07. März 2018 / 18:33 Uhr

Archibald Horlitz: "Wir haben bis zuletzt darum gerungen"

Archibald Horlitz: "Wir haben bis zuletzt darum gerungen"

Redaktion Sportbuzzer
Babelsbergs Präsident Archibald Horlitz ruft die Fans des Viertligisten zu Vorschlägen für Aktionen gegen Rassismus auf – die vom NOFV unterstützt werden.
Babelsbergs Präsident Archibald Horlitz ruft die Fans des Viertligisten zu Vorschlägen für Aktionen gegen Rassismus auf – die vom NOFV unterstützt werden.
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Regionalliga Nordost: Babelsberg 03 und der Nordostdeutsche Fußball-Verband haben ihre Streitigkeiten wegen des Sportgerichtsurteils aus dem vergangenen April beigelegt.

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„Natürlich ist man irgendwo froh, wenn die Sache endlich vom Tisch ist“, gab Archibald Horlitz, Vorsitzender des Fußball-Regionalligisten SV Babelsberg 03, gestern mit einer gehörigen Portion Erleichterung in seiner Stimme zu. Nach monatelangen Streitigkeiten konnten sich der Fußball-Regionalligist und der Nordostdeutsche Fußball-Verband (NOFV) auf einen Kompromiss zum Sportgerichtsurteil vom 19. Juni 2017 in Bezug auf das Babelsberger Punktspiel gegen Energie Cottbus am 28. April 2017 und den daraus folgenden verbands- und sportgerichtlichen Auseinandersetzungen einigen.

Dies wurde bei einem Gesprächstermin am Dienstag, der auf Einladung des Potsdamer Oberbürgermeisters Jann Jakobs (SPD) zustande kam, beschlossen.

Dank an Jann Jakobs

„Ohne die sehr klare Gesprächsführung von Jakobs hätte es keine Einigung gegeben“, betonte Horlitz. „Obwohl es weiterhin unterschiedliche Beurteilungen bezüglich einzelner rechtlicher Aspekte gibt“, wie Horlitz sagt, sei er froh, dass eine „sinnvolle Einigung“ erzielt wurde. Diese sieht vor, dass der Kiezverein die vom Sportgericht verhängte Strafe in Höhe von 7000 Euro wegen pyrotechnischer Aktionen im Fanblock des SV Babelsberg 03, die während des Brandenburg-Derbys festgestellt wurden, akzeptiert.

Bilder vom Regionalliga-Derby mit Spielunterbrechung:

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3500 Euro davon können für sicherheitstechnische, infrastrukturelle, gewaltpräventive Maßnahmen oder Maßnahmen gegen Rassismus und Rechtsextremismus verwendet werden. Der verbleibende Teil der Geldstrafe wird vom NOFV für die Finanzierung von Aktionen gegen Rassismus und Rechtsextremismus, für Fairness, Respekt und Toleranz verwendet. Nach dem Zahlungseingang wird das eingeleitete Verfahren zur Spielsperre der Babelsberger Regionalliga-Elf eingestellt. Zudem hat sich der NOFV gegen eine Verlängerung der Bewährungsfrist für ein mögliches Spiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit im laufenden Berufungsverfahren ausgesprochen. „Es findet eine vollständig transparente Verwendung der Strafe statt. Wir haben bis zuletzt darum gerungen, dass klar wird, wie das Geld eingesetzt wird“, erläutert Horlitz.

Zur Chronologie des Skandalspiels

Er ist zudem froh, dass der NOFV eine Korrektur des Urteils mit Blick auf die Unrichtigkeiten in den Formulierungen in der Entscheidungsbegründung vornimmt. Im eigentlichen Urteil war vermerkt, dass ein Anhänger in der Nordkurve mit rotem Punkerhaarschnitt „Nazischweine raus“ in Richtung Energie-Block rief. Dadurch entstand der Eindruck, dass die Filmstädter auch dafür zu Kasse gebeten werden – was über die Landesgrenzen hinweg für Empörung sorgte und vom SVB nicht akzeptiert wurde. Die daraufhin vom Club ins Leben gerufenen Kampagne „Nazis raus aus den Stadien“ wird unter anderem von Bundesligisten wie Borussia Dortmund, Werder Bremen und dem 1. FC Köln unterstützt.

Mehr zum SV Babelsberg 03

„Wenn man sieht, welche Bewegung sich entwickelt hat, hat sich der Kampf gelohnt“, betont Horlitz und hofft auf entsprechende Nachhaltigkeit. Mit Blick auf die zuletzt erzielte Fernwirkung habe Nulldrei dem Kompromiss vor dem „Hintergrund eines höheren Guts, nämlich dem immer wichtiger werdenden Engagement gegen Rassismus und dem deutlichen Eintreten für Toleranz, das sichtbar und nachhaltig durch den NOFV unterstützt wird“ zugestimmt, wie Horlitz sagt.

Die gemeinsame Erklärung zum Nachlesen


Er ruft zudem alle Fans und Mitglieder auf, Ideen für sinnvolle Aktionen gegen Rassismus an den Verein zu richten. Bereits beim kommenden Heimspiel (16. März, 19 Uhr, Karl-Liebknecht-Stadion) gegen den FC Oberlausitz Neugersdorf sollen im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus mit Unterstützung des NOFV erste Aktionen präsentiert werden.

In Bildern: Babelsberg 03 siegt deutlich gegen Chemie Leipzig

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