05. Februar 2019 / 10:47 Uhr

Amazonen greifen an : Leipziger Frauenhandball-Klub will nach oben

Amazonen greifen an : Leipziger Frauenhandball-Klub will nach oben

Christian Dittmar
Amazone Sabrina Sellaoui beim Wurf.
"Amazone" Sabrina Sellaoui beim Wurf. © Christian Modla
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Der von ehemaligen und aktiven Leipziger Handballprofis gegründete Amazonen Athletic Club (ACC) zieht in der Bezirksliga unbeirrt seine Kreise. Die Ziele sind ambitioniert. Dennoch soll vor allem der Spaß im Vordergrund stehen.

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Leipzig. Aus der buchstäblichen Schnapsidee ist ein kleines Erfolgsprojekt geworden: Der Amazonen Athletic Club (AAC), vor knapp einem Jahr unter.anderem von DHfK-Torjäger Philipp Weber und der ehemaligen HCL-Hüterin Katja Kramarczyk gegründet, hat sich inzwischen in der siebtklassigen Bezirksliga etabliert. Nach 13 Spieltagen steht der Neuling mit zwei Niederlagen auf Rang zwei, hinter der HSG Rückmarsdorf II.

Amazonen pflügen durch die Liga

Wobei eine der Pleiten immer noch etwas schmerzt. „Das war ein Flüchtigkeitsfehler, den ich auf meine Kappe nehme“, sagt Tim Hupel. Der Trainer hatte in der Partie beim LSV Südwest II im Oktober übersehen, dass eine falsche Akteurin auf dem Spielberichtsbogen stand. Das Match gegen den damaligen Tabellenletzten wurde danach am grünen Tisch mit 2:0 für den LSV gewertet. Dazu ging das Duell mit dem Spitzenreiter aus Rückmarsdorf verloren, laut Hupel „ein kollektiver Blackout“.

DURCHKLICKEN: Bilder vom Derby AAC gegen SC DHfK

Der Amazonen Athletic Club (ACC) setzt sich im Ortsderby gegen die Frauen des SC DHfK Leipzig deutlich mit 36:20 durch. Zur Galerie
Der Amazonen Athletic Club (ACC) setzt sich im Ortsderby gegen die Frauen des SC DHfK Leipzig deutlich mit 36:20 durch. © Christian Modla
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Ansonsten pflügten die Amazonen aber durch die Liga, wie man es von einem Team mit mehreren Ex-Profis erwartet hätte. Allein beim 40:14 und 48:22 in den beiden Spielen gegen die SG MoGoNo sowie beim 40:15 gegen den Bornaer HV gewann der AAC mit mehr als 20 Toren Unterschied.

Auch das erste Match des Jahres gegen Concordia Delitzsch am Sonntag war mit 33:15 eine klare Sache. Dabei stand mit Henrike Schuderer ein weiterer Ex-Profi für die Amazonen auf der Platte. Noch unter ihrem Mädchennamen Milde hatte die Torfrau von 1998 bis 2010 für den HCL die Bälle pariert – und sich nach neun Jahren Handballpause und der Geburt eines Kindes von Hupel überreden lassen, noch einmal ins Tor zurückzukehren. „Sie war sofort drin und hat rund 50 Prozent der Bälle gehalten“, konstatiert ihr Coach anerkennend. „Da sieht man, wie professionell die Henny ist.“

Klarer Sieg im Derby

Am Sonnabend stand das Derby gegen die Frauen des Männer-Erstligisten SC DHfK an. Die ersten 15 Minuten konnten diese auf dem hohen Niveau noch mithalten, doch die Amazonen nutzten ihre Talente richtig und bauten nach und nach ihre Führung aus – siegten letztlich deutlich mit 36:20. Torhüterin Schuderer bewies auch bei ihrem zweiten Einsatz ihre Stärken. Das zweite Spiel stand nach neun Monaten Verletzungspause auch für Charlotte Wolnja an. In rund 25 Minuten Spielzeit schmetterte die Zahnmedizinstudentin 15 Bälle ins Tor.

Doch wohin wollen die Amazonen eigentlich? „Wenn wir in vier Jahren vier Mal aufgestiegen sind, können Sie mich noch einmal nach der Bundesliga fragen“, antwortete Philipp Weber vor Kurzem in einem SPORTBUZZER-Interview. Der Sportvorstand will mit dem Verein nach eigener Aussage vor allem Spaß haben.

Philipp Weber (hier mit Tim Hupel) ist regelmäßiger Gast bei den Spielen des ACC.
Philipp Weber (hier mit Tim Hupel) ist regelmäßiger Gast bei den Spielen des ACC. © Christian Modla

Für Tim Hupel wäre ab der 3. Liga sowieso das Ende der Trainer-Fahnenstange erreicht. Die weiten Reisen durch die Republik könnte er dann nicht mehr mit seiner beruflichen Tätigkeit als Inhaber einer Handwerksfirma in Einklang bringen. „Aber als Mannschaftsleiter könnte ich dann eventuell noch fungieren“, sagt der 46-Jährige.

Vergleiche mit den Fußballern von RB Leipzig kann der Ex-Nachwuchscoach übrigens zwar verstehen, hält sie aber für abwegig: „Wenn wir kommen, sind die Hallen voll.“ Dazu gäbe es meist positive Resonanz von den Gegnern, etwa zuletzt von Victoria Naunhof. „Am Ende tun wir Gutes für den Handball“, meint Hupel.

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