schindler hornung 3 Kingsley Schindler lässt sich für seinen Treffer feiern. © Sven Hornung
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Aufstieg naht: Holstein Kiel bezwingt Hansa Rostock

Wahnsinn, anschnallen, die Störche heben ab!

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Fußball-Drittligist Holstein Kiel benötigt nach dem verdienten, aber am Ende von großem Nervenkitzel begleiteten 2:1 (2:0)-Heimsieg gegen Hansa Rostock noch einen „Dreier“ aus zwei Partien zum Aufstieg in die Zweite Liga. Der 36 Jahre währende Traum könnte schon am kommenden Sonnabend in Erfüllung gehen, wenn die KSV ab 13.30 Uhr in Großaspach zu Gast ist.

Festtags-Atmosphäre an der Förde: Schon beim Warmmachen wurden die Störche vom eigenen Anhang frenetisch begrüßt. Auf der Tribüne auch die politischen Hauptdarsteller der Landtagswahl am Sonntag: Torsten Albig (SPD) und Daniel Günther (CDU). Ausverkauftes Haus (9912 Zuschauer), optimales Fußball-Wetter – der Rahmen passte zum vor Spannung kribbelnen Anlass.

Und die Blau-Weiß-Roten bedienten von Beginn an die fußballerischen Gelüste der Nordlichter auf der Tribüne. Dominic Peitz bediente präzise Marvin Ducksch, der Matthias Henn im Hansa-Strafraum einen Knoten in die Beine dribbelte. Ein Foul, ein Pfiff, Elfmeter nach 1.46 Minuten. Kingsley Schindler nahm sich den Ball und knallte ihn eiskalt und erbarmungslos zum 1:0 in die Maschen des Gäste-Gehäuses (3.).

Der Jubel-Orkan ebbte in der Folge ein wenig ab. Hansa, seit dem 1:1 von Werder II gegen Halle in Sachen Klassenerhalt endgültig gesichert, arbeitete sich auf Augenhöhe mit den Störchen, erwies sich aber in der Offensive als zu limitiert. Und offenbarte zum Leidwesen der 2000 Schlachtenbummler deutliche Schwächen im defensiven Umschaltspiel. Ein
Ducksch-Volley (27.) verfehlte noch das Ziel. Einen Konter der Extraklasse schloss Störche-Flügel Steven Lewerenz (34.) mit einem Strahl an den Pfosten ab, den Nachschuss von Ducksch parierteHansa-Keeper Marcel Schuhen in großem Stil.

Drei Minuten später indes war auch er machtlos. Über die Stationen Dominick Drexler und Lewerenz landete die Kugel bei dem mitgesprinteten Schindler. Der nahm Maß und feuerte die Kugel aus 16 Metern mit gefühlten 200 km/h ab. Von der Unterkante der Latte flog der in dieser Szene bemitleidenswerte Ball ins Netz – das 2:0 (37.), die Vorentscheidung.

Hier finden Sie Fotos vom Match Holstein Kiel gegen FC Hansa Rostock.

Eine verdiente Führung für die Störche, die im Stile eines echten Spitzenteams das Tempo variiert und den Gegner hier und da zum Mitspielen eingeladen hatten, um dann Sekunden später mit blitzschnellen Gegenstößen erbarmungslos zuzuschlagen. Auch in Durchgang zwei ging’s zunächst im gleichen Takt weiter. Drexler (47.), Ducksch (53.) und Patrick Herrmann (55.) hatten nach teils brillanten Ballstafetten das 3:0 auf dem Fuß.

Rostock wirkte angeschlagen – und kam doch noch einmal zurück. Nach der ersten Ecke der Gäste drosch Marcel Ziemer (62.) den Ball zum Anschlusstreffer ins Netz. Und leitete
damit das große Zittern in Kieler Reihen ein. Die Smartphones auf den Rängen liefen heiß. Magdeburg kassierte im Fernduell zu Hause das 1:1 gegen den FSV Frankfurt, Liga-Primus Duisburg schaffte den späten Ausgleich gegen Lotte. Und Rostock hatte in der dritten Minute der Nachspielzeit noch einen Freistoß aus 20 Metern. Atemlose Spannung. Doch Ronny
Garbuschewski verfehlte das Ziel. Der Rest war grenzenloser Kieler Jubel und ein Felsbrock der Erleichterung.

KSV-Cheftrainer Markus Anfang freute sich nach Abpfiff über die gute Leistung seiner Mannschaft und das tolle Tor seines Doppelpackers Schindler, relativierte aber: „Ich hätte mich auch gefreut, wenn wir die einfachen Chancen genutzt hätten. Denn wir mussten vor dem 1:2 das dritte Tor machen.“ Sprach’s und tat sich schwer, schon nach Großaspach zu blicken: „Jetzt lasst uns erste einmal dieses Spiel verdauen. Wir haben dieses Konstellation selbst geschaffen. Das Glück ist, es ist noch nichts entschieden. Du musst die Spiel durchbringen, das können wir beeinflussen, das haben wir selbst in der Hand.“

Zwei Fakten indes zeichneten auch dem 42-Jährigen ein entspanntes Lächeln ins Gesicht: Erstmals in dieser Saison war den Störchen der dritte Punktspielsieg in Folge gelungen. Gleichzeitig schließen die Kieler das Spieljahr minimal als Vierter ab und sind damit automatisch für den DFB-Pokal qualifiziert. Das allerdings entspricht nicht einmal einem Bruchteil dessen, was jetzt mit zwei Matchbällen auf dem Fuß an Erfolg möglich ist.

Stimmen zum Spiel #KSVFCH

Holstein Kiel – Hansa Rostock 2:1 (2:0)

Holstein Kiel:
Kronholm – Herrmann, Schmidt, Czichos, Lenz – Peitz – Schindler, Bieler (90.+1 Siedschlag), Drexler (74. Hoheneder), Lewerenz – Ducksch (84. Janzer).

Hansa Rostock:
Schuhen – Ahlschwede, Henn, Nadeau, Dorda (79. Garbuschewski) – Erdmann – Andrist (59. Holthaus), Gardawski, Jänicke, Gebhardt – Ziemer (74. Benyamina).

Schiedsrichter:
Marco Fritz (Korb) – Tore: 1:0 Schindler (3./Foulelfmeter), 2:0 Schindler (37.), 2:1 Ziemer (62.) – Zuschauer: 9912 (ausverkauft) – Gelbe Karten: Lenz, Herrmann/Nadeau, Gardawski.

Pressekonferenz #KSVFCH

Um die vom Deutschen Fußball-Bund als Risikospiel eingestufte Partie hatte die Polizei mit einem Großaufgebot versucht, die Fanlager strikt zu trennen. "Der Einsatzverlauf hat leider erneut bewiesen, dass die Polizei bei Risikospielen mit erheblichem Kräfteeinsatz vor Ort sein muss", so Einsatzleiter Frank Matthiesen von der Polizei Kiel abschließend. Grund zur Aufregung gab es insgesamt wenig.

Shuttle-Busse brachten im Zug anreisende Rostocker ab 9.15 Uhr vom Hauptbahnhof direkt vor den Gäste-Eingang. An einem Bus wurden Scheiben beschädigt. Für einige Unsicherheit sorgten mehrere Rostocker Fans, die den Zug nach Kiel wohl bereits in Schwentinental verlassen hatten. Nach dem Spiel berichtete die Landespolizei von einem Raub von Fanutensilien und einer Körperverletzung. Nach den Tätern suchte die Polizei sogar mit einem Hubschrauber aus der Luft. Ein Tatverdächtiger wurde später am Stadion vorläufig festgenommen. Die Ermittlungen dauern an.

Vor dem Stadion setzten die Beamten kurzfristig einen Wasserwerfer ein, da Rostocker Fans laut Polizeiangaben ins Stadion stürmen wollten. Sanitäter mussten daraufhin 14 Personen behandeln. Während der zweiten Halbzeit brannte dann plötzlich der Toilettencontainer im Gästebereich, den die Feuerwehr löschen musste. Die Polizei prüft außerdem, ob ein Zusammenhang mit einem gleichzeitigen Brand einer Gartenlaube in der Nähe besteht. Vor der Abreise nahm die Polizei vier Tatverdächtige fest, die einem Holstein-Fan den Schal gestohlen hatten. Über den Hauptbahnhof verlief die Abreise der Rostocker Fans entspannt. "Der Einsatz ist aus meiner Sicht ruhig verlaufen. Unseren Erfahrungen nach ist ein solches Stärkeaufgebot aber durchaus notwendig, weil es sonst gerne ausgenutzt wird", zog Matthias Menge für die Bundespolizei ein Fazit. Insgesamt waren mehrere Hundert Einsatzkräfte in Kiel. Die Bundespolizei selbst stellte 300.

Mit wcz

Region/Kiel Holstein Kiel (Herren) 3. Liga Deutschland 3.Liga (Herren) Kingsley Schindler (Holstein Kiel)

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