22. März 2018 / 10:14 Uhr

50+1 spaltet die Liga: DFL verhandelt mit Vereinen – 96-Boss Kind kämpft weiter für Ausnahme

50+1 spaltet die Liga: DFL verhandelt mit Vereinen – 96-Boss Kind kämpft weiter für Ausnahme

Redaktion Sportbuzzer
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Am Donnerstag verhandelt die DFL mit den Vereinen über 50+1.
Am Donnerstag verhandelt die DFL mit den Vereinen über 50+1. © dpa
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Großclubs sprechen sich für eine Öffnung der 50+1-Regelung aus, kleinere Vereine sowie rund 3000 Fanclubs und zugehörige Dachverbände kämpfen für den Erhalt. Am Donnerstag soll auf der Mitgliederversammlung der DFL über das weitere Vorgehen abgestimmt werden. 96-Präsident Martin Kind strebt eine Ausnahmegenehmigung an.

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Es ist ein reges Treiben, das in den vergangenen Tagen hinter den Kulissen der Bundesliga zu beobachten war. Vereinsverantwortliche belauern sich, knüpfen Allianzen und klopfen Positionen zur Zukunft der 50+1-Regel ab, die besonders bei Hannover 96 zu Kontroversen geführt hat. Clubchef Martin Kind strebt eine Ausnahme von dieser Klausel und die Mehrheit in der Management-Gesellschaft von 96 an. Dagegen gibt eine laute Opposition im Verein, die auf dem Erhalt von 50+1 und damit der Stimmenmajorität beim Stammverein beharrt.

50+1-Regel juristisch unhaltbar?

Heute soll auf der Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball Liga (DFL) über das weitere Vorgehen abgestimmt werden. Dabei sind auch Kind, 96-Finanzgeschäftsführer Björn Bremer und Manager Horst Heldt. Besonders intensiv diskutiert werden Berichte, denen zufolge die Verbandsspitze ein juristisches Gutachten präsentieren will, das die 50+1-Regel für juristisch unhaltbar erklärt.

Choreos, Spruchbänder, Schweigen: Die Proteste bei Hannover 96 in Bildern.

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Das Thema 50+1 bewegt aber nicht nur Verantwortliche und Fans in Hannover. In dieser Frage fordern immer mehr Profi-Vereine eine ernsthafte Einbeziehung und eine offene Debatte. Auch auf Druck ihrer Fans, die im Vorfeld der DFL-Sitzung eine Tapetenbahn mit den Unterschriften von mehr als 2800 Fanclubs, -Verbänden und -Organisationen überreichen werden, die sich für den Erhalt von 50+1 aussprechen.

„Das letzte Stoppschild einer immer weiter fortschreitenden Kommerzialisierung“

In einem derart fiebrigen Umfeld hat wohl noch nie eine Mitgliederversammlung des Ligaverbandes stattgefunden, und die Konfliktlinien treten dabei deutlich zutage. Hier Vereinsvertreter wie der Geschäftsführer des FC St. Pauli, Andreas Rettig, der die Regel für „das letzte Stoppschild einer immer weiter fortschreitenden Kommerzialisierung“ hält. Die meisten Zweitligisten, aber auch Borussia Mönchengladbach, Borussia Dortmund, Werder Bremen oder der SC Freiburg wollen ähnlich rigoros an der Regel festhalten.

Auf der anderen Seite stehen Clubs aus großen Städten wie der Hamburger SV, Hertha BSC Berlin oder der FC Bayern München, die die Regel für einen Anachronismus halten. Sie argumentieren zum einen mit bereits bestehenden Ausnahmeregelungen für Bayer Leverkusen, 1899 Hoffenheim, RB Leipzig und den VfL Wolfsburg. „Sollte 50+1 fallen, heißt das nicht automatisch, dass sich jeder Verein für einen Investor entscheiden muss“, sagt Berlins Manager Michael Preetz. Eine Aufweichung könnte aber Standorten wie Berlin, Frankfurt, Hamburg, Köln oder München den Zugang zu sehr viel Geld ermöglichen.

Das waren die Choreos der Fans von Hannover 96 der letzten Jahre:

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Gräben im Profi-Fußball werden größer

Axel Hellmann aus dem Vorstand von Eintracht Frankfurt, der den Verkauf von Stimmmehrheiten an Investoren ebenfalls befürwortet, allerdings nur unter strengen Auflangen, sagt ganz offen, dass einige Standorte „attraktiver sind als andere. Auch der Abstand zwischen der 1. und 2. Liga würde grundsätzlich eher größer werden.“

Von Christoph Ruf Daniel Theweleit

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