03. Januar 2019 / 20:40 Uhr

Hannover 96: Chaosflug ins Trainingslager nach Marbella

Hannover 96: Chaosflug ins Trainingslager nach Marbella

Dirk Tietenberg
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Sie wollen einfach nur noch ins Bett: Nach 14 Stunden Anreise kommen die 96-Profis in Marbella an und werden von Ex-Pressechef Christian Bönig begrüßt.
Sie wollen einfach nur noch ins Bett: Nach 14 Stunden Anreise kommen die 96-Profis in Marbella an und werden von Ex-Pressechef Christian Bönig begrüßt. © Florian Petrow
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Das geht ja gut los: Mit 14 Stunden Verspätung kommt Bundesligist Hannover 96 im spanischen Trainingslager an. Die Mission Marbella startet mit einem Horrortrip. Nur Manager Horst Heldt kommt pünktlich an.

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96 kann die eingebaute Bremse einfach nicht lösen. Gerade wollte Trainer André Breitenreiter in Marbella ins neue Jahr durchstarten, nach drei Tagen Extratraining. Dann das: Vollbremsung am Flughafen Hannover. Mannschaft, Betreuer und Trainer saßen pünktlich um 7 Uhr wie Sardinen in der kleinen Maschine Bombardier CS 100, Flug LX 819 der Swiss Air.

Der Pilot konnte nicht starten, der Computer meldete Bremsprobleme. Anderthalb Stunden, eine komplette Fußballspielzeit, saßen die Spieler dicht an dicht.

Fotos von der Ankunft der Spieler von Hannover 96 im Trainingslager in Marbella

Marvin Bakalorz lässt sich die Laune nicht verderben. Zur Galerie
Marvin Bakalorz lässt sich die Laune nicht verderben. ©
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Das Flugzeug – kaputt. Der Start ins Trainingslager – zerstört. Mit der Folge, dass der abstiegsgefährdete Bundesligist mit sechs Stunden Verspätung um 18.12 Uhr in Malaga landete. Das erste Training musste nach den Strapazen ausfallen. Einziger Trost: Der anvisierte Trainingsplatz am Marbella Football Center war ohnehin noch von einer verstaubten Baustelle umgeben. Heute trainiert 96 auf dem Platz an der Hotelanlage Westin La Quinta, wo die Mannschaft um 19.48 Uhr erst eincheckte.

Hannover 96 am Flughafen vor dem Abflug ins Trainingslager:

Die 96-Spieler warten auf den Abflug. Zur Galerie
Die 96-Spieler warten auf den Abflug. ©

Und bevor die Fans wegen der zu späten Rückkehr der Brasilianer aus dem Sonderurlaub schimpfen würden, kam auch Walace als letzter Profi an den Schalter, um direkt hinter Trainer André Breitenreiter seinen Koffer aufzugeben. Es half aber nichts, das komplette 96-Material, das im Bauch des Flugzeugs gelagert war, musste wieder ausgeräumt werden. Weil zu wenig Personal verfügbar war, mussten alle mit anfassen. Eine halbe Stunde war Zeit dafür – den Plan, ein Flugzeug zu chartern, hatte 96 aufgegeben.

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Es ging spontan über München. Drei Stunden lang warteten Trainer und Mannschaft auf den Lufthansaflug LH 1824 nach Malaga. Immerhin der Pilot hatte alle Bremsen gelöst und Gas gegeben und die 20 Minuten Verspätung aufgeholt.

Manager Horst Heldt hatte zufällig die „Abkürzung“ genommen. Er war von Frankfurt nach Malaga geflogen – Ankunft wie verabredet um 12.15 Uhr. Auf Trainer und Mannschaft wartete er vergeblich. „Sieht wirklich so aus, als hätte sich was gegen uns verschworen“, sagte er und nahm es mit Humor.

Damit bezog er sich auch auf Widerstände durch Videobeweis, Spielpläne und Verletzungen, die 96 punktetechnisch blockieren: „Was will man machen, wenn die Bremsen ausfallen.“

15 Grad, Sonne - die Anlage in Marbella lässt kaum Wünsche offen. Ein Rundgang durch das Trainingslager von Hannover 96 an der Costa del Sol.

Erste Impressionen aus Marbella - hier rüstet sich Hannover 96 für den Kampf um den Klassenerhalt. Zur Galerie
Erste Impressionen aus Marbella - hier rüstet sich Hannover 96 für den Kampf um den Klassenerhalt. © Florian Petrow

Bei den Spielern muss nun Breitenreiter die Blockade lösen. Woran sich die älteren Kollegen wie Edgar Prib sicher auch erinnern. Im Januar 2017 – dem bisher letzten Trainingslager – be­nötigte 96 für den Horrortrip elf Stunden und war erst um zwei Uhr morgens im Hotel Montecastillo.

Ab sechs Uhr morgens gerechnet brauchte 96 diesmal 14 Stunden bis zur An­kunft. Bei Anreisen zu Wintertrainingslagern hat der Klub offenbar kein Glück. Allerdings stieg 96 nach der Jerez-Vorbereitung auf. Geschadet hat der Chaos-Trip also nicht.

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