Zu früh gejubelt: Die Mannschaft des 1. SC 05 freut sich mit ihren Fans über den 2:1-Sieg gegen den VfL Osnabrück II. © Alciro Theodoro da Silva

Abstieg besiegelt

Oberliga: 1. SC 05 muss trotz des 2:1-Erfolges über den VfL Osnabrück II zurück in die Landesliga

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Göttingen. Knapp 24 Stunden lang durfte der 1. SC 05 nach dem 2:1 (0:1)-Sieg gegen den Tabellensiebten VfL Osnabrück II hoffen, dem Abstieg aus der Fußball-Oberliga entgehen zu können. Mit seinem Last-Minute-Treffer zum 2:1 hatte Grzegorz Podolczak seine Teamkameraden, Trainer Najeh Braham und die Fans im heimischen Jahnstadion in Verzücken versetzt und den Göttingern die Minimalchance auf Rang zwölf und den Klassenverbleib erhalten. Doch am gestrigen Sonntag gegen 17 Uhr war das Schicksal der Schwarz-Gelben besiegelt. Mit 2:1 gegen den Tabellenzweiten FT Braunschweig (beim Saisonfinale am kommenden Wochenende Gastgeber des 1. SC 05) hat Konkurrent VfL Oldenburg mit 36 Punkten den zwölften Platz gefestigt und kann nur noch vom Rotenburger SV (34), 2:1-Sieger in Hildesheim, abgefangen werden. 05 (31 Zähler) hat zwar Bückeburg vom 14. Platz verdrängt, kann aber bei einer Tordifferenz von -29 auch Rotenburg (-15) nicht mehr gefährlich werden.
Als versöhnlicher Abschluss einer missratenen Saison bleibt den Schwarz-Gelben der Jubel nach Podolczaks Siegtreffer gegen Osnabrück in letzter Minute dem Erfolg über die „Die Mannschaft wächst und wächst – es ist wirklich schade, dass wir praktisch am Ende der Saison angekommen sind.“
Dabei hätte Siegtorschütze Podolczak durchaus zur tragischen Figur werden können. Denn in der 65. Minute vergab der Stürmer beim Stand von 1:1 zwei riesige Chancen in Folge. Zunächst, als er von Nigel Bier in Szene gesetzt wurde, drei Spieler inklusive des VfL-Torwarts umkurvte, aber am Gegenspieler Aaron Goldmann scheiterte. Und keine 30 Sekunden später setzte er einen Schuss aus aussichtsreicher Position rechts vorbei. Seine vergebenen Hochkaräter waren aber spätestens vergessen, als der 05-Stürmer kurz vor dem Schlusspfiff freistehend aus acht Metern doch noch das Tor traf und damit für einen schwarz-gelben Jubelhaufen sorgte.
Gästetrainer Joseph Enochs war nach der Niederlage angefressen: „Wir haben den Gegner in der ersten Halbzeit im Griff gehabt, ihn allerdings wieder ins Spiel kommen lassen“, monierte er. Tatsächlich erarbeitete sich sein VfL in den ersten 45 Minuten einige Möglichkeiten. Hatte die 05-Defensive eine Großchance in der 38. Minute gerade noch vereitelt, so konnte sie kurz darauf den Rückstand nicht mehr verhindern: Nach starker Flanke von rechts war 05-Schlussmann Nikolai Wolany gegen den druckvollen Kopfball von Mehmet Kodes machtlos.
Dass der 1. SC 05 stark verbessert aus der Kabine kam und in der zweiten Hälfte tonangebend war, führte Braham auf gewachsenes Selbstvertrauen zurück: „In der Pause habe ich den Spielern gesagt, dass sie wieder an sich glauben müssen.“ Ferner habe der Coach beim letzten Heimspiel der Saison „auch den Fans etwas bieten“ wollen. Letzteres gelang kurz nach Wiederanpfiff, als Robert Crespo den Ausgleichstreffer markierte – vor allem deshalb, weil der Stürmer ihn unbedingt wollte: Ein von Podolczak durchgesteckter Pass schien bereits verloren, doch Crespo blieb hartnäckig, und spitzelte das Leder ins linke Eck.
Auch in der Folge hatten die Göttinger sehensswerte Offensivaktionen – zum einen, weil Braham weitere Angreifer einwechselte und das Pressing effektiver war als im ersten Durchgang. Zum anderen, weil Osnabrück ab der 67. Minute wegen gelb-rot gegen Cook in Unterzahl agieren musste. Dementsprechend kamen die Gäste vorwiegend über Konter zu Möglichkeiten – und genau diesen trauerte Gästetrainer Enochs nach: „Wenn wir von den Chancen eine verwerten, dann ist Göttingen tot“, sagte er. 
1. SC 05: Wolany – Burkhardt, Horst, Keseling, Bruns (75. Winnersbach) – Bier, Hesse, Rudolph, Förtsch (54. Dogan) – G. Podolczak, Crespo (78. Souleimann). – Tore: 0:1 Kodes (42.), 1:1 Crespo (49.), 2:1 Podolczak (90.).

VfL Osnabrück II-Arminia Hannover (14/05/2017 17:00) Oberliga Niedersachsen (Herren) Region/Göttingen-Eichsfeld I. SC Göttingen 05 (Herren) VfL Osnabrück II (Herren)

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