13. Juni 2018 / 09:52 Uhr

Absturz des FC Kilia Kiel geht weiter

Absturz des FC Kilia Kiel geht weiter

Reinhard Gusner
Abschied aus der Landesliga: Wohin der künftige Weg des FC Kilia Kiel führt, ist ungewiss. Doch die Zeichen stehen nicht gut. Mindestens zwölf Spieler verlassen den Verein.
Abschied aus der Landesliga: Wohin der künftige Weg des FC Kilia Kiel führt, ist ungewiss. Doch die Zeichen stehen nicht gut. Mindestens zwölf Spieler verlassen den Verein. © Paesler
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Zweiter Abstieg in Folge – Unruhe war ein ständiger Begleiter – Schwantes sucht Spieler

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Als der FC Kilia Kiel nach dem Abstieg aus der Fußball-SH-Liga als Saisonziel den Klassenerhalt in der neuen Landesliga Schleswig ausrief, erschien das angesichts der nominellen Qualität des Kaders als eher vorsichtige Einschätzung. Zehn Monate später war der Kieler Traditionsklub hart auf dem Boden der Fußball-Realität gelandet: Die Kilianer wurden als Tabellenvorletzter in die Verbandsliga durchgereicht. Zunächst hatte noch nichts darauf hingedeutet, dass sich die chaotischen Verhältnisse des Vorjahres wiederholen sollten.

Personal-Roulette am Hasseldieksdammer Weg

Mit Neu-Trainer Matthias Hartwig und Manager Guido Muhs wechselte fast das komplette Funktionsteam vom VfB Kiel an den Hasseldieksdammer Weg. Doch nach vier Auftaktniederlagen in Serie begann die personelle Zusammensetzung zu bröckeln. Ende September gab es die Trennung von Hartwig, und auch Muhs sowie Betreuer Uwe Kwidor gingen. Mit Thommy Schwantes übernahm Kilias Ex-Torjäger als Coach die Mannschaft, in der auch sein Sohn Marcel kickte und deren Spiele er oft als Zuschauer beobachtet hatte. Das Engagement erwies sich für Schwantes schnell als eine Art Himmelfahrtskommando. Nach vier Siegen bis zur Winterpause hatte man als Tabellen-13. bereits fünf Punkte Rückstand zum rettenden Ufer.

Unruhe war ein ständiger Begleiter

Bei der Aufholjagd in der weiteren Rückrunde spitzte sich die Situation zu. Kilias sogar bis zum Saisonende mit vier Treffern noch beste Torschützen fielen aus: Marcel Schwantes (Kreuzbandriss), Tarik Alioua (zurück zum VfR Neumünster) und Viktor Dragusha (wechselte zum TSV Schilksee) standen nicht mehr zur Verfügung. Mit schwerwiegenden Folgen: In neun Spielen (davon acht in Serie) wurde nicht ein einziges Tor erzielt, und am Ende war die Gesamtausbeute mit nur 20 Toren überschaubar. Ob schon seit Saisonstart aufgetretene Undiszipliniertheiten auf und außerhalb des Platzes, Spielerabgänge und -trennungen, Verletzungen und Urlaube während des Saisonendspurts – Unruhe war ein ständiger Begleiter beim FC Kilia. „Viele haben wohl auch den Begriff Mannschaftssport nicht richtig verstanden“, registrierte Thommy Schwantes außerdem oft eine nur minimale Trainingsbeteiligung und bei ohnehin dünner Personaldecke kurzfristige Absagen für die Spiele.

Die Konsequenz:

Am 5. Mai traten nur noch sieben Spieler gegen den TSV Altenholz an, wobei Feldspieler Jesper Weishaupt als Torwart auflief. Als beim 0:4-Rückstand ein Kilianer vor der Halbzeit verletzt ausschied, brach der Schiedsrichter ab, da die Mindestzahl an Spielern nicht mehr gegeben war. Eine Woche später musste der 55-jährige Thommy Schwantes in Husum als elfter Mann selbst noch voll durchspielen.Nach dem letzten Spiel (1:2 gegen den Gettorfer SC) war das Fußballwunder erwartungsgemäß ausgeblieben und der stets mit viel Herzblut agierende Schwantes konnte sich ob des feststehenden Abstieges auf der Bank sitzend Tränen der Enttäuschung nicht verkneifen, während viele seiner Spieler schnell wieder zur Tagesordnung übergingen.Die Zukunft des FC Kilia sieht aktuell nicht sehr rosig aus. Die Vorsitzenden Norbert Heckmann (manchmal als Ersatzkeeper auf dem Spielberichtsbogen) und Achim Ziller sowie Thommy Schwantes hatten auch ohne Ligaobmann, Physiotherapeuten und Förderverein den Spielbetrieb der Mannschaft am Leben erhalten. Dennoch brauen sich dunkle Wolken zusammen. „Zwölf Abgänge stehen schon fest, weitere sind nicht ausgeschlossen“, steht Schwantes vor einer weiteren Mammutaufgabe: „Wir suchen dringend für die Verbandsliga taugliche Spieler.“ Finden sich keine, droht der nächste Absturz.

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