Joseph de Pencier, Chef von 69 nationalen Anti-Doping-Agenturen, hat den kompletten Ausschluss Russlands von den Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang gefordert. Joseph de Pencier, Chef von 69 nationalen Anti-Doping-Agenturen, hat den kompletten Ausschluss Russlands von den Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang gefordert. © dpa
Joseph de Pencier, Chef von 69 nationalen Anti-Doping-Agenturen, hat den kompletten Ausschluss Russlands von den Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang gefordert.

Anti-Doping-Funktionär fordert Olympia-Ausschluss Russlands

Mangel an Transparenz und kein kompletter Ausschluss der russischen Athleten. Der Chef von 69 nationalen Anti-Doping-Agenturen findet: "Das Verhalten des IOC war eine Schande"

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Der Chef von 69 nationalen Anti-Doping-Agenturen hat den kompletten Ausschluss Russlands von den Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang gefordert und zugleich das IOC wegen mangelnder Transparenz heftig kritisiert. Derzeit liefen noch sehr viele Untersuchungen, betonte Joseph de Pencier, einzelne Fälle müssten betrachtet werden.

„Deswegen können wir nicht überzeugt sein, dass die russischen Sportler in Pyeongchang tatsächlich sauber wären und nicht vom jahrelangen Betrugssystem profitiert hätten“, sagte der Geschäftsführer des Instituts der Nationalen Anti-Doping-Agenturen (INADO) der „Süddeutschen Zeitung“ in einem Interview. „Deswegen denken wir, dass die angemessene Konsequenz für diesen Vorgang der Ausschluss wäre.“

"Mangel an Transparenz"

In der Frage eines Banns russischer Athleten von den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro ist das IOC nach Ansicht von de Pencier „nicht weit genug“ gegangen. Leichtathleten und Paralympier hätten Russland komplett ausgeschlossen. „Sowohl aus rechtlicher wie auch aus Athletensicht hätte das IOC diesen Weg auch gehen müssen“, betonte der Kanadier. „Das Verhalten des IOC war eine Schande.“

De Pencier kritisierte das IOC auch deshalb, weil es bei den Untersuchungen in der Russland-Causa auf Zeit spiele und sich damit auch die Entscheidung verzögere. Der McLaren-Report liegt seit fast einem Jahr vor. „Wir wundern uns sehr. Alles sieht so aus, als solle Zeit gewonnen werden“, sagte de Pencier. „Wir haben die ganze Zeit gesehen, mit welchem Mangel an Transparenz das IOC mit dem Thema und auch mit der Arbeit seiner Kommissionen umgeht“, kritisierte der 62 Jahre alte Jurist.

sportmix

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