05. Juni 2018 / 17:51 Uhr

Aus in der Eishockey-Oberliga für EHC Timmendorfer Strand

Aus in der Eishockey-Oberliga für EHC Timmendorfer Strand

Redaktion Sportbuzzer
Beim EHCT geht es drunter und drüber – bis zu einem geregelten Neustart ist es für den Eishockey-Klub von der Ostsee noch ein weiter Weg.
Beim EHCT geht es drunter und drüber – bis zu einem geregelten Neustart ist es für den Eishockey-Klub von der Ostsee noch ein weiter Weg. © FELIX KÖNIG/54°
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Finanzielle Probleme der Ostholsteiner sind zu groß. Klub will Neustart in der Regionalliga Nord. Jugendwart forciert indes Wechsel des Nachwuchses zum NTSV Strand 08.

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Knapp zwei Wochen nach dem Rücktritt des Vereinsvorsitzenden Dennis Sauerbrei sind seine Nachfolger noch dabei herauszufinden, wie groß die finanzielle Schieflage bei EHC Timmendorf 06 tatsächlich ist. Klar ist jetzt aber: Der Eishockey-Klub von der Ostsee meldet nicht mehr für die Oberliga, will einen Neustart in der Regionalliga versuchen.

„Die Kosten in der Oberliga waren einfach zu hoch. Das ist einfach nicht mehr machbar. Wir haben nur noch für die Regionalliga gemeldet, die in der kommenden Saison mit zehn Mannschaften sportlich deutlich attraktiver ist als in den letzten Jahren“, bestätigt Florian Bolus, der 2. Vorsitzende des EHCT. „Ziel muss es sein, den Klub in der Regionalliga mit möglichst vielen Spielern aus der Region und einem deutlich geringeren Etat wieder auf solide Beine zu stellen.“
 Keine leichte Aufgabe, denn noch immer sind Bolus, Schatzmeisterin Claudia Jacob und einige Helfer dabei, sich durch Berge von Unterlagen zu arbeiten, um das ganze Ausmaß der Verbindlichkeiten herauszufinden. Denn auch eine Insolvenz als „worst case“ ist noch nicht endgültig vom Tisch. „Aber wir sind auf einem guten Weg, führen inzwischen auch schon Gespräche mit Gläubigern“, sagt Bolus.

Das finanzielle Überleben des Vereins ist aber nur die eine Seite der Medaille, die andere ist es, mit wenig Budget eine konkurrenzfähige Regionalliga-Mannschaft auf die Beine zu stellen. Immerhin können sich die Beach Boys dabei auf die Unterstützung von Kapitän Patrick Saggau verlassen. „Natürlich helfe ich, soweit es möglich ist. Es wird allerdings schwierig werden, eine schlagkräftige Truppe zusammenzubekommen. Denn die Zahl der ortsansässigen Stammkräfte ist in den vergangenen Jahren doch immer kleiner geworden. Ich werde mich in den kommenden Tagen aber mit allen potenziellen Kandidaten unterhalten, um die grundsätzliche Bereitschaft der Alt-Timmendorfer für einen Neustart in der Regionalliga abzuklopfen“, erklärt Saggau.

Zu diesen Kandidaten gehören neben dem halben Dutzend aus dem Kader der vergangenen Saison sicher auch Spieler wie Tjalf Caesar, Dennis Overbeck (inzwischen in der 1b) oder Jesper Delfs und Moritz Meyer, die ihre Karriere eigentlich längst beendet haben. Doch auch der 35-Jährige weiß, dass erst einmal schnell alle Fakten auf den Tisch müssen. „Die Crew um unseren Vorstand ist da schon weit gekommen. Aber erst wenn man alle Zahlen kennt, kann man sich ernsthaft über die sportliche Seite mit Kader und Etat Gedanken machen.“

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Eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Rettung der Beach Boys ist dabei eigentlich, dass alle Verantwortlichen an einem Strang ziehen. Doch das ist im Moment offenbar nicht der Fall, stattdessen gibt es Störfeuer. So hat EHCT-Jugendwart André Weiss auf einem Elternabend Pläne vorgestellt, mit dem Nachwuchs zum NTSV Strand 08 zu wechseln. Dort müssten die Eltern nach den derzeitigen Plänen allerdings 300 Euro Jahresbeitrag pro Kind zahlen (so hoch ist beim EHTC aktuell der Familienbeitrag) – und falls sich nicht alle der 60 Kinder und Jugendlichen dem NTSV anschließen, würde sich der Einzelbeitrag weiter erhöhen. Zudem will der Vorstand von Strand 08 erst morgen darüber beraten, ob man wirklich eine Eishockey-Sparte ins Leben rufen will.

„Es wäre sehr schade, wenn die Kinder abwandern würden. Wir wollen sie gern im Verein halten und ihnen eine sportliche Perspektive bilden. Dafür sollen auch die Alt-Timmendorfer mehr eingebunden werden“, sagt EHCT-Nachwuchskoordinator Marc Vorderbrüggen, der im vergangenen Jahr viel neuen Schwung in die lange stiefmütterlich behandelte Jugendarbeit gebracht hat. Noch gibt es in Timmendorf also viel mehr Fragen als Antworten – und daran wird sich schnell etwas ändern müssen, damit es in Zukunft überhaupt noch Eishockey an der Ostsee gibt... wrono

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