15. Juni 2018 / 13:21 Uhr

Abdul Yilmaz führte den VfR Neumünster zum Klassenerhalt

Abdul Yilmaz führte den VfR Neumünster zum Klassenerhalt

Jan-Philipp Wottge
Starker Rückhalt der Veilchen: VfR-Keeper und Kapitän Christopher Newe (rechts) rettete oft in höchster Not.
Starker Rückhalt der Veilchen: VfR-Keeper und Kapitän Christopher Newe (rechts) rettete oft in höchster Not. © Jan-Phillip Wottge
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Hinter dem Oberligisten liegt eine turbulente Saison.

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Ruhige Zeiten sind beim VfR Neumünster weiterhin ein Fremdwort. Über der Geerdtsstraße schwebte das Damoklesschwert der drohenden Insolvenz. Im Winter verließen daraufhin die Spieler scharenweise die Schwalestadt. Dem Trainerteam um Sven Boy wurde gekündigt. Ur-Veilchen Abdul Yilmaz übernahm das Himmelfahrtskommando und führte den VfR zum Klassenerhalt in der Fußball-Oberliga.

„Mit Fußball hatte das nicht mehr viel zu tun. Es war eine Frage der Psychologie. Wir mussten in die Köpfe der Spieler vordringen“, verrät Yilmaz seine Kernaufgabe seit Februar 2018. Der VfR stand vor einem Scherbenhaufen, der Spielbetrieb der Fußballabteilung auf der Kippe. Dem Traditionsverein drohte ein schnelles Ende. Erneut hatte der VfR über seine finanziellen Verhältnisse gelebt. Der 1. Vorsitzende Bernd Hagen trat zurück. Kommissarisch führte fortan sein Amtsvorgänger Gerd Grümmer die Geschäfte und legte den Spieler einen Abschied inklusive Gehaltsverzicht nahe. Trainer Boy, sein Assistent Thorsten Rohwer und der sportliche Leiter Thomas Möller mussten ebenfalls ihre Posten räumen. Mit Boy und Möller ging es vor das Arbeitsgericht, wo beiden erkleckliche Summen zugesprochen wurden. Tabula rasa für die VfR-Zukunft.

Bis auf Beytullah Bilgen, der auf Vertragserfüllung pochte, sowie Keeper Christopher Newe, der zum Kapitän ernannt wurde, suchten sich alle Spieler einen neuen Verein. Paul Falk, Paulinius Igbokwe und Philipp Lorenzen wählten den kurzen Weg durch den Stadtwald zum Lokalrivalen PSV Neumünster. Der Kader wurde mit Spielern des im Dezember 2017 abgemeldeten Verbandsligateams aufgefüllt. Das Gerüststellten die A-Junioren Frieder Blunck, Justin Bührmann, Nilas Kracht, Bennet Rantzsch, Kjell Tietgen und Maxime Vollstedt, die ansonsten in der U19 auf Landesligaebene spielen. „Sie waren unser Faustpfand, weil sie körperlich fit waren“, erklärt Yilmaz. Der 31-Jährige, der den VfR als seine Herzensangelegenheit sieht („ich wollte, dass unsere gute Jugendarbeit irgendwann Früchte trägt. Deswegen habe ich mich zur Verfügung gestellt“) setzte auf den „Willen“ und die „mannschaftliche Geschlossenheit“: „Zunächst ging es nur darum, den Spielbetrieb aufrecht zu erhalten und beim Anpfiff eine Mannschaft auf das Feld zu schicken.“

Der Kraftakt gelang. Mit Nachdruck. Im ersten Spiel nach der Winterpause überraschte die neu formierte VfR-Elf mit einem 3:1-Auswärtssieg beim Abstiegskandidaten Dornbreite Lübeck. Es war ein Meilenstein auf dem Weg zum Klassenerhalt. „Es war das wichtigste Spiel der Saison. Wir haben mit dem Sieg ein Signal gesetzt“, resümiert Yilmaz rückblickend: „Wir haben uns nur auf unsere Stärken fokussiert. Dazu gehörte taktische Disziplin.“ Die Veilchen ließen weitere Siege folgen (2x Wankendorf, Holstein Kiel II) und punkteten gegen Inter Türkspor Kiel sowie Frisia Risum-Lindholm. Zum Saisonausklang gab es ein 0:0 im Derby gegen den PSV. Erneut beendete der VfR trotz aller Querelen als Nummer eins in Neumünster. „Das lässt sich auf Dauer nicht reproduzieren“, sagte Yilmaz, der in der kommenden Saison mit Jörg Zenker gleichberechtigt die Oberliga-Elf führen wird. Als externe Neuzugänge stehen Idris Alioua, Issam Khemiri (PSV Neumünster), Hogir Busali (VfB Lübeck II), Finn Block, Bennet Sparfeld (beide TSV Wankendorf), Levi Krämer (SV Ruggenberg), Sabri Nasri (SV Schackendorf) und Philipp Weidemann (SG Bornhöved-Schmalensee) fest.

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