Der Tag danach: Das Polizeiaufgebot in Dortmund war immens; der Generalbundesanwalt schaltete sich ein; Dortmunds Spieler waren zu Tränen gerührt - und ein Verein lässt sich nicht kleinkriegen. Der Tag danach: Das Polizeiaufgebot in Dortmund war immens; der Generalbundesanwalt schaltete sich ein; Dortmunds Spieler waren zu Tränen gerührt - und ein Verein lässt sich nicht kleinkriegen. © dpa
Der Tag danach: Das Polizeiaufgebot in Dortmund war immens; der Generalbundesanwalt schaltete sich ein; Dortmunds Spieler waren zu Tränen gerührt - und ein Verein lässt sich nicht kleinkriegen.

Anschlag auf BVB-Bus: Der Tag danach in Dortmund in der Chronologie

Am Dienstagabend wurde der Mannschaftsbus der Borussia vor dem Champions-League-Duell mit AS Monaco Ziel eines Angriffs. Drei Bomben gingen hoch. Am Mittwoch stand die Aufarbeitung und Ermittlung im Vordergrund - Fußball wurde allerdings auch gespielt. Die Chronik eines bemerkenswerten Tages.

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Schock, Trotz und der lange Weg zurück zur Normalität: Der Anschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund bestimmte auch am Tag danach die öffentliche Diskussion in der Fußballwelt und weit darüber hinaus. Der SPORTBUZZER hat den gesamten Tag mit einem Liveblog begleitet - die wichtigsten Nachrichten haben wir zudem in diesem Artikel zusammengefasst.

8.20 Uhr: Schock nach dem Anschlag auf den Dortmund-Bus. Die Staatsanwaltschaft prüft ein mögliches Bekennerschreiben. Auch die Polizei beklagt einen Verletzten. Und der BVB gibt sich willensstark vor dem Spiel gegen Monaco. ​

8.47 Uhr: In einem Telefoninterview mit der Bild äußert sich Dortmunds Boss Hans-Joachim Watzke über die Geschehnisse. "Die Frage ist, wie wir die Mannschaft davon lösen, helfen, das traumatische Erlebnis zu verarbeiten. Das ist eine neue Dimension, was da heute passiert ist."​

9.31 Uhr: Die Polizei sichert den Tatort mit massiven Kräften ab. An den Zufahrten standen Einsatzkräfte mit Maschinenpistolen und schusssicheren Westen.

10.26 Uhr: Zwei Löcher sind in einer Hecke an der Zufahrt zum Hotel in Dortmund zu sehen. An dieser Stelle explodierten am Vorabend neben dem BVB-Mannschaftsbus drei Sprengsätze.

10.48 Uhr: Nach dem Anschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund sind zwei Bekennerschreiben aufgetaucht. Es soll sich sowohl um Hinweise auf eine islamistische wie auch eine antifaschistische Tat handeln. Beide könnten gefälscht sein.

Erste Festnahme nach Anschlag auf BVB-Bus

10.51 Uhr: Superstar Pierre-Emerick Aubameyang fährt auf das Dortmunder Trainingsgelände.

11 Uhr: Dortmund trainiert.

12.48 Uhr: Was bis jetzt bekannt ist.

13.55 Uhr: Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger verspricht den Fans beim Stadionbesuch heute Abend größtmögliche Sicherheit. «Wir haben die Polizeikräfte in Dortmund für heute Abend nochmal deutlich erhöht», so der SPD-Politiker.

14.12 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel verurteilt den Anschlag als "widerwärtige Tat" verurteilt. In einem Telefonat mit BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke habe sie
dem Trainerstab, der Mannschaft und den Fans alles Gute gewünscht, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert.

14.14 Uhr: Dem Sportbuzzer liegt das Bekennerschreiben, das auf einen islamistischen Hintergrund hinweisen soll, vor.​

Das Bekennerschreiben, das in der Nähe des BVB-Busses gefunden wurde, liegt dem Sportbuzzer vor. Das Bekennerschreiben, das in der Nähe des BVB-Busses gefunden wurde, liegt dem Sportbuzzer vor. © privat

14.30 Uhr: Unter Sportpsychologen ist ein heftiger Streit entbrannt. Ist es moralisch und psychologisch richtig, das Spiel nur einen Tag nach dem Anschlag wiederholen zu lassen. Eine Sportpsychologin kommt auch im SPORTBUZZER zu Wort. Später werden sich auch Spieler und Thomas Tuchel mit eindeutigen Aussagen zu dieser Thematik äußern.

Sportpsychologin Ohlert: Spiel am Mittwoch "unverantwortlich"

14.55 Uhr: Die Bundesstaatsanwaltschaft gibt eine Erklärung zu den Ermittlungen wegen des Anschlags ab. Es kommt heraus: Die Spieler von Borussia Dortmund haben riesiges Glück
gehabt.
Mindestens einer der drei Sprengsätze ist offenbar mit Nägeln oder Metallteilen gefüllt gewesen. Einer dieser Stifte durchschlug eine Fensterscheibe und bohrte sich in das Kopfteil eines Bussitzes - ohne jemanden zu verletzen. "Wir können daher von Glück sagen, dass nichts Schlimmeres passiert ist", sagte Staatsanwältin Frauke Köhler, Sprecherin des Generalbundesanwalts.

Nach Bombenanschlag: BVB unter Polizeischutz

16.19 Uhr: Ein BVB-Fan spricht im SPORTBUZZER. Lucas Prill aus Bernau (Brandenburg) erlebte den Abend in Dortmund. Dass etwas passiert sein musste, merkt er am ständigen Vibrieren seines Handys. Ab 19.15 Uhr stand es nicht mehr still. „Diverse Leute haben mich angeschrieben und angerufen und gefragt, ob alles in Ordnung ist. Ich habe dann erstmal bei Facebook gepostet, dass es uns gut geht“, erzählt der 17-Jährige. Auch am Mittwoch prägte die Polizei das Dortmunder Stadtbild. „Die Polizeipräsenz ist der Wahnsinn. An jedem Parkplatz stehen zwei Polizisten mit Maschinengewehren. Man ist ein bisschen beunruhigt, aber Angst hat man keine“, erzählt Prill.

16.39 Uhr: Es ist wohl die beste Nachricht eines Tages, der dominiert wird von Bekennerschreiben, Terroralarm und anderen Hiobsbotschaften rund um das abgesagte Viertelfinale: Der verletzte Spieler Marc Bartra kann schon wieder lächeln. Via Instagram hat sich der spanische Nationalspieler, der als einziger BVB-Spieler beim Anschlag auf den Mannschaftsbus der Dortmunder verletzt worden war, an seine Follower gewandt: "Hallo zusammen! Wie Ihr sehen könnt, geht es mir schon viel besser. Danke an Euch alle für Eure Unterstützung und die Botschaften! All meine Stärke geht an meine Teamkollegen, Fans und an den BVB für das Spiel heute Abend!"

17.45 Uhr: Eine Stunde vor dem Anpfiff gegen Monaco verkündet Dortmund die Aufstellung gegen Monaco. Der BVB hatte den Spielern freigestellt, aufzulaufen. Keiner verzichtet.

18 Uhr: Die Mannschaft macht sich in speziellen Shirts warm. Die BVB-Profis laufen sich später in besonderen Marc-Bartra-Aufwärmshirts warm. "Viel Kraft, wir sind bei dir!" steht darauf.

18.36 Uhr: Das ganze Stadion singt "You'll Never Walk Alone". Nicht wenige der über 70 000 Fans sind zu Tränen gerührt. Die Fans überzeugen mit einer beeindruckenden Choreo.

So reagieren die Fans nach dem Anschlag auf den BVB-Bus. So reagieren die Fans nach dem Anschlag auf den BVB-Bus. © dpa

20.46 Uhr: Dortmund verliert nach einer starken Leistung in der zweiten Halbzeit mit 2:3 gegen Monaco. Sokratis läuft weinend über den Rasen.

20.51 Uhr: Schrecksekunde nach dem Spiel. Während des Spiels hat die Polizei verdächtige Gegenstände am Stadion gefunden. Der Ausgang Süd-Ost sei nach Abpfiff gesperrt, twitterte die Dortmunder Polizei. "Der Bereich ist derzeit abgesperrt. Aktuell werden diese Gegenstände durch Spezialisten überprüft", hieß es. Spezialisten gaben nach kurzer Zeit Entwarnung.

21.23 Uhr: Nuri Sahin spricht nach dem Spiel vielen Menschen aus der Seele. "Wir wussten, dass es nicht einfach wird, uns auf Fußball zu konzentrieren. Bis zum Anpfiff war bei mir alles im Kopf, aber kein Fußball.- Die zweite Halbzeit war überragend. Das zweite Tor war für uns Gold wert heute. Wir sind Menschen. Was gestern passiert wird, wünsche ich niemandem. Er als ich zuhause war und meine Frau und mein Sohn vor mir standen habe ich realisiert, was los ist. Man sollte nicht vergessen, dass wir Menschen sind. Ich verstehe das Interesse, schnell zur Tagesordnung überzugehen und den Wettbewerb weitergehen zu lassen. Aber das war nicht schön heute." Die gesammelten Stimmen zum Spiel gibt es hier.

Borussia Dortmund (Herren) Champions League Borussia Dortmund-AS Monaco FC (11/04/2017 20:45) AS Monaco FC (Herren)

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