14. Juli 2018 / 08:36 Uhr

So will Angelique Kerber im Wimbledon-Finale die große Serena Williams knacken

So will Angelique Kerber im Wimbledon-Finale die große Serena Williams knacken

Petra Philippsen
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Alle Augen auf Serena Williams und Angelique Kerber: Das Frauen-Finale in Wimbledon 2018 ist ein Traum-Match.
Alle Augen auf Serena Williams und Angelique Kerber: Das Frauen-Finale in Wimbledon 2018 ist ein Traum-Match. © imago/Colorsport/Getty/Montage
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Auf dieses Match fiebert nicht nur ganz Deutschland, sondern auch die Tennis-Welt hin. Die Kielerin Angelique Kerber trifft am Samstag auf die US-Amerikanerin Serena Williams. Kerber will im zweiten Anlauf Wimbledon gewinnen – 22 Jahre nach Steffi Graf.

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Der große Pressekonferenzraum im Herzen des All England Clubs war dicht gefüllt, als Angelique Kerber ihn betrat. Die internationalen Journalisten hatten auf einmal alle Fragen an die 30 Jahre alte Kielerin, und das erstmals, seit das Wimbledon-Turnier vor fast zwei Wochen begann. Das Interesse an Kerber außerhalb der deutschsprachigen Medien blieb im Turnierverlauf verschwindend gering.

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Und Kerber selbst stört das wenig. Im Gegenteil. Ihr gefällt der Rummel, die vielen Fragen und Verpflichtungen, die der Erfolg nun einmal mit sich bringen, überhaupt nicht. Und diese Tatsache war wohl einer der Gründe, warum nach ihrem fabelhaften Lauf 2016 mit zwei Grand-Slam-Siegen und dem Erreichen der Nummer eins dann im Jahr darauf alles schieflief. Jene Angelique Kerber, die sich so gern zurückzieht, am liebsten für sich ist und mit Menschen, die sie nicht kennt, eher fremdelt, stand plötzlich im Rampenlicht. Woche für Woche, bei jedem Turnier. Es war eine Qual für Kerber. Und es zog sie auf dem Tennisplatz in eine Negativspirale, aus der sie sich in der gesamten letzten Saison nicht mehr befreien konnte. Nun aber ist Kerber zurück im Rampenlicht, sie spielt heute im Finale von Wimbledon gegen Serena Williams. Ist das nun Fluch oder Segen?

Kerber mit Neuanfang zum Saisonstart

„2017 ist endgültig abgehakt“, betonte sie wieder und wieder. Und Kerber mühte sich mit den englischen Fragen mehr als mit ihren Gegnerinnen auf dem Platz. Doch sie bemühte sich, und die Erleichterung über das Erreichte war ihr anzusehen. „Es ist etwas ganz Besonderes nach dem letzten Jahr, hier im Finale zu stehen“, sagte Kerber, „das bedeutet mir sehr viel.“ Sie wollte gar nicht mehr viel über das Vergangene sprechen, in dem sich die Misserfolge gehäuft hatten und Kerber am Ende sogar aus den Top 20 der Welt gerutscht war. Doch sie sprach darüber, wie sie aus dieser schwierigen Erfahrung gelernt habe und wie sie ihre Motivation wiederfand.

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Kerber hatte zum Saisonstart einen Neuanfang gewagt, sich von ihrem langjährigen Trainer Torben Beltz getrennt und sich stattdessen mit Wim Fissette zusammengetan. „Ich habe viele Entscheidungen getroffen“, erklärte Kerber, „um bei den großen Turnieren wieder mein bestes Tennis zu spielen.“ Das sei ihr große Ziel gewesen, und es hatte sich in dieser Saison bereits bei den ersten beiden Grand Slams angedeutet: In Melbourne schied sie erst nach dem Marathon-Match gegen Simona Halep im Halbfinale aus. In Paris war im Viertelfinale erneut nach einem kämpferischen Auftritt gegen Halep Schluss. „Nach 2017 zurückzukommen war nicht einfach für mich“, gestand Kerber ein, „aber dieses Finale ist eine Bestätigung, dass ich auf dem richtigen Weg bin.“

Serena Williams wird große Herausforderung

Vor allem war es Kerber gelungen, aus Niederlagen das Positive herauszuziehen und nicht immer nur das Schlechte zu sehen. „Ich bin ruhig und geduldig geblieben und habe einfach weitertrainiert“, sagte Kerber, „man weiß nie, wann der Erfolg kommt.“ Nun ist er endgültig wieder da. Und wie 2016 steht ihr Serena Williams gegenüber, die siebenmalige Wimbledon-Siegerin. „Dieses Mal wird es ein ganz anderes Match“, sagte Kerber, „wir haben beide irgendwie ein Comeback.“ Die 36 Jahre alte Amerikanerin spielt erst das vierte Turnier seit der Geburt ihrer Tochter Olympia und betont selbst, dass es für sie „nicht normal ist, wieder im Finale zu sein“. Und auch wenn Williams längst nicht bei vollen Kräften ist, so ist sie auf dem Rasen von Wimbledon immer noch die größte Herausforderung für jede Gegnerin.

Und anders als Kerber ist Williams am liebsten die Gejagte. „Jede spielt immer ihr Bestes gegen mich“, sagte sie, „also musste ich besser sein. Das hat mich zu der Spielerin gemacht, die ich bin.“ Kerber hat es bei den Australian Open 2016 schon einmal geschafft, die Ausnahmespielerin zu bezwingen. Doch in ihrem zweiten Wimbledon-Endspiel wird ihr verteidigen allein nicht die ersehnte Trophäe einbringen. Kerber muss sie sich holen. „Ich weiß, dass ich aggressiv spielen und das Match selbst in die Hand nehmen muss“, betonte sie. Sollte es gelingen, kann sie dem Rampenlicht nicht mehr entkommen. Als erste Wimbledon-Siegerin 22 Jahre nach Steffi Graf.

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