11. Februar 2019 / 12:47 Uhr

Aufbau Waldheim: Harte Zeiten an der Zschopau

Aufbau Waldheim: Harte Zeiten an der Zschopau

Henry Lickfeldt
Im September 2018 trafen Lok Döbeln und Aufbau Waldheim (grün) in der Kreisliga A (Staffel Ost) aufeinander.
Im September 2018 trafen Lok Döbeln und Aufbau Waldheim (grün) in der Kreisliga A (Staffel Ost) aufeinander. © Gerhard Dörner
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Eine Einschätzung der bisherigen Bilanz von Aufbau Waldheim in der Kreisliga A (Staffel Ost).

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waldheim. Die Waldheimer Fußballer kämpfen in der Kreisliga A (Staffel Ost) in dieser Saison um den Klassenerhalt. Es ist dem Engagement von Trainer Steffen Kaiser sowie den Sportfreunden Daniel Helbig, Erik Erichson, Tobias Busch und Andreas Kügler zu verdanken, dass der Spielbetrieb beim SV Aufbau Waldheim aufrecht erhalten werden konnte. Sie stellen sich unter anderem als Co-Trainer, Mannschaftsleiter, Ersatzspieler, Ersatztorwart oder Mannschaftsverantwortlicher in den Dienst der Zschopaustädter Truppe.

Es wird aller Voraussicht ein Zittern bis zum Ende der Saison, wenn man sich die aktuelle Situation genauer ansieht. Nach der letzten Waldheimer 0:5-Schlappe in Hohnstädt stehen zur Winterpause [nach 14 absolvierten Punktspielen in der Tabelle 20:37 Tore und gerade mal zwölf Zähler auf dem Konto](nach 14 absolvierten Punktspielen in der Tabelle 20:37 Tore und gerade mal zwölf Zähler auf dem Konto). Das Zittern um den Klassenverbleib hat längst begonnen. Schlechter stehen in der Tabelle nur noch Thallwitz-Nischwitz und Dürrweitzschen da.

DURCHKLICKEN: Die Bilder von einem Testspiel der Waldheimer (grün) bei Concordia Schenkenberg vor der Saison

SV Concordia Schenkenberg - SV Aufbau Waldheim 9:1 Zur Galerie
SV Concordia Schenkenberg - SV Aufbau Waldheim 9:1 © Alexander Prautzsch
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Trainer Steffen Kaiser setzte im bisherigen Saisonverlauf 27 Akteure für Aufbau Waldheim ein. Aufgrund von Verletzungen, dienstlichen Hindernissen wie Montage, Wochenarbeit im öffentlichen Dienst, Krankheit und Urlaub konnte der Trainer nur selten seine gewünschte Formation aufbieten. Ausgeschieden sind Enrico Beer und Nils Vandereike. Spieler aus der aufgelösten zweiten Herrenmannschaft der Richzenhainer wie Matthias Striegler und Eugen Laub sowie aus der Altherren-Truppe (Stephan Büchel, Nils Pausch, Michael Wende und Tobias Busch) sprangen in die Bresche. Es gab bislang nur drei Saisonsiege zu feiern: 2:0 gegen den Hohnstädter SV, 3:2 gegen FSV Dürrweitzschen und 5:1 gegen ATSV Wurzen II.

Der Joker aus Bengasi ist schnell

Die sportliche Lage bei Aufbau Waldheim ist kritisch, auch weil es derzeit an Nachwuchsspielern fehlt. Von den vier Neuzugängen schlugen am besten Keeper Marco Kretschmer (28) aus Hartha und Rico Bebersdorf (28) aus Döbeln ein. Marco Kretschmer wurde Stammtorwart und stand in zehn Spielen und 900 Spielminuten ohne Wechsel auf dem Platz. In den anderen fünf Punktspielen wurde notgedrungen ein Ersatztorwart wie Erik Erichson oder Florian Heinert (29) eingesetzt. Torjäger Rico Bebersdorf erzielte als bester Vollstrecker sieben Tore in seinen neun Einsätzen. Seine Sternstunde schlug am 10. Spieltag beim höchsten Aufbau-Saisonsieg, dem 5:1 gegen ATSV Wurzen II, mit einem Dreierpack.

Dann folgen Routinier Sven Vandereike (35) mit sechs Toren und der Libyer Mohammad Al Abidi (29) mit fünf Toren. Immerhin besitzt der Joker aus Bengasi eine enorme Antrittsschnelligkeit mit Torgefahr. Die Zugänge Tom Wolf (18) aus dem eigenen Nachwuchs mit nur einem Spieleinsatz wie auch Benjamin Klinger sowie Kenny Hentschel und Nick Wermuth mit nur zwei Einsätzen kamen sporadisch zum Einsatz.

Wenn die Waldheimer Zuschauer heutzutage zu den Heimspielen der Richzenhainer auf den Sportplatz an der Hauptstraße kommen, werden Wehmut und Erinnerungen wach. Was waren das für schöne Waldheimer Fußballzeiten, als toller höherklassiger Offensivfußball zu genießen war. Von 2013/2014 bis 2016/2017 kickten die Waldheimer vier Spieljahre erfolgreich in der Kreisoberliga auf den Plätzen 10, 7, 7 und 11. Klangvolle Namen wie Manuel Natzschka, Sebastian Heyna, Willy Kreher, Martin Leimner, Sven Seydel, Lutz Schneider, Kristian Eick, Nick Wermuth, Christoph Claus, Nils Vandereike und Stephan Leimner zauberten auf dem Platz und ließen die Herzen der Fans höher schlagen. Doch dann kam am 17. Juni 2017 der freiwillige Rückzug aus der Kreisoberliga und es hagelte Spielerabgänge. Manuel Natzschka verdrehte sich das Knie und musste aufhören. Die Brüder Leimner beendeten aus Altersgründen ihre Karriere. Christoph Claus wechselte nach Hartha.

Mit dem 2:0 gegen Hohnstädt nach Toren von Michael Wolf und Sven Vandereike hatte Aufbau Waldheim einen guten Start. Auffällig waren aber grobe Abwehrlücken, die zu deftigen Niederlagen führten. So gab es mit dem 0:4 bei Lok Döbeln, 0:3 zuhause gegen Absteiger Falkenhainer SV und 1:5 in Gleisberg drei Pleiten in Folge und man handelte sich ein schlechtes Torverhältnis ein. Kein Akteur kam auf die vollen vierzehn Einsätze. Mit jeweils zwölf Spieleinsätzen sind die drei Akteure Sven Vandereike (35) mit seiner Rückennummer 17, Joker Mohammad Al Abidi (29) mit seiner neuen Nummer 20 und Mittelfeldspieler Sven Kretschmar (31) die aktivsten Spieler.

Sven Vandereike stand 1070 Minuten auf dem Platz. Stürmer Al Abidi wurde gleich neunmal eingewechselt und Sven Kretzschmar brachte es auf eine Einsatzzeit von 1021 Spielminuten. Dann folgen die Stammspieler Michael Wolf, Oliver Hochmuth, Tony Walther (31) trotz Verletzungssorgen (deshalb sechs Wechseln) und Nils Pausch mit jeweils elf Einsätzen. Neuer Kapitän ist Michael Wolf (31), der mit seiner Rückennummer vier in elf Einsätzen überzeugte.

Auch Hochmuth ist schnell wie der Pfeil

Große fußballerische Fähigkeiten besitzt der erst 18-jährige Regisseur und pfeilschnelle Oliver Hochmuth mit der Nummer 12, der sich zum Spielgestalter von Aufbau Waldheim in vollen elf Punktpartien (900) mauserte. Mit 43 Jahren ist Nils Pausch der älteste Stammakteur. Torwart Marco Kretschmer (28) kam auf zehn Einsätze. Weitere Stammspieler mit jeweils neun Einsätzen sind Rico Bebersdorf, Michael Wende, Tobias Busch und Matthias Striegler. Freistoßspezialist Martin Hahnefeld und Nachwuchsspieler Barry Thierns (19) aus Eritrea können auf sieben Spieleinsätze verweisen. Rocco Kundt, Robert Stemberg, Erik Erichson und Jan Keidel absolvierten jeweils fünf Einsätze sowie Markus Wehner vier Spiele.

Mit einem 3:2 gegen den FSV Dürrweitzschen im hektischen Kellerduell mit zehn Verwarnungen und einer Matchstrafe gelang der zweite Dreier nach Treffern von Martin Hahnefeld, Jan Keidel und Sven Vandereike. In den folgenden drei Spielen hatte man gute Tormöglichkeiten und trotzdem fehlten die Punkte.

Weitere Bilanzen aus der Kreisliga A (Staffel Ost)

Außerdem lagen die Nerven bei Aufbau Waldheim blank wegen den vergebenen Torchancen. Trotz eines Dreierpacks von Rico Bebersdorf unterlag Aufbau unglücklich mit 3:4 Toren bei Grün-Weiß Großbothen. Pech hatte man auch beim unnötigen 1:2 in Hohburg nach Chancen- und Spielvorteilen. Wieder große Hektik gab es am 8. Spieltag beim 1:2 im Derby gegen die SG Zschaitz/Ostrau II mit acht Verwarnungen. Mit dem torlosen Unentschieden am 9. Spieltag in Hochweitzschen und dem klaren 5:1 gegen Wurzen II am 10. Spieltag fand Aufbau dann vorerst zurück in die Spur.

Fazit: Nach den letzten zwei 0:5-Pleiten in Zschadraß und Hohnstädt ist die Tabellenlage kritisch. Es stehen in der Rückrunde noch zwölf schwere Punktspiele an. Man steht mit nur 12 Punkten gerade so über den Strich – nun sind Kampfgeist, Zusammenhalt und jeder Spieler gefragt, um am Saisonende das rettende Ufer zu erreichen.

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