07. März 2018 / 10:03 Uhr

Andreas Fritsche ist neuer Boss des ESV Delitzsch

Andreas Fritsche ist neuer Boss des ESV Delitzsch

Ditmar Wohlgemuth
Andreas Fritsche übernimmt das Amt von Wolfgang Stiller.
Andreas Fritsche übernimmt das Amt von Wolfgang Stiller. © Alexander Prautzsch / Ditmar Wohlgemuth
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Bei den Eisenbahnern endet die Ära Wolfgang Stiller nach 27 Jahren.

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Andreas Fritsche ist der neue Mann an der Spitze des Eisenbahner Sportvereins (ESV) Delitzsch. Der 59-Jährige wurde in das Amt gewählt und löste damit Wolfgang Stiller ab. Der stand 27 Jahre lang dem ESV vor, war der erste Präsident nach der Wende 1990. Zuvor war er bereits 15 Jahre lang zweiter Vorsitzender der BSG Lokomotive Delitzsch, dessen Rechtsnachfolger der ESV bis heute ist. Stiller gehörte dem Verein seit 1963 an.

„Was Wolfgang Stiller für den Verein in all den Jahren getan hat, ist nicht hoch genug einzuschätzen“, sagte Andreas Fritsche und stellte zudem fest, dass dieses Engagement aus seiner Sicht viel zu wenig öffentlich gewürdigt worden sei. Was der Verein geleistet hat und immer noch leistet, sei auf´s engste mit ihm verbunden. Er wolle sich darum kümmern, dass diese Jahrzehnte lange Arbeit nochmals gewürdigt wird.

Neue Denkimpulse für den ESV​

Der gebürtige Geraer Fritsche ist erst seit 2012 Delitzscher. In Kontakt mit dem ESV kam er über Freunde. Die schlugen dem Vorruheständler vor, sich im Verein zu engagieren. „Und ganz plötzlich war ich mittendrin“, erzählt der ehemalige Unternehmensberater, der in seiner Freizeit leidenschaftlich auf Inlinern unterwegs ist. Letztlich sei das Gespräch auf den Vorsitz kommen. Fritsche, der sich selbst als Querdenker bezeichnet, will dem ESV vor allem neue Denkimpulse verleihen. Seine Lebenserfahrungen würden ihn dazu ermutigen, dem Verein auch eine Perspektive geben.

Er sieht den ESV auch in Zukunft als einen der mitgliederstärksten Vereine der Stadt. Dass es so bleibt, dafür trage auch die Stadt eine gewisse Mitverantwortung. Deshalb werde er sich in Kürze mit dem Delitzscher Oberbürgermeister treffen, sich vorstellen und über Möglichkeiten der Zusammenarbeit und Unterstützung reden. Dringend benötigt würden Übungsleiter. In der Abteilung Gerätturnen könnte sich eine neue allgemeine Sportgruppe für jüngere Kinder etablieren, die zunächst die Freude an der Bewegung bei den Kleinsten wecken soll, ehe dann eine Spezialisierung in der Sportart erfolge.

Auch die Zusammenarbeit mit Schulen und Kindertagesstätten wolle er erneuern, er setze wie bisher auch auf das Ehrenamt. „Wir müssen das vorhandene Potenzial nutzen“, meinte er und fügte hinzu, dass es vor allem darum ginge, die Lust, den Spaß am Sporttreiben zu erhalten und damit auch die Mitglieder zu binden und neue zu gewinnen. „Die Bedingungen für uns als Verein sind unglaublich schwer“, berichtete Ralph Zahn, Leiter der zahlenmäßig stärksten Abteilung Fußball. „Wir sind Eigentümer einer Sportanlage. Das ist eine Grundlast, die andere Vereine nicht stemmen müssen.“

Gern wolle der ESV mehr investieren, auch in das Laufstadion, doch als Verein sei bei einer 30-prozentigen Förderung Schluss. Die Kommune könne mit 70 und mehr Prozent rechnen. Zumal sie auch für den Schulsport genutzt wird. „Die Leichtathletik-Anlage ist in einem so schlechten Zustand, wie sie in Sachsen wohl nicht nochmal zu finden sein wird“, ist sich Wolfgang Stiller sicher und verwies auf die Initiativen und praktikable Vorschläge, die bereits gestartet wurden, dann aber nicht weiter kamen.

Dass in unmittelbarer Nähe zum Stadion in den vergangenen Jahren ein Kunstrasenplatz und eine Volleyballanlage entstanden, geht vor allem auf die Initiativen der Fußballer um Ralph Zahn zurück. „Manches wäre nicht entstanden, wenn nicht ein Unternehmen und hoher persönlicher Einsatz dahinter gesteckt hätten“, bemerkte Wolfgang Stiller. Dessen ist sich auch Andreas Fritsche bewusst, er will deshalb künftig die Last breiter im Verein und darüber hinaus verteilen. Er ist sich der Unterstützung sicher. „Das Beste, was wir haben, das sind unsere Mitglieder“, sagt er und baut auf deren Ideen. Zum neuen Präsidium gehören neben Andreas Fritsche jetzt auch Sandra Rast (Stellvertreterin) sowie Sven Donath und Thomas Löbel.

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