Leon Flach (mitte) sol ab der Saison 2020/2021 zum Profikader der Kiezkicker gehören. Leon Flach (mitte) sol ab der Saison 2020/2021 zum Profikader der "Kiezkicker" gehören. © FC St. Pauli @facebook
Leon Flach (mitte) sol ab der Saison 2020/2021 zum Profikader der Kiezkicker gehören.

Auf den Spuren von Fiete Arp - HSV, FC St. Pauli und Holstein Kiel bedienen sich beim VfB Lübeck

Lohmühle als Sprungbrett auf die große Fußballbühne

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Es war nur eine Vierzeilenmeldung der Nachrichtenagentur DPA, eine kurze Personalie: Leon Flach bekommt einen Profivertrag beim FC St. Pauli, hieß es knapp. Was die Story größer macht: Leon Flach ist 16 Jahre alt. Und er kommt vom VfB Lübeck, ist zudem der Sohn von VfB-Aufsichtsrat Dr. Christian Flach. Und: Er ist nur einer seines Jahrgangs, der an der Lohmühle ausgebildet wurde und sein Glück bei einem etablierten Profiklub sucht. Da ist dem VfB fast eine ganze Mannschaft von der Fahne gegangen – 2000er, 2001er, 2002er. Alle auf den Spuren von Fiete Arp, dem plötzlichen aktuellen HSV-Mega-Star aus Bad Segeberg - Jahrgang 2000.

"Haben offenbar gute Arbeit gemacht"

„Da hatten wir tatsächlich eine Ballung wirklich guter Talente“, sagt Sportvorstand Wolf Müller. „Es ist ja klar, dass andere Klubs da aufmerksam werden. Die scouten längst die immer jüngeren Jahrgänge, U14, U15, U16. Da können wir dann leider wenig entgegen setzen. Aber wir sind schon stolz, offenbar gute Arbeit gemacht zu haben.“ Zwar gibt es in den meisten Fällen eine finanzielle Entschädigung, „aber die fällt in der Regel gerade mal vierstellig aus“, sagt Müller. Darum plant der VfB seine besten Nachwuchskräfte künftig mit Förderverträgen auszustatten. Vor allem die Profiklubs aus der Nähe, HSV, FC St. Pauli aber auch Holstein Kiel haben die VfB-Talente im Visier. Die bieten den Jungs eine Perspektive in ihren Leistungszentren – und wenn’s kein Platz im Internat gibt, dann werden die Jungs im Shuttledienst chauffiert.

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Lübecker erobern das Millerntor

Leon Flach fiel dem FC St. Pauli auf, wohin es die meisten VfBer gezogen hat. Flach wechselte 2016 ans Millerntor. Pauli-Nachwuchschef Roger Stilz sagt über den Bad Schwartauer: „Leon besticht nicht nur durch seine fußballerischen Fähigkeiten, sondern auch durch seine Mentalität. Er gibt nicht auf, er geht voran.“ Und so schloss man mit dem U17-Stammspieler ein langfristiges Arbeitspapier. Ab der Saison 2020/2021 wird der Mittelfeldspieler dem Profikader der Kiezkicker angehören. Leon wird auf der Pauli-Homepage so zitiert: „Ich freue mich auf die restliche Zeit in der Jugend und darauf, meinen Traum als Fußballprofi beim FC St Pauli verwirklichen zu können.“ Wie Flach zog es aus der VfB-C-Jugend auch Luca Günther, Robin Bonilla Szelitzki und Gustavo Melo zu den Kiezkickern.

Auch der HSV hat die Lohmühle im Blick

Aber auch der Hamburger SV schaut genau hin, was sich an der Lohmühle tut. Für Aufsehen sorgte der Fall Ryan Adigo. Der heute 16-Jährige wanderte 2015 vom VfB zum HSV ab – und im vergangenen Jahr weiter zu Borussia Mönchengladbach. HSV-Nachwuchsleiter Dieter Gudel kritisierte: Der aus dem Profibereich und seinen Mechanismen bekannte Transfermarkt setzt sich mittlerweile bis in den Jugendbereich fort. Mit allen Begleiterscheinungen, die man sich denken kann.“ Und er deute an, dass dabei für 15-Jährige schonmal sechsstellige Ablösesummen gezahlt werden. Wie Adigo hielt es auch Enrique Miguel Pereira da Silva, der  2016 vom VfB zum HSV ging, nur kurz bei den Rautenträgern, spielt jetzt für den VfL Wolfsburg zusammen mit Goalgetter und U16-Nationalspieler Timon Burmeister, der im Sommer 2017 bei den „Wölfen“ einen Vertrag bis 2020 unterschrieben hat.

Zahlreiche talentierte Kicker, die noch bis vor kurzer Zeit für Nachwuchs-Teams des VfB Lübeck aufliefen, sind heute etablierte Kräfte in den höchsten Spielklassen ihres Jahrgangs.

Ob Wolfsburg, HSV oder Pauli – alle halten sich an die Spielregeln, informieren den VfB deutlich, wenn sie Interesse an einem der grün-weißen Jungs haben. Landeskonkurrent Holstein Kiel handhabt das etwas laxer, sichtet bei Landesauswahlterminen, teilt dann schonmal nur im knappen Zweizeiler an die Lohmühle mit, man wolle mehrere Spieler zum Probetraining einladen. Dafür kassierten die „Störche“ auch schon mal eine Absage vom VfB. Levent Maydaner ist im Juli 2017 dennoch zum KSV Holstein gegangen – hat dort aber nur wenige Einsatzzeiten in der B-Jugend-Bundesliga

Vom VfB Lübeck zum FC Barcelona

Und dann ist da noch einer, den der VfB nicht halten konnte. Juri Knorr galt als Riesentalent – das allerdings zweigleisig unterwegs war. 2015 beendete Knorr 15-jährig seine hoffnungsvolle Fußballkarriere, konzentrierte sich aufs Handballspielen. Heute ist er Eckpfeiler der DHB-Junioren-Auswahl - und wechselt im Sommer zum FC Barcelona.

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