Ex-FIFA-Präsident Joseph S. Blatter, Ex-Generalsekretär Jérôme Valcke und Ex-Finanzchef Markus Kattner sollen in die eigene Tasche gewirtschaftet haben. © imago

71,3 Millionen Euro in die eigene Tasche der Funktionäre?! Die FIFA versinkt wieder im Chaos

Das nächste FIFA-Beben! Funktionäre um Ex-Präsident Sepp Blatter sollen sich mit gigantischen Summen bereichert haben. Blatters Ex-Berater Klaus J. Stöhlker: "Nichts ist besser geworden!"

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Die Geister der Vergangenheit stellen die FIFA vor ihre nächste Zerreißprobe. Ex-Präsident Joseph S. Blatter, der gefeuerte Generalsekretär Jérôme Valcke und der geschasste Finanzchef Markus Kattner sollen von 2011 bis 2015 rund 79 Millionen Schweizer Franken (71,3 Millionen Euro) in die eigene Tasche gewirtschaftet haben. Das gab der Fußball-Weltverband am Freitag nach internen Ermittlungen bekannt. Anwalt Bill Burck spricht von „miteinander abgestimmten Versuchen“, sich mit jährlichen Gehaltserhöhungen, Boni und Sonderzahlungen „selbst zu bereichern“. Fast 80 Millionen Franken? Burck: „Und das nur in den letzten fünf Jahren.“

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Was war davor? Die Ermittlungen sollen ausgeweitet werden, um dieser Frage nachzugehen. Die bisherigen Erkenntnisse sind an die Schweizer Bundesanwaltschaft und die US-Justiz weitergegeben worden. Denn die aufgedeckten Praktiken könnten gegen Schweizer Recht verstoßen haben. Bereits am Donnerstag durchsuchten Schweizer Ermittler Büros der FIFA-Zentrale in Zürich. Der Skandal in der nächsten Dimension. Gegen den Schweizer Blatter (Verdacht der Untreue) und den Franzosen Valcke (ungetreue Geschäftsbesorgung) wird bereits länger ermittelt. Beide sind außerdem von der FIFA-Ethikkommission für mehrere Jahre gesperrt worden. Jetzt wird die Luft für die früheren Top-Funktionäre noch dünner. Die Machenschaften der Vergangenheit lassen die – offiziell – um ein neues, transparenteres Auftreten bemühte FIFA einfach nicht los.

Blatters Berater rechnet mit der FIFA ab

Der Zeitpunkt der Enthüllungen irritiert dennoch. Zwar muss sich die FIFA-Spitze um Präsident Gianni Infantino, der am Sonntag 100 Tage im Dienst ist, seit der Wahl Ende Februar mit eigenen Skandalen herumschlagen. Zuletzt nahmen die Verwicklungen um den neuen mächtigsten Mann des Weltfußballs jedoch an Fahrt auf. Unter anderem wurde über eine 90-Tage-Sperre wegen des Verdachts auf Verstöße gegen das FIFA-Ethikreglement spekuliert. So soll Infantino an einem Komplott gegen den zurückgetretenen FIFA-Chefaufseher Domenico Scala beteiligt gewesen sein. Da könnte die Causa Blatter-Valcke-Kattner als willkommene Ablenkung von eigenen Problemen betrachtet werden.

Selbst Klaus J. Stöhlker, bis vor Kurzem Berater Blatters, rechnet nun mit der FIFA ab: „Der Deckel ist weggeplatzt. Jetzt kocht alles heraus, was dort an Schrecklichem passiert ist. Nichts ist besser geworden. Es wird nicht aufhören“, sagte er dem RedaktionsNetzwerk Deutschland, zu dem auch der Sportbuzzer gehört. Dass sich Blatter bereichert hat, will er nicht glauben: „Dann hätte er mich zehn Jahre lang angelogen.“

Die Machenschaften des Trios um den ehemaligen FIFA-Boss – Blatter war von 1998 bis 2016 im Amt – erscheinen aber fragwürdig. Vereinbarungen über Zusatzzahlungen bewilligten sie sich gegenseitig. Und die Vertragsinhalte haben es in sich: So erhielten Valcke und Kattner (gebürtiger Bayreuther) kurz vor der unsicheren Wiederwahl Blatters 2011 Vertragsverlängerungen inklusive Erhöhungen ihrer Gehälter und Boni. Dazu wurde ihnen die Auszahlung des Geldes (Kattner bis zu 8,85 Millionen Euro; Valcke bis zu 15,8 Millionen) selbst dann zugesichert, wenn sie vor Ablauf des Vertrags ausgeschieden wären. Was im Fall einer Niederlage Blatters wahrscheinlich gewesen wäre. Blatter wiederum ließ sich 2011 von Valcke und Vizepräsident Julio Grondona (auch Chef der FIFA-Finanzkommission; 2014 gestorben) einen Bonus über 10,8 Millionen Euro abzeichnen – für die drei Jahre später ausgetragene WM in Brasilien. Valcke und Kattner durften sich am selben Tag ebenfalls über millionenschwere WM-Zuschläge in ihren Verträgen freuen. Selbstbedienungsladen FIFA.

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