Sportbuzzer-Archiv Sportbuzzer-Archiv © Spieler von Roter Stern Leipzig mit klarer Botschaft. (Archivfoto)
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Acht Ermittlungsverfahren nach Angriffen auf Roter Stern Leipzig

Die Leipziger Polizei hat nach den Attacken auf Roter Stern Leipzig in Schildau unter anderem Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung und Sachbeschädigung aufgenommen.

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Leipzig. Nach den Attacken auf Spieler und Fans von Roter Stern Leipzig beim Auswärtsspiel am Sonntag in Schildau hat die Polizei Ermittlungsverfahren gegen acht Personen eingeleitet. Wie Behördensprecher Uwe Voigt gegenüber LVZ.de erklärte, wird den Verdächtigen unter anderem gefährliche Körperverletzung, Sachbeschädigung, Beleidigung von Polizisten und Verstöße gegen des Vermummungsverbot vorgeworfen. Insgesamt hatten die Beamten am Samstag elf Personen vorübergehend festgesetzt, gegen vier wurden Platzverweise ausgesprochen.​

Das Kellerduell in der Landesklasse Nord wurde von einem Großaufgebot der Polizei abgesichert: Insgesamt 165 Beamte von PD Leipzig und Bereitschaftspolizei waren am Sportplatz in der nordsächsischen Stadt im Einsatz. Die Einlasskontrollen und die erste Halbzeit der Partie seien noch ohne größere Vorkommnisse abgelaufen, so Voigt. Lediglich die Aufwärm-Shirts der Leipziger Spieler, auf denen „Nazis raus aus den Stadien“ stand, sorgten für Aufregung. Mit Vertretern von Verband und Vereinen sei vereinbart worden, dass die Shirts nicht zum Spiel getragen werden.

In der Halbzeitpause habe der Schiedsrichter moniert, dass Spieler von Roter Stern aus dem Schildauer Zuschauerblock bespuckt wurden. Die Gastgeber hätten daraufhin die Absicherung vor dem Bereich verstärkt. Zudem wurde im Schildauer Fanblock ein Zuschauern mit dem T-Shirt-Aufdruck „JDN CHM“ (Abkürzung für „Juden Chemie“) identifiziert und des Sportplatzes verwiesen.

Attacken nach dem Spiel – Anzeigen wegen Volksverhetzung

Nach Abpfiff der Partie, die Roter Stern mit 4:0 für sich entscheiden konnte, eskalierte die Situation. Während die feiernden Leipziger Fans zwei Banner entrollten, versuchten mehrere Heimfans über den Rasen zu den Gästen zu gelangen. Die Polizei konnte die Angreifer mit körperlicher Gewalt und Pfefferspray zurückdrängen, heißt es. Zudem sei das Zeigen eines dritten Leipziger Transparentes verhindert worden. Anschließend hätten Leipziger Spieler und Fans gemeinsam mit Bussen den Schildauer Sportplatz verlassen und seien dabei von den Beamten begleitet worden.

In der Schildauer Innenstadt kam es zu einem zweiten Angriffsversuch auf die Messestädter: „Auf dem Marktplatz wurden die Fahrzeuge mit Gläsern beworfen, nachdem Personen auf die Straße liefen und der Konvoi anhalten musste“, erklärte der Polizeisprecher. Die Einsatzkräfte riefen Verstärkung und konnten die Lage letztlich unter Kontrolle bringen. „Im weiteren Verlauf wurde durch die Beamten in diesem Zusammenhang eine Anzeige wegen Volksverhetzung aufgenommen, da mehrere Personen das sogenannte ‚U-Bahnlied‘ anstimmten“, so Voigt weiter. Drei Personen seien identifiziert worden.

Sonderbericht des Schiedsrichters sieht Leipziger Verfehlungen

Roter Stern Leipzig hatte die Vorfälle am Dienstag öffentlich gemacht, unter anderem Fotos der Angreifer ins Netz gestellt, die auch antisemitische und rechtsradikale Textilien im Schildauer Fanblock zeigen. Die Gastgeber vom TSV Schildau hatten sich von den Attacken distanziert. Vereinschef Uwe Tempel erklärte aber auch, die Angreifer seien keine Fans der Schildauer Fußballer gewesen, sondern erst durch Roter Stern Leipzig angelockt worden.

Schiedsrichter Stefan Gärtner (Dresden) hat einen Sonderbericht für den Sächsischen Fußball-Verband (SFV) angefertigt und kritisiert darin  Roter Stern Leipzig. Er sei im Vorfeld im Internet auf Plakate der Messestädter gestoßen, welche die Stimmung unnötig angeheizt hätten. Gärtner hat dies als unsportliches Verhalten beim Verband angezeigt und bezichtigt die Messestädter zudem, den Fußball als politische Plattform zu missbrauchen.

Region/Leipzig Roter Stern Leipzig 99 TSV 1862 Schildau Roter Stern Leipzig 99 (Herren) TSV 1862 Schildau (Herren) Landesklasse Sachsen Nord (Herren) Kreis Leipzig

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