Steffen Burdorf Steffen Burdorf. © Frei
Steffen Burdorf

Aumunds Steffen Burdorf über den Spielabbruch

Meine Woche: Der 28-Jährige berichtet über eine Woche aus seinem Leben

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Steffen Burdorf (28) spielt seit 24 Jahren Fußball beim SV Eintracht Aumund. Er arbeitet seit seiner Ausbildung als Konstruktionsmechaniker bei CHS-Spezial-Container in Oslebshausen. Mit seiner Freundin Melanie Grunwald erwartet Burdorf Ende November sein erstes Kind. Nun berichtet der 28-Jährige über eine Woche aus seinem Leben und hat mit dem Spielabbruch der Partie gegen Werder Bremen IV sogar ein negatives Highlight dabei.

Mittwoch, 8. September: Ich muss aufgrund einer Montage bereits um 3.30 Uhr aufstehen. In Arsten sammel ich meinen Kollegen Michael Rißmann ein. Nachdem wir uns an der Tankstelle mit Kaffee und ein paar belegten Brötchen verpflegt haben, fahren wir gemeinsam etwa 600 Kilometer ins saarländische Merzig. Nach knapp sieben Stunden Fahrt kommen wir heile auf der Baustelle an. Uns ist schnell klar, dass wir heute nicht alles schaffen werden. Wir fangen aber sofort an, die vom Kunden beschädigten ­Teile auszubauen und auszutauschen. Nach Feier­abend geht es ab ins Hotel. Nach einer Dusche begeben wir uns ins hoteleigene Restaurant. Bei leckerem Essen und einem Bierchen lassen wir den Abend ruhig ausklingen und besprechen den nächsten Tag.

Donnerstag, 7. September: Der Plan ist, auf der Baustelle so schnell wie möglich fertig zu werden, damit ich abends noch zum Training kann. Es läuft auch ziemlich gut. Um 12.30 Uhr machen wir uns auf den Heimweg. Im Radio bekomme ich dann mit, was der Hurrikan „Irma“ in der Karibik angerichtet hat. Es ist schon krass, wozu die Natur so im Stande ist. Ich erlebe es im positiven Sinne ja gerade zu Hause selber. ­Meine Freundin Melanie Grunwald und ich erwarten unser erstes Kind. Es wird ein Junge. Wir können es kaum noch erwarten. Nach acht Stunden Fahrt bin ich genervt von den unzähligen Baustellen, von einigen Kilometern Stau und ärgere mich über das ver­passte Training. Zum Glück muntert mich meine Freundin mit einer guten Nachricht auf: Unser Kinderwagen ist eingetroffen.

Freitag, 8. September: Freitags habe ich zum Glück nur einen kurzen Arbeitstag bis 13 Uhr. Doch mein guter Freund und Fußballkollege Dennis Hutengs und seine „Trine“ haben sich in Rekum ein Haus gekauft. Dort wartet jede Menge Arbeit auf mich. Man hilft bekanntlich, wo man kann. Andre Hensel und ich haben uns bereiterklärt, in sämtlichen Räumen das Laminat zu verlegen. Da wir am vergangenen Wochenende leider nicht fertig geworden sind, geht es heute weiter. Zu Hause kümmere ich mich mit meiner Freundin um den Kinderwagen. Wir ­packen ihn aus, bauen ihn zusammen und probieren aus, ob der Kinderwagen überhaupt in den Kofferraum unseres Dacia Sandero passt. Natürlich laufen wir auch ein paar Schritte zur Probe. Im Kinderzimmer gibt es auch noch viele Kleinigkeiten, die gemacht werden müssen. Am Abend hätte ich mir sehr gerne das Spiel des Hamburger SV gegen Rasenballsport Leipzig angeschaut. Leider hat Sky aber nicht mehr die Rechte für alle Bundesligaspiele. Dies finde ich ziemlich schade. „Melli“ und ich machen es uns trotzdem auf der Couch bequem und schauen über Sky den achten Teil der Filmreihe „The Fast&Furious“.

Sonnabend, 9. September: Morgens sind „Melli“ und ich bei Celina, Marcus und deren Tochter Nala Müller zum Frühstücken eingeladen. Marcus und Celina sind langjährige Freunde von mir. Ich bin Marcus‘ Trauzeuge. Leider trennten sich nach fast 16 gemeinsamen Jahren beim SV Eintracht Aumund im vergangenen Jahr unsere Wege. Mittags wollte ich eigentlich raus und irgendwo Fußball gucken. Aber bei dem schlechten Wetter bleibe ich lieber auf der Couch und schaue mir die Bundesliga-Konferenz bei Sky an. Der Abend steht in meinem Elternhaus dann ganz im Zeichen der Urlaubsplanung. Für den Sommer 2018 ist ein großer Urlaub mit der Familie und Freunden meiner Eltern geplant. Ziel ist der Campingplatz Capalonga im italienischen­ Bibi­one. Meine Eltern fahren seit 17 Jahren ununterbrochen dorthin.

Sonntag, 10. September: Leider kann ich das Werder-Spiel nicht gucken, da wir selber um 15 Uhr in der Kreisliga A die vierte Vertretung der Grün-Weißen in Aumund zu Gast haben. Zu Spielen meines Lieblingsvereins Werder Bremen haben wir ein familiäres Ritual eingeführt: Wenn möglich, ­gucken wir als Familie bei meinen Eltern. Da wir leider keinen Platzwart haben, treffen wir uns bereits drei Stunden vor Anpfiff mit einigen Jungs zum Kreiden. Nach einer kurzen und sehr intensiven Ansage unseres Trainers Sascha Adler geht es in die ­Kabine. Dort bin ich für die Musik zuständig. Meistens heizen wir uns mit Schlagern und ­Party-Musik für das Spiel ein. Leider erscheint der angesetzte Schiedsrichter nicht. Ein Spieler unseres Vereins, Sebastian Wojciechowski, erklärt sich dazu bereit, das Spiel zu leiten. Wir erzielen früh das verdiente 1:0. Dann drängt Werder IV auf den Ausgleich. Unser Kapitän Mike Cook weiß sich bei einem Konter nur noch mit einem taktischen Foul zu helfen und zerrt am Trikot eines Werderaners. Der Spieler kommt etwas ins Straucheln und schlägt dabei Cook mit dem Arm ins Gesicht. Der Schiedsrichter entscheidet auf Gelb für Cook und auf Rot für den Werder-Akteur. Mit der für mich angemessenen Entscheidung sind die Werderaner nicht zufrieden und bedrängen ­lange Zeit den Schiedsrichter. Der entscheidet sich, die Partie in der 75. Minute beim Stande von 1:0 abzubrechen. Beim obligatorischen „Stiefel“-Getränk nach dem Spiel will irgendwie keine Partystimmung aufkommen.

Montag, 11. September: Mit etwas schweren Beinen mache ich mich auf den Weg zur Arbeit. Da sich dort auch ein paar Kollegen für Fußball interessieren, ist die Nachfrage zu den Ereignissen gestern natürlich groß. Ich arbeite zurzeit an einem spannenden Projekt. Drei 20-Fuß-Container werden später zusammengestellt und dienen dann als eine vorübergehende Wache in einer ­Kaserne bei München. Nach der Arbeit entscheiden Melli und ich uns spontan, unseren Lieblingsgriechen „Akropolis“ in der Lindenstraße aufzusuchen. Dort mag ich vor allem das familiäre und herzhafte Miteinander und natürlich das super Essen.

Dienstag, 12. September: Nach der Arbeit packe ich meine Fußballtasche für das abendliche Training. Danach setze ich mich aufs Fahrrad und besuche meinen besten Freund Markus Murken, seine Frau Lisa und Marlon, der mein Patenkind ist. Auch wir sprechen bei einem Kaffee nochmals über das Spiel vom Wochenende. Da Markus leider nicht am Training teilnehmen kann, mache ich mich alleine auf den Weg zum Vereinsheim. Nach einer kleinen Besprechung geht es auf den Kunstrasenplatz.

Region/Bremen Bezirk Bremen SV Eintracht Aumund (Herren) 1.Kreisliga (A) Kreis Bremen-Stadt Kreisliga A (Herren)

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