Oliver Warnke Im Sommer tauschte Oliver Warnke (am Ball) das Etelser Trikot gegen das des Oberligisten Heeslinger SC. © Björn Hake
Oliver Warnke

Auf Fußball-Entzug

Spielabsagen stoppen derzeit den Heeslinger SC, das lässt Oliver Warnke Zeit für einen Blick zurück nach Etelsen

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Ist jemand von einer Substanz abhängig, so kommt es bei Absetzen oder Dosis-Reduktion zu Entzugserscheinungen. Die Intensität der entstehenden Symptome sind je nach Substanz unterschiedlich. Oliver Warnke befindet sich derzeit in solch einem Entzug, ungewollt, denn eigentlich will er die Substanz wieder haben. Seine Symptome sind psychischer Art. Denn seine benötigte Substanz heißt Fußball. Warum er sie derzeit nicht haben kann? Weil das Wetter es nicht zulässt. Seit dieser Saison spielt Warnke, der vorher für den TSV Etelsen auflief, wieder beim Oberligisten Heeslinger SC. Und hat seit dem 22. Oktober kein Pflichtspiel mehr bestritten. Immer wieder fallen die angesetzten Partien der Heeslinger der Witterung zum Opfer, mal wegen des eigenen Geläufs, mal wegen dem ihrer Gegner.

Gänzlich hat Oliver Warnke jedoch nicht auf Fußball verzichten müssen, immerhin trainiert der HSC fleißig weiterund hat zumindest zwei Testspiele bestritten. „Da hat man gemerkt, wiesehr wir Lust auf Fußball haben. Das ist schon wie ein Entzug zurzeit“, betont Warnke. Aber Freundschaftspartien und Training sind eben nicht das Gleiche wie Pflichtspiele. Dass er und seine Mitspieler in diesem Jahr nochmals um Meisterschaftspunkte kämpfen werden, ist jedoch fraglich.

Gerade mal elf Partien haben die Heeslinger absolviert, manch andere Mannschaften, wie auch der Klassenkonkurrent TB Uphusen, haben bereits 16 Spiele auf dem Konto.
Besonders bitter: Die Grün-Schwarzen sind gut in die Saison gestartet, nahmen bis dato Rang fünf ein und hatten gerade den FC Eintracht Northeim mit 5:2 bezwungen. „Und dann bist du dazu gezwungen, mit anzuschauen, wie jeder an dir vorbeizieht, das ist bitter.“ Am schlimmsten sei es, wenn die Partien erst am Tag selbst abgesagt würden. Mittlerweile erfordert es großes Organisationstalent, sämtliche Nachholspiele des HSC in die Rückrunde einzubinden. Am Freitag soll es eine Besprechung geben, in der auch dies Thema sein soll. „Mal ein
freies Wochenende zu haben ist ja schön, aber das ist jetzt zu viel. In der Woche zu spielen ist auch nicht einfach, da wir drei Spieler haben, die in Hamburg arbeiten. Feiertage brauchen wir 2018 eh nicht privat verplanen, die dürften alle wegfallen.“

Doch wenn Oliver Warnke mal zum Fußballspielen kommt, dann erfolgreich. Nicht nur seine Mannschaft legte einen guten Saisonstart hin, auch er selbst. In allen elf Partien stand Warnke auf dem Platz, schoss zudem vier Tore und ist damit mannschaftsintern bester Schütze zusammen mit Oliver Gerken. „Mir fallen die Bälle vor die Füße, da kann ich gar nicht anders (schmunzelt). Aber das zeigt auch unser Manko, wir vergeben zu viele Chancen.“ Ansonsten sei aber alles bestens bei seinem Ex-Ex-Verein. Sein unrühmlicher Abgang 2016 – Warnke sagte beim HSC zu, heuerte dann aber doch beim Landesligisten TSV Etelsen an – sei Geschichte. „Hansi (Hans-Jürgen Bargfrede, Trainer des Oberligisten, Anm. d. Red.) hat mir das nicht übel genommen, wir haben ein gutes Verhältnis“, sagt Warnke. „Ich wurde wunderbar aufgenommen, es war, als wäre ich nur ein paar Wochen weggewesen“. Zudem habe Oliver Warnke in Heeslingen „den Spaß am Fußball wiedergefunden“. Warum er den zuvor nicht mehr hatte, sei seinen vielen Verletzungen geschuldet gewesen. Nun sei er beschwerdefrei.Zum TSV Etelsen habe er selbstverständlich noch immer guten und engen Kontakt, immerhin sei es seine Heimat. Doch was er derzeit beim Blick auf seine ehemaligen Mitstreiter sieht, sei nicht schön anzusehen. Die Schlossparkkicker bilden mit mageren sechs Punkten das Schlusslicht der Landesliga Lüneburg und weisen bereits neun Punkte Abstand auf das rettende Ufer auf. „Aber Etelsen hat schon zwei Abstiege verhindert, die unmöglich waren. Ich hoffe, die Jungs ziehen die Karre auch diesmal wieder aus dem Dreck, auch, wenn es sehr schwer wird.“ Dem TSV wünscht er für die nächste Saison weiterhin die Landesliga.

Wo er selbst in der Spielzeit 2018/2019 auf dem Feld anzutreffen ist, dass weiß der 24-Jährige noch nicht. „Ich hoffe, der Verein wird mit mir verlängern. Aber Heeslingen ist auch eine
Grenzfahrt, zudem muss ich schauen, wie es beruflich für mich weitergeht, da nächstes Jahr mein Praxis-Semester ansteht und ich noch nicht weiß, wo ich dann sein werde.“ Hauptsache er kann überhaupt Fußball spielen und bekommt nicht wieder diese Entzugserscheinungen.

Region/Bremen Bezirk Lüneburg Oberliga Niedersachsen (Herren) Heeslinger SC (Herren) TSV Etelsen (Herren)

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