Die zweite Hälfte findet in der Kabine statt: Saciri feiert seine 5 Tore mit dem Boss. © Bovender SV

5:0 in 20 Minuten und ein Spielabbruch

Ein verschenkter Sonntag - Mingerode beendet Partie mit 6 Spielern.

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„Das ganze Wochenende steht im Zeichen des Fußballs“ lautet das Lebensmotto, unter dem wir von Freitag bis Sonntag ballorientiert vor uns hin vegetieren. So lange rechnerisch noch eine Aufstiegschance besteht, bereitet sich der komplette Kader stets professionell auf das Highlight zum Wochenausklang vor – der Jagd nach 3 Punkten und die Aussicht auf eine „Zu Null“-Trainerkiste, mit denen Jelle Brinkwerth zu mannschaftlich geschlossenen Defensivleistungen motivieren will.

“The same procedure as every week“, verkündete nicht nur Silvester-Dauergast Miss Sophie, bevor ihr treuer Butler pflichtbewusst über das Tigerfell stolperte. Nein, auch wir pflegen kultige Rituale, die uns in den vergangenen Wochen nach dem Bergdörfer-Spiel zu einer unbesiegbaren Einheit zusammen wachsen ließen:

1.) Die obligatorische Massagestunde vor dem Spiel, in der sich Masseur Jochen Böttger seine Hände wund reibt und Cemil Onals Oberschenkel zuletzt häufiger knetete, als Sahin Kaplan interessante Fotoaufnahmen von Bauchnabeln unserer Angriffsreihe produziert.

2.) Die Sprintübungen mit Enrico Weiß, welche realistisches Bewegungsfeeling vermitteln und die Aktivierung aller verfügbaren Gehirnreserven erfordern: „Drei Schritte rechts, drei links, bis Ball, dann zurück auf Hälfte, zwei links, drei rechts, vier vor, sieben zurück, bis Ball, dann drei rechts, zwei links, einen nach hinten, dann rückwärts bis Ball, dann drei vor, vier zurück, dann Sprint, dann alle abklatschen. Verstanden?“ Nie kam ein kollektives „JAAAA“ selbstbewusster über die Lippen, als in diesen Momenten trauter Sidestep-Arithmetik.

Weitere lieb gewonnene Abläufe rückten am heutigen Nachmittag jedoch in den Hintergrund, denn bislang war es üblich, während der ersten Dehnphase verstohlen hinüber zum Gegner zu blicken und gesammelte Erkenntnisse über Stärken und Schwächen der jeweiligen Kontrahenten zu diskutieren. Doch als wir gegen 14.30 Uhr die Augen auf das verwaiste Areal jenseits der Mittellinie richteten, schwante den Berufsskeptikern unter uns bereits Böses: Sollte Mingerode etwa nicht antreten?

25 Minuten vor Anpfiff dann die vermeintliche Erlösung, die ersten Gästeakteure betraten das heilige Grün. Stirnrunzeln verursachte allerdings die Tatsache, dass es nur deren 8 waren, inklusive Torwart. Wo war der Rest? Mutmaßungen, die zweite Hälfte des Kaders hätte sich anlässlich des Muttertags nicht vom reichhaltig bestückten Kuchentisch loseisen können, zielten ins Leere, denn nachdem auch die 2. Herren des FC Mingerode ihr vormittägliches Auswärtsspiel nicht beenden konnte, schien die Personaldecke verletzungsbedingt tatsächlich sehr dünn zu sein. Die anwesenden Zuschauer mutmaßten, Mingerode wolle die Strafe fürs Nichtantreten sparen und sich heldenhaft um den DFB FairPlay-Preis bewerben, bevor dieser an Schwalbenbeichter Aaron Hunt verliehen würde.

Doch als nach gespielten 75 Sekunden der erste von 8 verbliebenen Mohikanern leichte Oberschenkelprobleme andeutete, war der weitere Ablauf genau so vorprogrammiert wie unser Aufwärmprogramm. Zwar schossen wir schnell die Tore 1-4, mindestens ebenso schnell traten aber weitere Verletzungsprobleme bei den Eichsfeldern auf. Nach dem 0:2 spielte Mingerode nur noch zu siebt, nach dem 0:5 quittierte ein weiterer Magnesium-Abstinenzler seinen Dienst am Ball. Schade, denn nach einer kurzen Diskussion beendete der Schiedsrichter die Partie und erklärte auf Nachfrage, die Begegnung würde vermutlich 5:0 für den BSV gewertet. Weitere Treffer hätten bei vorzeitiger Beendigung nichts gebracht, denn 5:0 ist wohl der höchste aller möglichen Siege am „Grünen Tisch“. Leid konnte einem Albert Saciri tun. Der bullige Edelreservist mit der Lizenz zum Jokertor durfte nach langer Zeit mal wieder von Anfang an ran – und spielte letztlich auch nicht länger als zuvor. Traurig, aber eigentlich auch ziemlich lustig.

Nun denn, die professionelle Einstellung des Teams, der Verzicht auf samstägliches Feiern und der Nudel-Overkill auf dem Speiseplan waren dieses Mal komplett für die Katz. Da beißt die Maus keinen Faden ab.“ Wir wünschen den verletzten Spielern gute Genesung und müssen nun sehen, wo wir die verlorenen Tore wieder aufholen können. In der vergangenen Saison trat Hilkerode gegen uns gleich zweimal nicht an, nun ersparte sich Mingerode 60 Minuten Fußball am Südring. Warum haben nur alle soviel Angst vor uns? 

Bovender SV Kreisliga Kreis Göttingen-Osterode Süd (Herren) Region/Göttingen-Eichsfeld Bovender SV (Herren)

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