04. Dezember 2018 / 11:34 Uhr

Abdin-Coach Kaya nach Comeback: "Die Beine machen mit"

Abdin-Coach Kaya nach Comeback: "Die Beine machen mit"

Michael Kerzel
Christian Kaya, Trainer des SV Tur Abdin - und gelegentlich Spieler.
Christian Kaya, Trainer des SV Tur Abdin - und gelegentlich Spieler. © Ingo Moellers
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Tor und Vorlage: Bezirksliga-Trainer läuft zum ersten Mal nach langer Verletzungspause wieder im Delmenhorster Stadion auf, doch das soll die Ausnahme bleiben

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Fast fünf Jahre konnte Christian Kaya aufgrund einer schweren Knieverletzung kein Fußball mehr spielen. Seit eineinhalb Spielzeiten trainiert er nun den SV Tur Abdin Delmenhorst und wechselte sich am Sonntag nach 60 Minuten selbst ein. Er erzielte ein Tor und gab eine Vorlage. Im Interview spricht er über sein Comeback und die Verletzung.

Herr Kaya, Sie haben eine halbe Stunde gespielt am Sonntag. Wie geht es den Knochen und Muskeln jetzt?

Christian Kaya: Alles gut. Die Beine machen mit. Ich habe einen Schlag auf die Rippen bekommen, die sind wohl stark geprellt. Ich konnte nicht gut schlafen, aber das war es wert.

Sie waren mehrere Jahre verletzt. Was war passiert?

Ich wurde damals eingewechselt, eigentlich völlig sinnlos mit angebrochenem Ellbogen beim Stand von 0:3. Mein Mitspieler Aho Hanno hebt den Ball dann über den Torwart, der den beim Zurücklaufen gerade noch bekommt und ins Feld zurückbefördert. Ich bin hinterhergangen und hab den Ball über die Linie gedrückt. Und dann ist ein Spieler viel zu spät mit beiden Beinen voran in mein Knie gesprungen. Mein hinteres Kreuzband war gerissen, genauso wie das Innen- und das Außenband sowie der Meniskus. Nur das vordere Kreuzband ist heile geblieben. Einen Monat später wurde ich operiert. Ich habe dann ein paar Jahre kein Fußball gespielt und mich in diesem Jahr in Hannover erneut operieren lassen. Da wurden neue Bänder gelegt. Und die haben es wohl gut hinbekommen. 100 Prozent heile wird das Knie aber nicht mehr werden. Physiothearpeut Ralf Hemken hat mir sehr geholfen. Nach der ersten OP schon und jetzt auch wieder. Ich habe ihm viel zu verdanken, ohne ihn hätte ich Sonntag nicht auf dem Platz stehen können. Ich hatte beim Spiel keine Probleme mit dem Knie und auch jetzt nach dem Spiel nicht.

Für ein paar Minuten hatten Sie sich ja bei Auswärtsspielen schon eingewechselt. Wie war es, Ihr Heimstadion als Spieler zu betreten?

Es war ein schönes Gefühl. Aber auch ungewohnt und schon etwas komisch. Bei den ersten Ballkontakten musste ich mich erst wieder daran gewöhnen, dass Gegenspieler attackieren, das ist ja etwas anderes als im Training. Aber es hat schnell wieder ganz gut funktioniert. Ich habe ein, zwei Dribblings und Sprints gemacht.

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Nach gut zehn Minuten haben Sie direkt ein sehr schönes Tor geschossen und später auch noch eine Vorlage gegeben. Zufrieden?

Ich kann den Ball aus linker Position mit rechts gut ins lange Eck hauen (lacht). Die Situation kam im Spiel, das war dann einfach Instinkt. Danach kamen natürlich viele Sprüche von den Spielern: „Jetzt nimmst du uns den Stammplatz weg“ und sowas. Aber das war natürlich nur Spaß, alle haben sich gefreut für mich. Ich habe sehr viele Nachrichten bekommen.

Laufen Sie nach der Winterpause häufiger auf oder war der Auftritt gegen Eintracht Wiefelstede eine Ausnahme?

Ich habe bei Ralf Hemken bis Januar noch etwa zehn Termine. Da geht es um den Muskelaufbau. Ich bleibe dran und mache dann in der Vorbereitung auf die Rückrunde bei einigen Übungen im Training mit. Aber ich nehme mich als Spieler zurück, in erster Linie bin ich Trainer.

Kann Spielertrainer dauerhaft funktionieren oder ist diesbezüglich Ärger programmiert, wenn Sie sich selbst einem anderen Spieler vorziehen?

Man muss da natürlich Fingerspitzengefühl für die Situationen haben, wann ich mich einwechsele. Wenn ich Vollgas gebe im Training und zu den Besten gehöre, wäre es gerechtfertigt. Ich muss natürlich Leistung bringen. Aber, wie gesagt: Ich nehme mich zurück und lasse die Jungs vor. Außer ich habe das Gefühl, dass ich helfen und auf dem Feld etwas bewirken kann für die Mannschaft.

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