Flutlichtturnier Wallhöfen, TSV Wallhöfen - SV Bornreihe II, Wallhöfen Torwart Yannik Ahrens Wallhöfens Torwart Yannik Ahrens kassierte in Lilienthal erst drei Gegentreffer und spielte die Partie später im Mittelfeld zu Ende. © Tobias Dohr
Flutlichtturnier Wallhöfen, TSV Wallhöfen - SV Bornreihe II, Wallhöfen Torwart Yannik Ahrens

5:0: Skurriles Bezirksliga-Spiel endet mit Lilienthaler Sieg

Während der SV Lilienthal-Falkenberg einen 49-Jährigen auflaufen lässt, spielt der Stammtorwart des TSV Wallhöfen im Mittelfeld - und alles wegen anhaltender Personalprobleme aufgrund der zahlreichen Nachholspiele

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Der Saisonendspurt in der Fußball-Bezirksliga Lüneburg 3 verkommt endgültig zu einer Farce. So trägt die geballte Häufung von Nachholspielen immer skurrilere Blüten. Verletzte oder beruflich verhinderte Spieler sind in so ziemlich jeder Mannschaft mittlerweile traurige Normalität. Dieser Umstand führte dazu, dass in der Partie des SV Lilienthal-Falkenberg gegen den TSV Wallhöfen unter anderem ein 49-Jähriger Ü40-Spieler auflief und ein Torwart als Feldspieler mitwirken musste. Ach ja, Fußball wurde auch gespielt. Die Lilienthaler setzten sich in einer einseitigen Partie mit 5:0 (3:0) durch.

"Das war höchstens mittleres Kreisliganiveau", stellte Lilienthals Trainer Rüdiger Mohr dem Spiel ein ziemliches dürftiges Zeugnis aus. Das wiederum war für Wallhöfen-Coach Patrick Bauer fast noch zu nett formuliert: "Höchstens Kreisklasse", sagte Bauer, der allerdings genau wie sein Trainerkollege Wert auf die Feststellung legte, dass es unter den gegebenen Umständen ja gar nicht mehr anders möglich sei. "Die Jungs, die auf dem Platz standen, taten mir einfach nur leid. Aber ich ziehe meinen Hut vor ihnen", so Bauer. Immerhin hätten sich diese Akteure der Situation gestellt – was nicht auf alle Wallhöfener zutraf. So hatte Bauer ganz kurzfristig noch drei Absagen verkraften müssen von Akteuren, die eigentlich fest für das Spiel in Lilienthal eingeplant gewesen waren: "Einer musste arbeiten, der andere war plötzlich verletzt, der dritte ist einfach gar nicht kommen." So hatte der TSV-Coach am Ende mit Manuel Fischer nur einen Auswechselspieler auf der Bank – und der ist eigentlich Torwart der zweiten Herren in der 3. Kreisklasse. Jenen Fischer brachte Patrick Bauer dann nach der Pause auch ins Spiel. Dafür ging der eigentliche Wallhöfener Bezirksliga-Keeper Yannik Ahrens ins Mittelfeld und stellte so gewissermaßen wieder das Gleichgewicht der Skurrilitäten her.

Denn auch Rüdiger Mohr hatte zum wiederholten Male mit großen Personalproblemen zu kämpfen und musste am Dienstagabend deshalb sogar einen 49-Jährigen in die Startelf befördern. Ingo Kaemna, normalerweise Spieler der Lilienthaler Ü40-Mannschaft, half im rechten Mittelfeld aus – und fiel dort keineswegs negativ auf. Mohr bescheinigte seinem Oldie sogar eine richtig gute Partie. "Er war richtig heiß und wollte unbedingt ein Tor machen", so Mohr. Das gelang Ingo Kaemna zwar nicht mehr, dafür spielte er am Ende sogar durch. Kuriose Randnotizen gab es also etliche bei dieser Bezirksligapartie, die Geschichte des Spiels ist indes schnell erzählt. 23 Minuten konnten die Gäste aus Wallhöfen das 0:0 halten, dann schlug Nils Koehle zum ersten Mal zu. Mit diesem Treffer war die Partie im Prinzip entschieden. Der TSV versuchte nur noch, das Ergebnis in Grenzen zu halten. Alexander Lohs (35.) und erneut der wie aufgedreht spielende Koehle (37.) erhöhten noch vor der Pause auf 3:0. Nach Wiederanpfiff trafen dann noch Jules-Bertrand Bingana (56.) und Koehle mit seinem dritten Treffer des Abends (84.).

In der Schlussphase brachte SVL-Torwart Raoul Kanitz im Sechzehner noch Alexander Kück zu Fall – die Wallhöfener forderten lautstark Elfmeter, doch die Pfeife des Schiedsrichters blieb stumm. "Das eine Tor hätten wir durchaus verdient gehabt", sagte Patrick Bauer, der sich aber nicht weiter über diese Situation aufregen wollte. Am Ende war das Ergebnis für die bereits abgestiegenen Wallhöfener auch einfach zu nebensächlich. "Es war ein sehr faires Spiel und ein guter Umgang untereinander", lobte Bauer, der sich in den noch ausstehenden zwei Saisonspielen nun vernünftig aus der Liga verabschieden will. Die Lilienthaler hingegen könnten nun sogar noch den SV Komet Pennigbüttel in der Tabelle überholen und die Saison als zweitbeste Osterholzer Mannschaft beenden. Angesichts der personellen Situation geht es aber auch bei den Gelb-Blauen nur um eins: Hoffen, dass elf Spieler zur Verfügung stehen. "Ich habe mittlerweile neun Verletzte aus dem Kader der ersten Mannschaft", sagt Rüdiger Mohr. Deshalb hat sich der Lilienthaler Coach mittlerweile eines angewöhnt: "Den Spielbericht mache ich frühestens zwei Stunden vor dem Spiel fertig. Vorher lohnt es nicht, weil ich da oftmals noch gar nicht weiß, wer wirklich kann und wer nicht." Wie gesagt: diese Bezirksliga-Saison ist seit einigen Wochen nichts anderes als eine einzige Farce.

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