2002 VfB Lübeck Dieter Hecking 2002 stieg der VfB Lübeck unter Trainer Dieter Hecking direkt aus der Regionalliga in die 2. Liga auf. © MAXWITAT
2002 VfB Lübeck Dieter Hecking

35 Viertligisten gegen den DFB

Regionalligisten mucken auf – Initiative zum Direktaufstieg in die 3. Liga

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Erst war es nur ein leises Grummeln, das Pele Wollitz, Trainer von Energie Cottbus, da aus der Lausitz gesendet hat Ende vergangener Woche. Es ging ihm eigentlich um die Winterpause – dann aber wurde mehr draus. Den DFB kritisierte er für seine stiefmütterliche Behandlung der Amateure im Allgemeinen. Und der Regionalliga im Speziellen. Sein Thema: Weg mit der Relegation! Der Regionalligameister muss direkt aufsteigen können! Dazu aber bedarf es einer grundlegenden Reform der Liga, die derzeit fünfgleisig am Start ist. Wollitz erfährt breite Unterstützung für seinen Vorstoß.

Und wie abgesprochen kramte die „Lausitzer Rundschau“ jetzt eine bereits im November gestartete Umfrage hervor, die plötzlich wieder brandaktuell ist. Alle 91 Mannschaften in den fünf Regionalligen hatte das Blatt angeschrieben, 40 haben geantwortet. Kernfrage: Sind sie mit der Aufstiegsregelung über die Relegationsspiele zufrieden? 85 Prozent der Teilnehmer (also 34 Klubs) waren unzufrieden. Florian Möller, Vorstand des VfB Lübeck: „Ich habe damals auch geantwortet und natürlich sind wir überhaupt nicht zufrieden mit der Relegationslösung. Da kann eine großartige Saison in 180 Minuten kaputt gemacht werden. Das ist nicht fair.“

Sein Schönberger Kollege Wilfried Rohloff, Vorsitzender des NO-Viertligisten FC 95, der übrigens nicht an der Umfrage teilgenommen hat, pflichtet ihm bei – ist so „Rebell“ Nummer 35: „Es kann nicht sein, dass eine Mannschaft ohne Niederlage durch die Saison geht, dann vielleicht wegen zwei wichtiger verletzter Spieler in den beiden entscheidenden Aufstiegsspielen die Arbeit einer ganzen Saison kaputt gemacht wird.“ Beiden Funktionären ist klar: ohne eine Strukturänderung gibt es keine Chance, dass alle fünf Regionalligameister direkt aufsteigen – denn dann müssten auch fünf Drittligisten absteigen. Also müsste die Anzahl der Ligen reduziert werden. Auch hierzu die Umfrageergebnisse: 24 Regionalligisten schließen sich diesem Wunsch an – ein viergleisiges Modell wird dabei favorisiert: vier Direktaufsteiger, vier Drittligaabsteiger (die Liga umfasst immerhin 20 Klubs von denen schon jetzt drei absteigen).

„Das wäre schon möglich“, sagt Rainer Koch, DFB-Vizepräsident: „Allerdings müssten die Bayern- und die Südwestliga bestehen bleiben, weil dort 50 Prozent der DFB-Mitglieder spielen. Man müsste also aus den Ligen West, Nord und Nordost zwei Ligen machen.“ DFB-Boss Reinhard Grindel glaubt: „Dann wären die Anfahrtswege viel weiter und der Aufwand viel höher, den man betreiben müsste. Viele Amateurvereine könnten sich das nicht leisten.“ Hans-Ludwig Meyer, SHFV-Vorsitzender schließlich meint: „Eine Reform wäre der Tod für die kleinen Regionalligisten aus unserem Bundesland, die hätten keine Chance, die Teilnahme in einer drei- oder viergleisigen Regionalliga zu realisieren. Ich plädiere sogar für sechs Regionalligen. Dann könnte man eine echte Aufstiegsrunde spielen, hätte nicht nur Relegationshin- und Rückspiel.“

Trotz allen Unmutes aber wird es nicht so schnell zur „Revolution“ kommen – auch wenn 32 Viertligisten bereit wären, sich in einer „Antirelegations-Initiative“ zu organisieren. Das Thema stand aber bereits beim DFB-Bundestag im November auf dem Programm – und wurde kurzfristig wieder von der Agenda genommen. Auch, weil die Regionalverbände sich uneins waren. Der nächste Bundestag, der eine Reform beschließen könnte, steigt erst im Herbst 2019 in Frankfurt...

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