Angreifer Abdulkadir Beyazit (l., hier im Zweikampf mit Marcelo Freitas) wechselt nach zwei Jahren bei Babelsberg 03 zu Energie Cottbus. Angreifer Abdulkadir Beyazit (l., hier im Zweikampf mit Marcelo Freitas) wechselt nach zwei Jahren bei Babelsberg 03 zu Energie Cottbus. © Matthias Koch
Angreifer Abdulkadir Beyazit (l., hier im Zweikampf mit Marcelo Freitas) wechselt nach zwei Jahren bei Babelsberg 03 zu Energie Cottbus.

Ungewohnte Einigkeit vor dem Spiel des Jahres zwischen Babelsberg 03 und Energie Cottbus

AOK-Landespokal: Vor dem Endspiel im Fußball-Landespokal kritisieren Babelsberg 03, Energie Cottbus, Polizei und Landesverband die Anstoßzeit.

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In der Regel liegen die Fußball-Regionalligisten SV Babelsberg 03 und Energie Cottbus nicht auf einer Wellenlänge. Die Rivalität ist groß. Dass das Landespokal-Endspiel am Montag im Karl-Liebknecht-Stadion aber um 17 Uhr – dem letztmöglichen Zeitpunkt im Rahmen der großen ARD-Livekonferenz des Finaltags der Amateure vom deutschen Fußball-Bund – stattfindet, stößt bei beiden Brandenburger Mannschaften auf absolutes Unverständnis.

Den Lausitzern bleiben somit noch ein paar Stunden weniger Vorbereitung auf das am 24. Mai angesetzte Relegations-Hinspiel zum Aufstieg in die 3. Liga. Zuvor hatte Energie beim Fußball-Landesverband vehement auf eine Vorverlegung des Finales gedrängt – vergebens. Auch vom SVB hätte man sich dabei mehr Unterstützung gewünscht. Dessen Trainer Almedin Civa hatte immer betont, dass er den Antrag auf Vorverlegung aus sportlicher nachvollziehen kann und er kein Problem hat, wenn für seine Mannschaft kein Nachteil entsteht – wie es beim ersten Versuch der Lausitzer der Fall gewesen wäre. Der Vorschlag das Finale auf den 10. Mai vorzuziehen – einen Tag nach dem Babelsberger Spiel gegen Oberlausitz Neugersdorf (2:1) und zwei Tage vor dem Saisonausklang gegen den Berliner AK (1:1) – bezeichnete Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz später selbst als „nicht nachvollziehbar“. Ein zweiter Antrag des FCE für die Woche nach dem Ende der Punktspielsaison verpuffte ebenfalls.

​Babelsberg forderte Vorverlegung

Neben der sportlichen Komponente geht es bei der Kritik der Ansetzung aber auch um den Sicherheitsaspekt des Derbys, bei welchem es im April 2017 im Stadion der Kiezkicker zu schweren Ausschreitungen und einem Fast-Abbruch kam. Die antisemitischen Gesänge und Hitlergrüße aus dem Energie-Block beschäftigten danach fast ein Jahr den Nordostdeutschen Fußball-Verband, beide Vereine sowie die nationale und sogar internationale Presse. Mit Blick auf diese Ereignisse waren sich die Verantwortlichen beider Mannschaften und auch der Polizei einig, dass die Austragung des Spiels am Abend ein kaum zu kalkulierendes Risiko darstellt.

In Bildern: SV Babelsberg 03 unterliegt Energie Cottbus

„Babelsberg 03 nimmt empört zur Kenntnis, dass die am 24. April 2018 bei der ersten Sicherheitsberatung unisono vereinbarte Position, das Finale auf keinen Fall um 17 Uhr stattfinden zu lassen, von den verantwortlichen Entscheidungsträgern ignoriert wurde“, empörte sich der Kiezverein nach Bekanntwerden der Ansetzung vor zwei Wochen und forderte eine Vorverlegung – diesem Wunsch wurde nicht nachgegangen.

​Zahlreiche Gründe gegen späte Anstoßzeit

FCE-Präsident Michael Wahlich zeigte sich ebenfalls verärgert: „Es ist uns völlig unklar, wie solch eine Ansetzung erfolgen kann. Das hat mit Sportlichkeit und Sachverstand wenig zu tun. Auch die Sicherheitslage ist nach Einschätzung der Fachleute an einem Abend eine andere als beispielsweise zur Mittagszeit.“

Für Christian Lippold, Sicherheitsbeauftragter von Nulldrei, gibt es zahlreiche Gründe, warum diese Ansetzung nicht zu verantworten ist. „Das beginnt bei der massiven Vorlaufzeit, in welcher sich das ohnehin angespannte Verhältnis zwischen den Fangruppen über den Tag hinweg final hochschaukeln wird. Das geht weiter bei infrastrukturellen Problemen bei der Zu- und Abwegung der Fangruppen, gemeinsamer An- und Abreise der beiden Fanlager sowie massiver ganztägiger Eingriffe in den Tagesablauf im Stadionumfeld.“

​Verständnis vom FLB

Seinem Vernehmen nach stehe deshalb das „Quotengebaren einer öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt“ über dem sportlichen und sicherheitsrelevanten Aspekt. „Damit wird aus dem Finaltag der Amateure die Knute der Vereine. Und aus dem eigentlich größten sportlichen Erfolg auf Verbandsebene eine nicht kalkulierbare Irrfahrt.“

Anne Engel, seit 1. April Geschäftsführerin des Fußball-Landesverbandes, heißt die Terminierung ebenfalls nicht gut. „Wir können den Unmut vieler Fans und auch des FC Energie Cottbus, der eine Relegation vor sich hat, verstehen.“

​Ärger um Beyazit-Transfer

Alle Einwände halfen aber nichts. Mit etwa 9000 Zuschauern wird das Babelsberger Karl-Liebknecht-Stadion am Montag wohl dennoch ausverkauft sein und das Duell der beiden besten Brandenburger Mannschaften sehen – in dem auch auf dem Platz eine Menge Feuer drin ist.

So konnte Energie in der Liga zwar beide Partien für sich entscheiden (1:0, 4:0), gerade im Rückspiel hielt der SVB aber gut mit. Ein ganz besonderes Spiel ist es auch für Angreifer Abdulkadir Beyazit, der nach zwei Jahren am Babelsberger Park in die Lausitz wechselt. Sein Sturmkollege Andis Shala stand bei den Energie-Kickern ebenfalls lange ganz oben auf dem Wunschzettel – ein Transfer scheiterte jedoch an der fälligen Ablösesumme für den 29-Jährigen, der bei Nulldrei noch einen Vertrag bis zum 30. Juni 2019 besitzt. Dass die Cottbuser den Wechsel von Beyazit bereits vor dem Finale verkündeten, stieß bei Nulldrei auf wenig Begeisterung – da waren beide Vereine wieder auf gewohnt unterschiedlicher Wellenlänge.

In Bildern: Die Sieger des Brandenburger Landespokals seit 2005

Region/Brandenburg Kreis Havelland SV Babelsberg 03 (Herren) FC Energie Cottbus (Herren) SV Babelsberg 03 FC Energie Cottbus

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