10. Juli 2018 / 18:31 Uhr

Alexander Bremer vom VfL Bückeburg hat das Torjäger-Gen

Alexander Bremer vom VfL Bückeburg hat das Torjäger-Gen

Daniel Kultau
Alexander Bremer spielt seine inzwischen 21. Saison für den VfL Bückeburg. 16 davon absolvierte er im Herrenbereich.
Alexander Bremer, VfL Bückeburg © dak
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Im Interview mit dem Stürmer, der in seine 21. Saison für den VfL geht

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Der VfL Bückeburg hat mit der Vorbereitung auf die neue Saison in der Fußball-Landesliga begonnen. Wir sprachen im Vorfeld mit Alexander „Bubi“ Bremer über seine Torjägerqualitäten und den Neustart unter Trainer Torben Brandt. Der Angreifer geht in seine inzwischen 21. Saison beim VfL – 16 davon im Herrenbereich.

Sie haben in der vergangenen Saison wieder 19 Tore erzielt und sich so die Torjägerkrone in der Landesliga gesichert. Wieso klappt das auch mit 34 Jahren noch so gut?

Ich spiele meine gesamte Herrenkarriere jetzt schon in Bückeburg. Viele Spieler begleiten mich seitdem und wir verstehen uns einfach blind. In den vergangenen Jahren bin ich immer mehr zum Strafraumstürmer geworden. Ich mache nicht mehr alle Wege, aber die wichtigen und wenn mich meine Mitspieler dann bedienen, bin ich im Strafraum meistens da. Dieses Torjäger-Gen scheine ich einfach drin zu haben.

Gegen welche Typen von Verteidigern spielen Sie lieber? Bullig oder flink?

Von Natur aus bekomme ich eher die bulligeren Gegenspieler. Und inzwischen spiele ich auch lieber gegen die Größeren, die vielleicht nicht ganz so flink sind. Aber wenn ich einen kleineren Gegenspieler habe, bin ich ihm in der Regel körperlich überlegen. Solange alles fair abläuft, nehme ich es, wie es kommt.

Wie lange können Sie auf diesem Level denn noch weiterspielen?

Darüber mache ich mir noch gar keine Gedanken. Es läuft gut, ich bin fit und kann gut mithalten.

Umfrage zu Alexander Bremer und den VfL Bückeburg

Sie hatten 2012 in einem Interview erwähnt, dass wir Sie mit 35 Jahren noch mal fragen sollen, wie es um Ihre Trainerkarriere steht. Sie sind jetzt 34.

Na, dann fragen Sie mich das doch im nächsten Jahr noch mal. Nein, darüber mache ich mir noch überhaupt keine Gedanken. Vielleicht wird das irgendwann mal ein Thema, aber momentan hab ich noch zu viel Bock zu spielen.

In der Torjägerliste kommt nach Ihnen lange keiner mehr vom VfL. Marcel Buchholz hat mit fünf Toren die zweitmeisten Treffer erzielt. Ist das nicht ein Problem des VfL keinen vernünftigen Back Up zu haben?

Das ist leider schon viele Jahre so und es wäre wirklich schön, wenn wir da noch jemanden hochzüchten könnten. Man kann es natürlich so sehen, dass nach mir lange nichts kommt, aber auch so, dass viele Spieler Tore schießen können. Von daher sind wir auch einfach nicht so ausrechenbar.

Hat es denn in den vergangenen Jahren Angebote anderer Vereine gegeben?

Tatsächlich erst vergangene Woche von einem Oberligisten. Die brauchen momentan einen Strafraumstürmer, wollten auch Geld dafür zusammenkratzen, aber darum geht es mir nicht. Bückeburg bleibt mein Team.

Was war denn das bisher spannendste Angebot?

Damals von der zweiten Mannschaft von Hannover 96, da war ich 22 Jahre alt. Jugendkoordinator Jens Rehhagel hatte mich angerufen. Ich dachte erst, der verarscht mich. Ich war dann zwei Tage beim Probetraining und dann wurde mir der Vertrag angeboten. Der lag schon vor mir, aber ich habe abgelehnt. Das hätte mein ganzes Leben durcheinander geworfen. Zweimal am Tag Training und ich hatte damals auch gerade erst meine Ausbildung begonnen und war zufrieden.

Das vergangene Jahr war für Bückeburger-Verhältnisse recht turbulent mit dem Trainerwechsel. Wie haben Sie das wahrgenommen?

Wir hatten zu Beginn eine schwierige Phase, haben uns aber berappelt. Untypisch für Bückeburg hatten wir auch intern Probleme in der Mannschaft. Das haben wir zum Glück in der Winterpause toll gelöst bekommen und dann in der Rückrunde noch mal ordentlich Gas gegeben. Ein großes Lob auch an unseren Trainer Nico Felix. Aber klar: Es war eine schlechte Hinrunde und das habe ich in der Form auch noch nicht erlebt.

Jetzt kommt mit Torben Brandt ein neuer Trainer. Wie ist Ihr Eindruck?

Man kannte sich schon so durch die Jahre. Aber als es dann klar war, dass er Trainer wird, haben wir uns direkt ausgetauscht. Es war ihm auch wichtig, mal meinen Rat einzuholen. Von daher war die Basis gleich da. Ich freue mich total, dass er hier ist. Er ist ein Trainer, der ins Menschliche geht und weiß was er will. Und dieses Menschliche ist bei uns ganz wichtig.

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Wie offen ist der VfL denn für neue Impulse und Ideen des Trainerteams? Schließlich spielt die Mannschaft ja schon lange so zusammen.

Grundsätzlich scheint es ja durchzuschwingen, dass wir für so was nicht offen sind, aber das ist überhaupt nicht der Fall. Man muss halt wissen, dass man bei uns eine Mannschaft vorfindet. Und aus meiner Sicht sollte man dann deren Stärken zum Vorschein bringen. Wir sind nicht die überragende Fußball-Mannschaft in der Landesliga, da gibts andere Teams, die fußballerisch besser sind. Unsere Stärke ist, dass wir durch das Kollektiv überzeugt haben. Unser Spiel hat sich in den letzten Jahren schon entwickelt. Ich warne aber auch davor, dass ein Trainer einer gewachsenen Mannschaft einfach so eine neue DNA verpflanzt. Wenn man erfolgreich spielen will, sollte man auf die Kernkompetenzen zurückgreifen.

Sprechen Sie intern eigentlich über einen Oberliga-Aufstieg?

Jeder von uns weiß ganz genau, wie geil das ist. Allein schon die Feier. Und wenn man so was erlebt hat, will man es immer wieder erleben. Von daher wäre das schon toll noch mal aufzusteigen. Aber das ist kein Ziel das wir uns setzen, weil da muss dann wirklich alles passen.

Das Team bekommt viele Neuzugänge aus der A-Jugend. Sehen Sie sich da auch als Mentor?

Auf jeden Fall. Ich freue mich, dass wir seit Langem mal wieder A-Jugendliche bekommen, die auch schon in der Niedersachsenliga gespielt haben. Da bin ich total optimistisch, dass einige direkt viele Spiele absolvieren werden. So wie ich die kennengelernt habe, sind es gute Jungs, die auch menschlich in die Mannschaft passen.

Nicht fehlen darf in dieser Auswahl natürlich Alexander Bremer (rechts). Mit einem „Torriecher, wie ihn sonst keiner in der Liga hat“, ist der Bückeburger nicht nur Wetschen-Coach Frank Heyer in denkwürdiger Erinnerung geblieben, sondern liegt auch im Rennen um die Torjäger-Kanone durch seine bisher 16 Saisontreffer weit in Führung. Eine absolute Tormaschine, findet auch Wilfried Bergmann vom OSV.
Auch in der nächsten Saison will Alexander Bremer zahlreiche Tore bejubeln. © Archiv

Frank Malisius ist der neue sportliche Berater. Wie sehen Sie seine Rolle?

Ich bin froh, dass es jemanden gibt, der sich für die Mannschaft um die übergeordneten Dinge kümmert. Es muss beim VfL einfach einen Koordinator geben, der auch die Schnittstelle zum Jugendbereich ist.

Was sind denn Ihre persönlichen Ziele für die neue Saison? Soll es wieder die Torschützenkrone werden?

Da bin ich ehrlich: Das ist schon mein Ziel, ist ja in gewissermaßen auch mein Job. Gerade weil ich gesehen habe, dass ich es auch erreichen kann, wenn ich 100 Prozent gebe. Irgendjemand muss die Dinger vorne reindrücken und damit möchte ich der Mannschaft helfen. Ansonsten hoffe ich, dass wir oben mitspielen und einfach auf und neben dem Platz Spaß haben.

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