteidigen zu müssen, Lübeck hat das stark gespielt!" (mit Max Lübeck)

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