Der Sportplatz Aachener Straße liegt in einem Innenhof zwischen Wohnhäusern in Dresden-Trachau. Entsprechend hoch ist bei den sonntäglichen Heimspielen der Fußballer von Motor Trachenberge auch der Lärmpegel. Das stand bislang einer Sanierung im Wege, doch jüngst wurden die Grenzwerte angehoben.  Der Sportplatz Aachener Straße liegt in einem Innenhof zwischen Wohnhäusern in Dresden-Trachau. Entsprechend hoch ist bei den sonntäglichen Heimspielen der Fußballer von Motor Trachenberge auch der Lärmpegel. Das stand bislang einer Sanierung im Wege, doch jüngst wurden die Grenzwerte angehoben.  © Stefan Schramm
Der Sportplatz Aachener Straße liegt in einem Innenhof zwischen Wohnhäusern in Dresden-Trachau. Entsprechend hoch ist bei den sonntäglichen Heimspielen der Fußballer von Motor Trachenberge auch der Lärmpegel. Das stand bislang einer Sanierung im Wege, doch jüngst wurden die Grenzwerte angehoben. 

Auf Dresdens Sportplätzen darf es lauter werden

Novelle der Lärmverordnung wirkt sich auch auf Sanierungs- und Neubaupläne in der Landeshauptstadt aus

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Dresden. Wenn auf dem Sportplatz Aachener Straße sonntags um 9 Uhr der Schiedsrichter das erste Fußballspiel des Tages anpfeift, geht es laut zu auf der Rasenfläche, die mitten im Innenhof eines Trachauer Wohngebiets liegt. Eigentlich zu laut, doch vor allem aufgrund ihres Bestandsschutzes – den Platz gibt es seit den 1930er Jahren und damit genau so lange wie die umgebende Bebauung – darf dort weiter gespielt werden. Allerdings ist die dringend nötige Sanierung der Anlage dadurch bislang nicht möglich, weil beispielsweise beim Einbau eines Kunstrasens an Ort und Stelle der Bestandsschutz wegfiele. Dann wäre heutiges Recht bindend.

Als problematisch erweisen sich dabei insbesondere die Vorgaben der Sportanlagenlärmschutzverordnung. Doch jetzt wurden neue, per Bundestagsbeschluss angehobene Grenzwerte für Lärm, zum Beispiel verursacht durch Spieler, Fangesänge oder Autos der Sportplatznutzer, rechtskräftig. Im Klartext: Wird jetzt eine Sportanlage um- oder neugebaut, müssen die betroffenen Anwohner einen höheren Schallpegel als bisher akzeptieren. „Die Richtwerte für die abendlichen Ruhezeiten sowie zusätzlich für die Ruhezeiten an Sonn- und Feiertagen von 13 bis 15 Uhr wurden um fünf Dezibel erhöht. Das macht ganz schön was aus“, erklärt Torsten Schulze, sportpolitischer Sprecher der Grünen-Stadtratsfraktion.

Ziel ist die Vereinfachung des Genehmigungsverfahrens

Ziel der Änderung ist also, dass Sportanlagen in der Nähe von Wohnungen einfacher genehmigt werden können, was die Planung sehr erleichtert. Für derzeit in Dresden geplante Investitionsvorhaben in Sportanlagen, die die Stadtverwaltung wegen der alten Lärmgrenzwerte und Nutzungszeiten in Nachbarschaft zu Wohngebieten als nicht genehmigungsfähig eingestuft hatte, erhofft sich Schulze nun eine Neubewertung. „Vielleicht gibt es nun für das eine oder andere Projekt doch noch eine Genehmigung“, hofft der Grünen-Stadtrat. Denn nun sei die Chance höher, dass auch während der Mittagsruhe ein Spiel- oder Trainingsbetrieb stattfinden kann. Seit ihrem Inkrafttreten am 8.  September fließe die Novelle ohnehin in die Sportstättenplanung ein, habe ihm die Verwaltung mitgeteilt.

„Die Verordnung stammt aus dem Jahr 1991. Es wurde höchste Zeit, dass sie an die Gegebenheiten heutiger Städte angepasst wurde. Als Fraktion begrüßen wir die Änderung“, so Torsten Schulze. Gerade in Dresden gebe es angesichts wachsender Einwohnerzahlen und des unabhängig davon gestiegenen Interesses an einer Sportvereinsmitgliedschaft eine hohe Nachfrage nach erweiterten Nutzungszeiten von Sportanlagen, argumentiert er. Nicht zuletzt könne sich der Sportstätten-Eigenbetrieb infolge der Neuerung mehr auf die Sanierung vorhandener Anlagen konzentrieren, statt sich auf der Suche nach rar werdendem Bauland in das „Haifischbecken“ zu stürzen, in dem es im Kampf um Neubauflächen für Wohnungen, Gewerbe und Schulen bereits mehr als genug Konkurrenz gebe.

Klagen lärmbetroffener Anwohner verzögern Bebauungsplan und Genehmigungsverfahren

Erst im Sommer war der Ausbau des Sportplatzes Stuttgarter Straße kurzfristig geplatzt, obwohl der Freistaat dafür schon 1,5 Millionen Euro an Fördermitteln versprochen hatte. Nur die Sanierung des vom FV Süd-West genutzten Kunstrasens wurde durchgeführt. Der geplante Neubau eines Rasenplatzes und eines Kleinfelds direkt nebenan, die auch weiteren Vereinen als Heimstätte dienen sollten, fiel dem Lärmschutz der Wohnhäuser an der nahen Coschützer Höhe zum Opfer. „Ich hoffe, dort gibt es jetzt noch mal eine Prüfung, die nachträglich doch noch zur Genehmigung führt“, sagt Schulze.

Der Fall des stark frequentierten Weinbergstadions in Radebeul zeige, wie wichtig das Thema Lärmschutz an Sportstätten ist. Seit Jahren gibt es dort Beschwerden von Anwohnern über den Schallpegel. Deren Klagen gegen Bebauungsplan und Genehmigung für die vom Radebeuler BC genutzte Anlage lähmten den Stadionbetrieb für über ein Jahrzehnt. „Leider teilte die Verwaltung nicht konkret mit, in welchen Fällen es in Dresden zur Neubewertung kommen soll“, berichtet Schulze. Nun hofft er auf Auswirkungen auf die Sportentwicklungsplanung, die derzeit fortgeschrieben wird.

Region/Dresden Kreis Dresden FV Dresden Süd-West Radebeuler BC

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