11. November 2018 / 20:34 Uhr

Hansa Rostock fast schon aufstiegsreif

Hansa Rostock fast schon aufstiegsreif

Stefan Ehlers
Marco Königs (l.) und Torschütze Kai Bülow bejubeln das 2:1
Marco Königs (l.) und Torschütze Kai Bülow bejubeln das 2:1 © LUTZ BONGARTS
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Die Rostocker sind seit sechs Runden ungeschlagen und haben nur noch einen Punkt Rückstand auf einen Aufstiegsplatz. Die Fans sind euphorisiert.

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Rostock. Als Cebio Soukou den Ball im Fallen über die Linie drückte, glich das Ostseestadion einem Tollhaus. Völlig euphorisiert sprangen die Zuschauer von ihren Sitzen, jubelten und fielen sich freudestrahlend in die Arme. „Einer geht noch, einer geht noch rein“, hallte es von der Südtribüne. Es folgten Jubelgesänge wie „Hansa ist der beste Klub der Welt“ und „Dritte Liga, nie mehr ...“ Julian Riedel genoss schon während des Spiels die ausgelassene Stimmung. „Wenn man 4:1 führt, kann man auch mal ins gut gefüllte Rund gucken“, meinte der Abwehrspieler. Nach dem Schlusspfiff ging die Party erst richtig los. Minutenlang ließen sich die Hansa-Profis von den Anhängern feiern, während die Spieler des 1. FC Kaiserslautern mit gesenkten Köpfen in die Kabine schlichen.

Mannschaft bekommt drei Tage frei

Trainer Pavel Dotchev belohnte den begeisternden Auftritt seiner Mannschaft mit drei freien Tagen. „Die Jungs sollen Kraft tanken. Die vergangenen Wochen waren sehr intensiv“, begründete der Coach und verabschiedete sich in Richtung Heimat. „Ich möchte mal wieder Tennis spielen und Freunde besuchen“, verriet Dotchev. Julian Riedel wollte sich hinsichtlich seiner Freizeit-Aktivitäten noch nicht festlegen. „Vielleicht das eine oder andere alkoholische Getränk zu sich nehmen, einen Burger essen, einfach mal bis 13 Uhr schlafen und die Füße hochlegen. Das hat sich jeder verdient“, sagte der 27-Jährige nach dem fünften Heimerfolg.

Hansa ist seit nunmehr sechs Runden ungeschlagen und hat nur noch einen Punkt Rückstand auf einen Aufstiegsplatz. „Das ist super, aber wir haben noch nichts erreicht“, meinte Merveille Biankadi. Ähnlich äußerte sich Julian Riedel: „Das ist eine schöne Momentaufnahme. Aber wenn du zwei, drei Spiele nicht die Form bestätigst, sieht die Welt schon wieder ganz anders aus.“

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Ioannis Gelios: Verhinderte mit mehreren Glanzparaden weitere Gegentreffer. Note: 2,5 Zur Galerie
Ioannis Gelios: Verhinderte mit mehreren Glanzparaden weitere Gegentreffer. Note: 2,5 ©
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FCH-Kicker agieren gefestigt

Die Ostseestädter sind gereift, gefestigt und zu Hause wieder eine Macht. 16 Punkte haben sie vor eigenem Anhang geholt. Auf eine derartige Heim-Ausbeute kommt nur noch Spitzenreiter Osnabrück. „Wenn man hier vor mehr als 15 000 Zuschauern spielen darf, setzt das Energie frei“, sagte Kai Bülow. Das Duell der Meister von 1991 lockte 16 100 an.

Sie erlebten eine fast schon aufstiegsreife Hansa-Elf, die zunächst kalt erwischt wurde. Nach einem Eckball stieg Lauterns Innenverteidiger Lukas Gottwalt am höchsten und brachte die Gäste mit einem wuchtigen Kopfball in Führung. Die Hausherren steckten den Rückschlag weg, machten unbeirrt weiter und wurden belohnt.

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Biankadi überzeugt

Merveille Biankadi leitete die Wende ein. Der 23-Jährige setzte sich auf der rechten Seite gegen Dominik Schad durch und bediente Marco Königs. Der Stürmer ließ sich die Chance nicht entgehen – 1:1 (21.). Es folgten heftige Proteste der Lauterer, die ein Foul von Biankadi an Schad gesehen hatten. Doch die Fernsehbilder belegen: Der Schiri lag richtig. Die Gäste verloren fortan die Ordnung – und Hansa schlug eiskalt zu. Zunächst traf Kai Bülow aus gut 20 Metern mit einem Flachschuss ins linke Ecke zum 2:1 (33.). 74 Sekunden später schickte Marcel Hilßner den starken Biankadi auf die Reise, der eiskalt zum 3:1 vollstreckte.

Biankadi steht beispielgebend für den Höhenflug der Hanseaten. Der 23-Jährige findet sich auf der Außenbahn immer besser zurecht und erzielte in den vergangenen drei Wochen drei Tore. Dotchev, der zu Saisonbeginn sechs Treffer für den gebürtigen Münchner vorhergesagt hatte, korrigierte schon jetzt seine Prognose: „Ich glaube, es werden mehr.“

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Cebio Soukou gegen den Lauterer Cristoph Hemlein (h.). Zur Galerie
Cebio Soukou gegen den Lauterer Cristoph Hemlein (h.). ©

Neben Biankadi verdiente sich Torhüter Ioannis Gelios Bestnoten. Der Schlussmann parierte mehrfach großartig und strahlte gewachsenes Selbstbewusstsein aus. „Ioannis entwickelt sich zum Führungsspieler“, konstatierte Dotchev zufrieden.

Dotchev kommt ins Schwärmen

Hansa ließ auch nach der Pause nicht locker und hätte schon früher den Sack zumachen können. Die Pfälzer hatten Glück, dass das Handspiel von Gottwalt im eigenen Strafraum ungeahndet blieb. So blieb es Soukou vorbehalten, in einer intensiven, temposcharfen und unterhaltsamen Partie den Schlusspunkt zu setzen.

Selbst der ansonsten zurückhaltende Dotchev geriet angesichts des Auftritts seiner Truppe ins Schwärmen: „Das war stark und sensationell.“ Und es passte ins Bild, dass aus der Hansa-Kabine lautstark der Wolfgang-Petry-Song „Wahnsinn“ ertönte .

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