Jongliert: 96-Manager Horst Heldt In der ersten März-Woche dieses Jahres fing Horst Heldt als Manager bei 96 an – kurz danach holte er Trainer André Breitenreiter. © Petrow
Jongliert: 96-Manager Horst Heldt

96-Manager Horst Heldt im großen Interview: "Die richtigen Klopper kommen ja noch"

Horst Heldt, Manager von Hannover 96, spricht im ersten Teil des Interviews über den starken Saisonstart der "Roten", die Rolle von André Breitenreiter und wann man ihm als Spieler besser nicht in die Quere gekommen ist.

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Seit gut sieben Monaten ist Horst Heldt Manager bei 96. Die Entlassung von Trainer Daniel Stendel, der Aufstieg unter dem neuen Trainer André Breitenreiter, Transferstau im Sommer und ein Start nach Maß in die Bundesliga: Es war bislang eine turbulente Zeit für den 47-jährigen ehemaligen Schalker Profi in Hannover.

Hallo, Herr Heldt, was hat 96 im Moment am nötigsten: drei Punkte gegen Frankfurt, einen neuen Innenverteidiger oder Frieden mit den Fans?

Am liebsten wäre mir natürlich alles zusammen (lacht). Was wir sicher im Moment am wenigsten brauchen, ist ein Innenverteidiger. Der ist nicht absolut notwendig. Drei Punkte gegen Frankfurt wären schön – und auch, wenn wir uns wieder mehr auf Fußball konzentrieren könnten.

Zwölf Punkte aus sieben Spielen hat 96 geholt. Hat Sie der gute Start der Mannschaft überrascht?

Es gab in der Vorbereitung Anzeichen dafür, dass wir in der Lage sind, konkurrenzfähig zu sein. Aber wenn man ein Jahr in der zweiten Liga spielt, fehlt einem der Vergleich mit Teams aus der Bundesliga. Die ersten sieben Spiele haben gezeigt, dass wir mithalten können. Uns freut der Start, aber es ist auch nur der Anfang. Bayern München, Dortmund, Leipzig: Die richtigen Klopper kommen ja noch. Wir können und dürfen nicht nachlassen.

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Die Mannschaft muss also immer am absoluten Limit spielen, um mithalten zu können?

Es ist gut zu wissen, dass wir mithalten können. Aber wir müssen uns immer wieder ins Gedächtnis rufen, was wir dafür tun müssen, dass es auch so bleibt. Bei so einem Start könnten auch immer andere Faktoren noch mit ins Spiel kommen, die dann dazu führen, dass man vielleicht zufriedener wird und einen Schritt weniger macht. Momentan ist das jedoch nicht erkennbar, unsere Antennen sind dafür aber sensibilisiert. André Breitenreiter und sein Trainerteam, die Mannschaft und auch ich wissen, dass wir jede Woche auf einem ganz hohen Level agieren müssen, um konkurrenzfähig sein zu können.

Bis zur 1:2-Niederlage in Gladbach war Trainer Breitenreiter saisonübergreifend mit 96 ungeschlagen. Welchen Anteil hat er am Erfolg?

André besitzt einen großen Anteil. Diese Serie war kein Zufall, seine Handschrift war ganz klar vom ersten Tag an erkennbar. Als er übernommen hat, hat er sehr schnell vieles verbessert. Er hat die Stärken optimiert und die Schwächen abgestellt. Wie zum Beispiel, dass wir zu viele Gegentore bekommen haben. Er hat der Mannschaft Struktur gegeben. Es ist keine Floskel, wenn man sagt: Der Cheftrainer ist mit die wichtigste Personalie in einem Verein.

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Sie sind nah an der Mannschaft dran, schauen oft bei den Einheiten auf dem Trainingsplatz zu. Was macht 96 so stark?

Was die Mannschaft auszeichnet, sind der Zusammenhalt und die Homogenität. Das Beeindruckende ist auch in der ersten Liga die Geschlossenheit. Die Spieler pushen sich gegenseitig, jeder will spielen, jeder will seinen Platz haben. Das Problem eines nicht funktionierenden Kaders ist nicht die erste Elf, sondern die, die nicht spielen. Die Bank oder die Spieler, die nicht immer im Kader sind, auf die muss besonderer Wert gelegt werden. Die muss man führen. Ich kenne das aus meiner aktiven Zeit, habe all diese Sachen erlebt und war kein Kind von Traurigkeit. Wenn ich mal nicht ge­spielt habe, habe ich am Sonntagmorgen beim Training der Reservisten hin und wieder zu verstehen gegeben, was ich davon halte. Gegenüber dem Trainerteam wie auch den Mitspielern. Da ist keiner verschont worden.

Hier geht's zum zweiten Teil des Interviews

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