Der SV Babelsberg 03 (blaue Trikots) setzte sich im Landespokal-Viertelfinale mit 1:0 beim FSV Optik Rathenow durch. Der SV Babelsberg 03 (blaue Trikots) setzte sich im Landespokal-Viertelfinale mit 1:0 beim FSV Optik Rathenow durch. © Christoph Laak
Der SV Babelsberg 03 (blaue Trikots) setzte sich im Landespokal-Viertelfinale mit 1:0 beim FSV Optik Rathenow durch.

AOK-Landespokal: Polizei weist Vorwürfe von Fans des SV Babelsberg 03 zurück

AOK-Landespokal: Netzwerk zur Unterstützung repressionsbetroffener Nulldreier*innen kritisiert „eskalatives Verhalten“.

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Nach dem Viertelfinale im Fußball-Landespokal zwischen Optik Rathenow und Babelsberg 03 (0:1) kritisierte „das Netzwerk zur Unterstützung repressionsbetroffener Nulldreier*innen“ in einer Pressemitteilung ein „eskalatives Verhalten“ der Polizei Brandenburg. So „kam es zu zahlreichen Provokationen durch Einheiten der Bereitschaftspolizei Brandenburg und womöglich sogar zum Einsatz eines sogenannten Agent Provocateure“, der nach Ansicht des Netzwerkes im Fanblock des SVB gezielt für Unruhe gesorgt habe. Zudem sei festgestellt worden, dass „Einheiten der Bereitschaftspolizei ohne jede Rechtsgrundlage oder Rechtfertigung willkürlich Stadionverbote gegen mehrere Nulldrei-Fans erteilen und durchsetzen wollten“.

In Bildern: Babelsberg 03 gewinnt Landespokal-Fight bei Optik Rathenow

Die Polizeidirektion West wies diese Vorwürfe auf MAZ-Anfrage zurück. „Im Rahmen der Unterstützung des Einlassdienstes wurde eine Person angehalten und angesprochen, um zu überprüfen, ob gegen sie ein Stadionverbot vorliegt. Dieses bestätigte sich jedoch nicht. Keiner Person wurde der Zutritt zum Stadion verweigert.“ Nach dem Spielende sei es außerhalb des Stadions zur Fan-Trennung gekommen. „Hierzu musste durch eingesetzte Polizeikräfte teilweise einfache körperliche Gewalt eingesetzt werden. Der Grund dafür waren verbale Auseinandersetzungen zwischen den Fangruppierungen; eine mögliche Eskalation wurde damit verhindert (Gefahrenabwehr).“ Nach Spielende habe die Polizei in einem Fall die Identität einer Person festgestellt und einen Platzverweis ausgesprochen.

Die Stellungnahme des Netzwerkes zur Unterstützung repressionsbetroffener Nulldreier*innen im Wortlaut

Eskalatives Verhalten der Polizei Brandenburg

Beim gestrigen Viertelfinale im Brandenburger Landspokal zwischen dem FSV Optik Rathenow und dem SV Babelsberg 03 kam es zu zahlreichen Provokationen durch Einheiten der Bereitschaftspolizei Brandenburg und womöglich sogar zum Einsatz eines sogenannten Agent Provocateure. Wir sind schockiert und fassungslos!

Wir, das Netzwerk zur Unterstützung repressionsbetroffener Nulldreierinnen (nur03) sind gerade dabei die Vorkommnisse zu sammeln und aufzuarbeiten. In Kürze wird dazu ein ausführlicher Bericht erscheinen. Vorab können wir folgendes vermelden:

=> Sicher ist, dass Einheiten der Bereitschaftspolizei ohne jede Rechtsgrundlage oder Rechtfertigung willkürlich Stadionverbote gegen mehrere Nulldrei-Fans erteilen und durchsetzen wollten. Als Grundlage wurden offenbar Listen aus der sogenannten Datei Gewalttäter Sport verwendet, wobei allen als C oder B kategorisierten Fans Stadionverbote zugeschrieben wurden.

=> Während des Spiels beschimpfte eine unbekannte Person einen Spieler von Optik Rathenow rassistisch. Daraufhin wurde diese Person von Nulldrei-Fans zur Rede gestellt und zum Verlassen des Gästeblocks aufgefordert. Dem kam die Person nach, wobei sie sich nicht gänzlich entfernt, sondern in ein Fahrzeug der Bereitschaftspolizei eingestiegen ist.

=> Nach Abpfiff kam es ebenfalls zu Provokationen durch die eingesetzten Beamt*innen. Die Nulldrei-Fans wurden auf dem Weg zum Bahnhof weggedrängt, geschubst und ihnen wurde der Weg in die Innenstadt verwehrt.

Dass das Ziel der Provokationen und Repressionen in erster Linie die Nulldrei-Fans waren, beweist die sehr hohe Toleranz bezüglich Provokationen und Beschimpfungen von Seiten der Fans von Optik Rathenow.

Aufgrund der Fokusierung der Polizei beinah auschließlich auf die Nulldrei-Fans, aufgrund der nicht nachvollziehbaren Willkür beziehungsweise der Unwissenheit in Bezug auf das Zustandekommen von Eintragungen in die "Datei Gewalttäter Sport" und der damit einhergehenden Konsequenzen sowie dem eskalativen Auftreten der Beamtinnen müssen wir davon ausgehen, dass dieses Verhalten Teil der Einsatztaktik war. Offenbar sollten von den Beamtinnen mit allen Mitteln, womöglich sogar durch den Einsatz eines sogenannten Agent Provocateure Ausschreitungen provoziert werden.

Die Reaktion der Polizeidirektion West im Wortlaut

  • Die Polizei provoziert oder beleidigt nicht. Zum einen ist es unzulässig und ggf. strafbar zum anderen würde ein solches Verhalten jeglicher deeskalierender und gefahrenabwehrender Einsatztaktik entgegenstehen. Vorwürfe dieser Art weisen wir deshalb entschieden zurück. Die Polizei hat vielmehr die Aufgabe Gefahren abzuwehren und Straftaten zu verhindern bzw. diese beweissicher aufzunehmen und zu verfolgen. Mit dieser Zielsetzung wurde der Polizeieinsatz auch durchgeführt. Zu einer rassistischen Beleidigung eines Spielers liegen hier keine Erkenntnisse vor. Der in dem Fanschreiben diesbezüglich dargestellte Sachverhalt kann durch die Polizei nicht bestätigt werden.

  • Es wurden keine Stadionverbote verhängt. Im Rahmen der Unterstützung des Einlassdienstes wurde eine Person angehalten und angesprochen, um zu überprüfen, ob gegen ihn ein Stadionverbot vorliegt. Dieses bestätigte sich jedoch nicht. Keiner Person wurde der Zutritt zum Stadion verweigert.

  • Die Polizei war mit einer der Situation angemessenen Anzahl von Beamten vor Ort vertreten, um Zwischenfälle und Vorkommnisse zwischen den beiden Fangruppierungen zu verhindern und allen Interessierten ein friedliches Fußballfest zu gewährleisten. Den Vorwurf eines „übertriebenen Polizeiaufgebotes“ weisen wir entschieden zurück. Die Anzahl der eingesetzten Kräfte begründete sich aus den Erfahrungen vorangegangener, vergleichbarer Spiele.

  • Während des Einsatzes aus Anlass des Fußballspiels wurden keine Straftaten angezeigt und seitens der Polizei auch keine Strafanzeigen aufgenommen. Vor und nach dem Spiel (außerhalb des Stadions) gab es zwei Ordnungswidrigkeiten durch Zünden von Pyrotechnik, wobei kein Betroffener bekannt gemacht werden konnte.​Nach Spielende kam es außerhalb des Stadions zur Trennung von Babelsberger und Rathenower Fans. Hierzu musste durch eingesetzte Polizeikräfte teilweise einfache körperliche Gewalt eingesetzt werden. Der Grund dafür waren verbale Auseinandersetzungen zwischen den Fangruppierungen; eine mögliche Eskalation wurde damit verhindert (Gefahrenabwehr). Rathenower Fans wurden kurzzeitig angehalten, um das gleichzeitige Abströmen der Fans in Richtung Stadt zu verhindern.Die Polizei stellte nach Spielende in einem Fall die Identität einer Person fest und sprach einen Platzverweis aus.

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