28. Januar 2018 / 19:11 Uhr

Abstiegskampf in der Bundesliga: HSV, Köln und Werder kommen nicht vom Fleck

Abstiegskampf in der Bundesliga: HSV, Köln und Werder kommen nicht vom Fleck

Alexander Barklage
Abstiegskampf pur: Köln, Hamburg und Bremen haben am Wochenende ihre Spiele nicht gewonnen.
Abstiegskampf pur: Köln, Hamburg und Bremen haben am Wochenende ihre Spiele nicht gewonnen. © imago/Montage
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Der Abstiegskampf der Bundesliga wird immer mehr zum Schneckenrennen. Am 20. Spieltag der Bundesliga haben die drei Kellerkinder Hamburger SV, Werder Bremen und der 1. FC Köln wichtige Zähler im Kampf um den Klassenerhalt verpasst. Hamburg wird auf dem Transfermarkt wohl nichts mehr unternehmen, Bremen dagegen schon.

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Es hätte alles so schön werden können am Samstagabend im Weserstadion für Werder Bremen. Mit einem Heimsieg gegen Hertha BSC wären die Grün-Weißen bis auf einen Punkt an einen Nichtabstiegsplatz herangerückt, der VfB Stuttgart hatte im Abstiegskampf zugunsten des SVW vorgelegt und 0:2 gegen Schalke gepatzt. Doch die Bremer kamen nicht über ein 0:0 hinaus. Und so scheint der Relegationsplatz 16 fürs Erste zementiert zu sein für Werder. Bei nun immerhin nur noch drei Punkten Rückstand aufs rettende Ufer.

Der Abstiegskampf im Gleichschritt: Auch die beiden Teams aus dem Souterrain der Fußball-Bundesliga holten nur einen Punkt, der Hamburger SV bei der Premiere des neuen Trainers Bernd Hollerbach in Leipzig und der 1. FC Köln gegen den FC Augsburg. Zeit für positive Denke: „Nur ein 1:1? Das lasse ich so nicht stehen! Wir haben gegen einen starken Gegner einen Punkt gewonnen und auf den ein oder anderen Konkurrenten den Rückstand wieder verkürzt“, sagte Kölns Trainer Stefan Ruthenbeck.

HSV in der Einzelkritk: Noten zum Spiel gegen Leipzig

Christian Mathenia: Rettet gegen Sabitzer und Upamecano den Punkt. NOTE 2 Zur Galerie
Christian Mathenia: Rettet gegen Sabitzer und Upamecano den Punkt. NOTE 2 ©
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Gefährliche Situation für die Teams

Dabei waren drei Punkte durchaus möglich für die Kellerkinder. In Bremen beispielsweise lief die Nachspielzeit, als Maximilian Eggestein frei aus fünf Metern zum Schuss kam, Hertha-Keeper Thomas Kraft bereits geschlagen war, doch Innenverteidiger Jordan Torunarigha auf der Torlinie goldrichtig stand und es irgendwie schaffte, den Ball noch zu klären.

Zum dritten Mal in Folge musste sich Werder deswegen zu Hause mit einem Remis begnügen. Im Abstiegskampf zu wenig, weiß der Trainer. „Die Situation ist richtig gefährlich. Es werden immer weniger Spiele. Ich warne davor, sich der Situation nicht bewusst zu sein. Der Mai ist nicht mehr weit“, sagt Florian Kohfeldt. Das Werder-Problem: Woche für Woche wird die Mannschaft gelobt, sie spiele besser, als es der Tabellenplatz aussagt.

Werder Bremen in der Einzelkritik gegen Hertha BSC

Jiri Pavlenka: Solide Leistung des Bremer Keepers. Hatte wenig bis gar nichts zu tun. Schwächen beim Ball herausspielen. NOTE 3 Zur Galerie
Jiri Pavlenka: Solide Leistung des Bremer Keepers. Hatte wenig bis gar nichts zu tun. Schwächen beim Ball herausspielen. NOTE 3 ©

Kruse und Kohfeldt mahnen

Für die Bremer ist der Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz zwar noch in Reichweite, doch sich darauf zu verlassen, dass die Qualität des Kaders eigentlich zu gut ist, um abzusteigen, ist gefährlich. Kohfeldt vermisst die nötige Einstellung im Umfeld des Vereins: „Das ist ein Überlebenskampf, auf den wir alles ausrichten müssen. Das will ich spüren. Ich habe das Gefühl, dass sich in der Stadt so etwas ausgebreitet hat, dass wir wieder guten Fußball spielen, so wie er zu Werder passt. Und dabei wird verdrängt, dass wir 16. sind.“ Die eigenen Fans nahm er in seiner Kritik aber aus.

Auch Stürmer Max Kruse mahnte: „Es ist wichtig, dass wir nicht immer sagen, wir haben gut gespielt, aber keine Punkte geholt. Wenn wir unsere Leistung weiter auf den Platz bringen, werden wir auch unsere Zähler einfahren. Aber damit müssen wir irgendwann anfangen.“ Wie Kohfeldt schon sagte: „Der Mai ist nicht mehr weit ...“

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Neuer HSV-Coach Hollerbach bremst Euphorie

Noch viel schwieriger ist die Situation beim Nordrivalen auf Platz 17, dem Hamburger SV. Unter dem neuen Coach Bernd Hollerbach stoppte der Liga-Dino zwar die Niederlagenserie und erkämpfte sich ein 1:1 bei Champions-League-Anwärter RB Leipzig. Hoffnungsträger Hollerbach wird deswegen aber nicht euphorisch: „Das ist noch kein Grund, Juhu zu schreien. Wir haben noch schwere Wochen vor uns.“

Zumal er wohl keine personelle Verstärkung erwarten darf. „Es ist an der Zeit, dass wir aus der bestehenden Mannschaft unser Potenzial finden und ausschöpfen“, sagte Hamburgs Vorstandsvorsitzender Heribert Bruchhagen. Im letzten Winter hatte Investor Klaus-Michael Kühne in der Not das Portemonnaie geöffnet. Dieses Mal soll es der Trainer richten: „Wenn nur die Hälfte der Tugenden, die ich in dieser Woche über Bernd Hollerbach gehört habe, eintritt, dann haben wir eine gute Entscheidung getroffen“, sagte Bruchhagen am Sonntag im TV-Sender Sky.

Die Bremer hingegen wollen wohl auf dem Transfermarkt tätig werden, wie Werders Aufsichtsratschef Marco Bode bei Sky durchblicken ließ: „Der fehlende letzte Biss vor dem Tor macht Sorgen. Ich will nicht ausschließen, dass wir bis Mittwoch noch aktiv werden.“Um – so die Hoffnung – aus dem Gleichschritt im Abstiegskampf doch noch auszuscheren.

Die Sprüche des 20. Bundesliga-Spieltags:

„Ich habe manchmal das Gefühl, dass die Zuschauer auf der Ost- und der Westtribüne denken: Es ist Samstag, heute geh' ich ins Stadion, schaue wie es läuft und pfeife dann meine eigene Mannschaft aus. Da sollen sie lieber zu Hause bleiben. Das sind Leute, die keine Ahnung vom Fußball haben.“ Dortmunds Torwart Roman Bürki nach dem 2:2 gegen den SC Freiburg über die Pfiffe einiger BVB-Fans Zur Galerie
„Ich habe manchmal das Gefühl, dass die Zuschauer auf der Ost- und der Westtribüne denken: Es ist Samstag, heute geh' ich ins Stadion, schaue wie es läuft und pfeife dann meine eigene Mannschaft aus. Da sollen sie lieber zu Hause bleiben. Das sind Leute, die keine Ahnung vom Fußball haben.“ Dortmunds Torwart Roman Bürki nach dem 2:2 gegen den SC Freiburg über die Pfiffe einiger BVB-Fans ©
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