11. Januar 2018 / 09:35 Uhr

Arbeitsgericht: Hannover 96 muss Ex-Kaderplaner Möckel Aufstiegsprämie zahlen

Arbeitsgericht: Hannover 96 muss Ex-Kaderplaner Möckel Aufstiegsprämie zahlen

Redaktion Sportbuzzer
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Hannovers ehemaliger Sportlicher Leiter Christian Möckel telefoniert. Der Ex-Lübecker klagte nach seiner Entlassung gegen Hannover und gewann.
Sein Engagement bei Hannover 96 war von kurzer Dauer. Dafür kassiert Christian Möckel jedoch weiter. © Sielski
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Martin Bader, Daniel Stendel, Christian Möckel: Sie alle wurden im März 2017 von Hannover 96 freigestellt. Und sie alle bekamen im Sommer keine Aufstiegsprämie ausgezahlt. Dagegen klagte Möckel vor dem Arbeitsgericht. Und bekam Recht.

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Vor einem Jahr waren sie noch 96-Führungskräfte. „Es ist immer teuer, wenn ein ganzes Team ausgetauscht wird“, weiß 96-Chef Martin Kind.

Im März 2017 wurden Geschäftsführer Martin Bader, Trainer Daniel Stendel und der Kaderplaner Christian Möckel innerhalb von gut zwei Wochen freigestellt. Alle drei wollen noch Geld von 96, aber jeder Fall liegt anders. Vor Gericht gezogen ist vorerst nur Christian Mö­ckel. Der 44-Jährige klagte vor dem Arbeitsgericht Hannover. Es geht um die Sonderprämie von 50 000 Euro für den 96-Aufstieg und eine Entschädigung für den entzogenen Dienstwagen (Neupreis 80 000 Euro).

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Aufstiegsprämie und Entschädigung für den Dienstwagen

Richterin Gudrun Stoewer machte am Mittwoch klar: „Es finden wohl die Allgemeinen Geschäftsbedingungen Anwendung.“ So habe es in einem ähnlichen Fall das Landesarbeitsgericht Hamm entschieden. In dem Fall muss der Verein zahlen.

Das Urteil des Gerichts: Möckel bekommt 53. 273,11 Euro. Das rechnet sich so: die Aufstiegsprämie plus 3273 Euro Entschädigung für den Dienstwagen.

Kind will nun „entscheiden, ob wir in die nächste Instanz gehen“. Vermutlich wird es so kommen. Der 96-Chef: „In den Verträgen steht, dass ihnen die Prämie nicht zusteht. Offenbar sind die Klauseln nicht rechtswirksam.“

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96 zahlt fleißig weiter - auch an Stendel

Möckel machte nach dem Termin einen entspannten Eindruck: „Ich bin jetzt wieder in Nürnberg, meine Fa­milie lebt dort.“ Bis Ende Juni bekommt er noch sein Grundgehalt von 96. Das kassiert auch Ex-Trainer Stendel. 50 .000 Euro im Monat, noch bis zum Vertragsende im Juni. Das macht pro Saison 600 .000 Euro.

Auch Stendel hat bei 96 laut Kind die Zahlung der Aufstiegsprämie angemahnt. Sie soll bei 100 000 Euro liegen. Stendel müsse aber erst vors DFB-Schiedsgericht ziehen, bevor er vor einem ordentlichen Gericht klagen könne, erläutert Kind. Noch hat Stendel abgewartet, womöglich das Urteil im Fall Möckel.

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Der Sonderfall Bader

Auch Bader fordert laut Kind noch Prämien, hat aber bereits eine Abfindung kassiert. „Bei ihm ist es noch mal anders, als Geschäftsführer gilt nicht das Arbeitsrecht“, meint Kind.

Das Angebot des 96-Chefs an alle: „Ich könnte mir eine anteilige Zahlung der Prämien, solange sie im 96-Dienst waren, vorstellen.“ Das wäre ein Großteil der Prämie – von der Entlassung im März fehlen nur zwei Monate bis zum Aufstieg im Mai. Möckel wird sich nach dem Urteil von Mittwoch aber kaum darauf einlassen.

Von Andreas Willeke und Thomas Nagel

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