10. November 2018 / 14:54 Uhr

1:8!!! Dynamo Dresden erlebt Debakel beim 1. FC Köln

1:8!!! Dynamo Dresden erlebt Debakel beim 1. FC Köln

Stefan Schramm
10.11.2018, Nordrhein-Westfalen, Köln: Fußball: 2. Bundesliga, 1. FC Köln - Dynamo Dresden, 13. Spieltag im Rheinenergie-Stadion. Der Kölner Jhon Cordoba (r) erzielt das 1:0 für Köln, links der Dresdener Torwart Markus Schubert und Spieler Linus Wahlqvist. Foto: Roland Weihrauch/dpa - WICHTIGER HINWEIS: Gemäß den Vorgaben der DFL Deutsche Fußball Liga bzw. des DFB Deutscher Fußball-Bund ist es untersagt, in dem Stadion und/oder vom Spiel angefertigte Fotoaufnahmen in Form von Sequenzbildern und/oder videoähnlichen Fotostrecken zu verwerten bzw. verwerten zu lassen. +++ dpa-Bildfunk ++
Das frühe 1:0 für den 1. FC Köln: Jhon Cordoba setzt sich gegen Dresdens Linus Wahlqvist durch und vollendet. © dpa
Anzeige

Konnte das Team von Trainer Maik Walpurgis das Ergebnis zur Halbzeit noch in Grenzen halten, brachen sie nach dem Pausentee vollkommen auseinander. Den "Ehrentreffer" zum zwischenzeitlichen 1:6 erzielte Baris Atik. 

Buzzer deine Meinung!
  • Fail
    -
    Fail
  • Läuft
    -
    Läuft
  • Krass
    -
    Krass
  • WTF
    -
    WTF
  • Kopf Hoch
    -
    Kopf Hoch
  • Peinlich
    -
    Peinlich
Anzeige

Köln. Dynamo Dresden hat dem 1. FC Köln das Karnevalswochenende mit dem 11.11. nicht vermiesen können und stattdessen ein wahres Debakel erlebt. Die Schwarz-Gelben verloren am Sonnabend ihre Auswärtspartie vor 50.000 Zuschauern im ausverkauften Rhein-Energie-Stadion mit 8:1 (2:0). Die frühe Führung der Gastgeber durch Jhon Cordoba (3.) baute Simon Terodde kurz vor der Pause aus (42.).

In der zweiten Halbzeit erlebte die SGD eine absolute Demontage. Direkt nach Wiederanpfiff legte Terodde nach (46.), Cordoba machte fünf Minuten später ebenfalls seinen Doppelpack klar. Nationalspieler und FC-Kapitän Jonas Hector besorgte kurz darauf das 5:0 (56.). Terodde mit Tor Nummer drei (61.) stellte auf 6:0, bevor Baris Atik der Ehrentreffer gelang (72.). Louis Schaub mit dem 7:1 (78.) und erneut Hector mit dem 8:1 (83.) versetzten Köln endgültig in Feierlaune.

Frühe Kölner Führung durch Cordoba

Der Rückenwind aus dem Dresdner 3:1-Heimsieg gegen Sandhausen vom Freitag der Vorwoche war schnell abgeflaut. Denn die „Geißböcke“ erwischten einen Traumstart in die Partie und gingen mit ihrem ersten gefährlichen Vorstoß nach 140 Sekunden in Führung. Marcel Risse schickte Dominick Drexler, dessen Flanke von der Grundlinie über SGD-Kapitän Marco Hartmann hinwegflog. Jhon Cordoba war mit dem Kopf eher am Ball als sein Gegenspieler Linus Wahlqvist und schon schlug der Ball zum 1:0 für den „Effzeh“ ein.

DURCHKLICKEN: Dynamo beim 1:8-Debakel gegen den 1. FC Köln in der Einzelkritik

Zur Galerie
Anzeige

Ärgerlich aus Dresdner Sicht: Das Schiedsrichtergespann unter der Leitung von Fifa-Referee Dr. Felix Brych übersah, dass Drexler bei Risses Pass deutlich im Abseits stand. Die Schwarz-Gelben konnten sich dafür freilich nichts kaufen und mussten mit dem frühen Rückstand klarkommen. Jannis Nikolaou, der nach abgesessener Gelb-Rot-Sperre wieder zurück in Dynamos Startelf war und Baris Atik auf die Bank verdrängte, hatte mit einem Kopfball neben den Kasten die erste Halbchance für die SGD (7.).

Rheinländer bleiben klar spielbestimmend

Die Gäste aus Sachsen bemühten sich nach Kräften, den Hausherren Paroli zu bieten. Dennoch hatten die Hausherren zunächst klare Vorteile in der Partie und machten Druck. Bereits in der 6. Minute verpasste Kölns Toptorschütze Simon Terodde am Elfmeterpunkt den Ball per Kopf. Am ehesten hätte Cordoba mit seinem strammen Schuss aus 20 Metern die Führung ausbauen können, doch Markus Schubert im Dresdner Tor war zur Stelle und fing den Ball (19.).

Auf der Gegenseite hatte Kapitän Marco Hartmann kurz zuvor eine zweite kleine Torchance für Dynamo, doch sein Kopfball ging weit drüber (16.). Die Dresdner Defensive stand mittlerweile gut und klärte resolut. Nach vorn ging allerdings nicht viel bei der SGD. Die Gastgeber hatten mehr als 60 Prozent Ballbesitz in der ersten halben Stunde des Spiels, machten aber in der Vorwärtsbewegung zu wenig daraus. Nur als Terodde mal bereit zum Einköpfen war, musste Marco Hartmann in größerer Not zur Ecke klären (35.).

Terodde trifft zum 2:0-Halbzeitstand

Kurz vor der Pause drehte Köln dann noch mal auf. Cordobas scharfen Schuss konnte Schubert noch übers Tor lenken (41.). In der nächsten Situation war er jedoch machtlos, da seine Vorderleute äußerst unglücklich agierten. Louis Schaub marschierte durchs Mittelfeld und vorbei an Marco Hartmann, der kurz das Gleichgewicht verloren hatte. Im Versuch, an Philip Heise vorbeizugehen, kam der Dresdner zwar an den Ball, geriet aber ebenfalls ins Stolpern. Heise servierte die Kugel exakt auf Simon Terodde, der aus zentraler Position gedankenschnell zum umjubelten 2:0 abschloss (42.). Der überraschte Sören Gonther kam einen Moment zu spät.

Sollten damit schon vor dem Pausenpfiff alle Messen gelesen sein? Moussa Koné, der vorn einen enorm schweren Stand gegen die Kölner Verteidiger hatte, kam aus spitzem Winkel in der 44. Minute zu seinem ersten Abschluss. FC-Schlussmann Timo Horn klärte per Fußabwehr zur ersten Dresdner Ecke, die jedoch nichts einbrachte. Kurz danach ging es in die Kabinen. Dynamo hatte seinen Meister in den Kölnern gefunden, die zur Pause verdient mit zwei Toren in Front lagen.

Mit dem Seitenwechsel brachte Walpurgis dann Baris Atik für Jannis Nikolaou ins Spiel, um mehr offensive Impulse zu setzen. Doch der Schuss ging im wahrsten Sinne des Wortes nach hinten los. Erneut legte Schaub auf Terodde ab. Sein 15. Saisontreffer machte früh alles klar (46.). Dresdner Chaoten provozierten dann durch das Zünden von schwarzen und gelben Rauchbomben eine dreiminütige Unterbrechung. Dem Dresdner Spiel tat dies offensichtlich alles andere als gut.

Dynamo Dresden bricht auseinander

Denn es kam noch dicker: In der 51. Minute verlängerte Hartmann einen weiten Ball auf Cordoba. Dario Dumic agierte zu zögerlich, konnte den Kölner Stürmer nicht am Abschluss hindern. Der erwischte aus spitzem Winkel Schubert offenbar auf dem falschen Fuß: 4:0 – und noch fast eine gesamte Halbzeit zu spielen. Die FC-Treffer fielen weiter im Fünf-Minuten-Takt. Schaub dribbelte sich erneut durch die Dresdner Mannschaft und bediente Jonas Hector, der noch Sören Gonther aussteigen ließ und zum 5:0 traf (56.).

DURCHKLICKEN: Die Stimmen zum Spiel beim 1. FC Köln.

Zur Galerie

Das halbe Dutzend machte Simon Terodde mit seinem dritten Tor des Tages voll, als nach Hectors Flanke Marco Hartmann viel zu weit weg von Terodde stand und auch nicht angriff. Der Geißbock-Stürmer hatte somit bei seinem Kopfball alle Zeit der Welt und das Spielgerät senkte sich über dem völlig bedienten Markus Schubert ins Dresdner Tor (61.). Nach einer Stunde Spielzeit stand es damit 6:0, die Dresdner Abwehr zeigte Auflösungserscheinungen. Während Dynamos Sport-Geschäftsführer Ralf Minge auf der Tribüne fluchte, die Dresdner Leistung sei „Volkssport“, übten sich die Dresdner Fans in Galgenhumor, skandierten „Auswärtssieg“ und probten den Torjubel.

"Ehrentreffer" durch Baris Atik

Den durften sie in der 72. Minute tatsächlich zeigen. Baris Atik leitete die Szene zum Ehrentreffer selbst ein und passte den Ball nach rechts auf Linus Wahlqvist. Dessen Flanke nahm der in der 65. Minute eingewechselte Erich Berko an und bediente per Heber wieder Atik. Dessen traumhafte Direktabnahme schlug in Horns Kasten zum 6:1 ein (72.). Eine sehenswerte Szene, aber nicht mehr als Schadensbegrenzung.

In der 74. Minute kam denn Ex-Dynamo Niklas Hauptmann für Drexler in die Partie und durfte an der Demontage seines Ex-Vereins teilhaben. Louis Schaub krönte kurz darauf seine starke Leistung nach Hauptmann-Vorlage mit dem wohl schönsten Kölner Tor des Tages, einem Schlenzer vom rechten Strafraumeck ins Dreiangel zum 7:1 (78.). Philip Heise stand in dieser Szene einfach zu weit weg. Das 8:1 besorgte Jonas Hector per Kopf nach einem Risse-Freistoß (83.). Dynamo erlebte damit die höchste Niederlage seit vielen Jahren. Und Trainer Maik Walpurgis wird viel zu tun haben, die hängenden Köpfe seiner Spieler nach einer phasenweise desolaten Leistung wieder aufzurichten.

Die aktuellen TOP-THEMEN

Mehr Fußball aus der Region

Mehr Fußball vom Sportbuzzer

Anzeige
Sport aus Dresden
Sport aus aller Welt