31. August 2016 / 17:27 Uhr

An der Schwelle zum großen Durchbruch

An der Schwelle zum großen Durchbruch

Mirko Jablonowski
Volle Kraft voraus: Die Nachwuchskicker der deutschen U19-Nationalmannschaft bereiten sich in Brandenburg auf die im Oktober startende EM-Qualifikation vor.
Volle Kraft voraus: Die Nachwuchskicker der deutschen U19-Nationalmannschaft bereiten sich in Brandenburg auf die im Oktober startende EM-Qualifikation vor. © Benjamin Feller
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Die Fußballer der deutschen U19-Nationalmannschaft gastieren zu einem Lehrgang in Kleinmachnow und treffen am Freitag in Babelsberg auf Russland.

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Viel besser können die Rahmenbedingungen bei der A-Nationalmannschaft von Weltmeister-Trainer Joachim Löw auch nicht sein: Vorgefahren mit einem großen Mannschaftsbus, einheitlich ausgestattet mit Trainingssachen und betreut von einem großen Trainer-Team absolvierten die Fußballer der deutschen U19-Nationalmannschaft am Dienstagabend eine Trainingseinheit auf dem Sportplatz an der Stahnsdorfer Zillestraße. „Wir sind sehr zufrieden und fühlen uns sehr wohl“, erklärt der 18-jährige Johannes Eggestein, der  mit 34 Länderspielen im Nachwuchsbereich zu den erfahrensten Akteuren im 26-köpfigen Kader des Teams von Trainer Frank Kramer gehört.

Team hinter dem Team besteht aus 18 Personen

Seit Montag befinden sich Eggestein und seine Teamkollegen im Rahmen ihres Vorbereitungslehrgangs auf die im Oktober beginnende EM-Qualifikation in Brandenburg. Untergebracht sind die Nachwuchskicker in einem Hotel in Kleinmachnow, trainiert wird auf den Rasenplätzen des Landesligisten RSV Eintracht 1949 und des Landesklasse-Vertreters Teltower FV. Am Freitag (18 Uhr, Karl-Liebknecht-Stadion) steht gegen die russische U19-Auswahl das erste Länderspiel in dieser Zusammenstellung an. Weiter geht es am Montag (18 Uhr, Werner-Seelenbinder-Stadion) in Luckenwalde gegen die Niederlande. „Wir haben nicht viel Zeit uns zusammenzufinden und wollen die kommenden Spiele dafür nutzen, um an unserer Abstimmung zu arbeiten. Der Trainer hat viele neue Dinge eingebracht und redet viel mit uns – die Stimmung im Team ist gut“, sagt Offensivakteur Eggestein, der im Bundesliga-Kader des SV Werder Bremen steht und beim Erstrunden-Aus im DFB-Pokal in Lotte (1:2) zum Einsatz kam.

Für die Fußballer, die von Vereinen aus der ganzen Republik kommen, stehen in Brandenburg volle Tage auf dem Programm. Neben den Spielen sind fast täglich zwei Trainingseinheiten angesetzt, dazwischen steht Schulunterricht auf dem Programm. Darauf, dass die Ausbildung nicht zu kurz kommt, legt man beim DFB großen Wert. Zwei Lehrer begleiten die Gruppe auf ihrer Reise. Generell werden die Kicker bestmöglich betreut. Das Team hinter dem Team umfasst dieser Tage 18 Personen – Trainer, Spiel-Analyst, Physiotherapeut, Zeugwart, Busfahrer. Es ist an alles gedacht, um die Jungs, die sich an der „Schwelle zum Erwachsenenfußball befinden“ (Frank Kramer), optimal auf eine mögliche Profikarriere vorzubereiten.

Ex-Profi Marc Ziegler als Torwart-Trainer

Die Trainingseinheit vom Dienstagabend etwa wurde per Video aufgezeichnet und den Akteuren bereits wenige Stunden später zur Analyse vorgespielt. „Es sind ja auch keine normalen Jugendspieler sondern die besten ihres Jahrgangs“, unterstreicht Coach Kramer, der das Amt des U19-Trainers erst in der vergangenen Woche übernahm.

„Als Trainer  hast du nie lange Zeit zum Überlegen. Es geht meist alles sehr schnell“, sagt der 44-Jährige, der im Profibereich  bereits bei der TSG 1899 Hoffenheim, Greuther Fürth und Fortuna Düsseldorf in der Verantwortung stand. Bei den Rheinländern wurde er im November vergangenen Jahres beurlaubt und freut sich jetzt auf seine neue Herausforderung beim DFB. „Natürlich ist die Arbeit eine andere als bei einer Vereinsmannschaft, weil man hier viele Spieler aus unterschiedlichen Clubs zusammen hat. Ich bin diesen Schritt aber ganz bewusst gegangen. Jetzt geht es zunächst einmal darum, aus diesem Lehrgang die richtigen Erkenntnisse zu ziehen und daran zu arbeiten, dass bis zum Start der Qualifikation ein Rädchen ins andere greift“, so Kramer, der unter anderem vom ehemaligen Bundesliga-Keeper Marc Ziegler unterstützt wird, der sich um die Ausbildung der deutschen National-Torhüter der Zukunft kümmert.

Die Torhüter und ihre Mannschaftskollegen träumen von dem ganz großen Durchbruch und hoffen, eines Tages auch in der A-Nationalmannschaft aufzulaufen. Einen erheblichen Teil des Weges zu diesem Ziel sind sie schon gegangen – dennoch werden nicht alle in die Fußstapfen von Manuel Neuer, Jerome Boateng oder Mario Götze treten. Das Gefühl wie die Weltmeister von 2014 betreut und vorbereitet zu werden, kann ihnen aber niemand mehr nehmen.

Drei Fragen an: Uwe Blaschke (45, Oranienburg) betreut die U19-Nationalmannschaft in Brandenburg als Delegationsleiter.

Wie kommt es, dass Sie als Vorsitzender im Jugendausschuss des Fußball-Landesverbandes Brandenburg (FLB) auch als Delegationsleiter beim Lehrgang der U19-Nationalmannschaft tätig sind?

*Uwe Blaschke: *Bereits im Februar war ich mit dem DFB unterwegs. Damals begleitete ich die U17-Auswahl bei einem Vier-Nationen-Turnier in Portugal. Dafür kam die erste Anfrage im Oktober vergangenen Jahres. Als Vorsitzender des Jugendausschusses im FLB bin ich seit vier Jahren auch Mitglied im Jugendbeirat des DFB. Dadurch ist man im Blickfeld des Verbandes. Wenn der DFB einen dann anruft, dann sagt man natürlich nicht nein. Das ist eine sehr interessante Aufgabe.

*Welche Aufgaben gilt es für Sie als Delegationsleiter im Rahmen des neuntägigen Lehrgangs in Brandenburg zu bewältigen? *

*Blaschke: *Es sind vor allem repräsentative Aufgaben. So steht unter anderem jeweils ein Abendessen mit den verantwortlichen der russischen und niederländischen Delegation an, auf deren Auswahlmannschaften Deutschland ja am Freitag und Montag trifft. Zudem stimme ich Sachen mit denen an der Umsetzung des Lehrgangs  beteiligten Vereinen Werderaner FC, RSV Eintracht und Teltower FV ab.

Wie wurden Sie in den Reihen des DFB aufgenommen?

*Blaschke: *Sehr gut. Die Atmosphäre in der Gruppe ist super. Man fühlt sich, als wenn man schon jahrelang mit dabei ist. Alle hier sind sehr nett.

U19-Nationalmannschaft trainiert in Stahnsdorf

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