Beim VfB Lübeck fallen die Spiele inzwischen in Serie aus. Für Trainer Rolf Martin Landerl und seine Mannschaft wird es langsam richtig eng. Beim VfB Lübeck fallen die Spiele inzwischen in Serie aus. Für Trainer Rolf Martin Landerl und seine Mannschaft wird es langsam richtig eng. © 54°/SPORTBUZZER-Archiv
Beim VfB Lübeck fallen die Spiele inzwischen in Serie aus. Für Trainer Rolf Martin Landerl und seine Mannschaft wird es langsam richtig eng.

Ausfall-Irrsinn in der Regionalliga Nord - Spielleiter: "Wir sind am Arsch!"

Der VfB Lübeck ist nach 14 Spielausfällen in der Regionalliga arg gebeutelt - und hat ein richtiges Brett vor sich. Die Grün-Weißen haben sechs Spiele weniger absolviert als einige Konkurrenten im Kampf um den Aufstieg und müssen fortan alle drei Tage spielen. Ist das schon Wettbewerbsverzerrung? Report aus einer erschöpften Liga.

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Diese Saison ist der schlimmste Albtraum eines jeden Fußballers: In der Regionalliga Nord fällt Spiel um Spiel aus, allein am letzten Wochenende konnte der Ball auf sechs Plätzen nicht rollen. Die Tabelle ist bis zur Unkenntlichkeit entstellt, die Nerven der Beteiligten sind zum Zerreißen gespannt. Jede weitere Absage könnte dem Wettbewerb den Garaus machen. Und mittendrin steht der VfB Lübeck und hält einen traurigen Rekord: Das Spiel am Wochenende beim SC Weiche Flensburg war der 14. Ausfall der laufenden Saison.

VfB Lübeck setzt traurigen Minusrekord

Die Saison 2017/18 ist von Grund auf verkorkst. Blickt man auf die Tabelle, ahnt man, warum. Nach dem 27. von 34 Spieltagen hat der VfL Wolfsburg II 23 Spiele absolviert - die meisten. Andere Vereine, darunter der VfB Oldenburg und der TSV Havelse ("Der Platz ist wie Pudding"), dümpeln bei 18 gespielten Partien rum. Ganz arg hat es den VfB Lübeck erwischt. Ganze 17 Spiele konnte der Aufstiegskandidat von Trainer Rolf Martin Landerl bislang absolvieren. Minusrekord.

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„Ich bin mal sehr gespannt, wie der Verband das Problem lösen möchte“, erklärte Landerl nach dem letzten Spielausfall. Jürgen Stebani, der zuständige Staffelleiter des Norddeutschen Fußballverbandes, gab dem SPORTBUZZER einen Einblick: "Ich habe das in 40 Jahren noch nicht erlebt. Fußball alle drei Tage? Trainingsdosierung kann man da an die Wand nageln. Wenn bis Ostern noch reichlich Spiele ausfallen, dann müssen wir uns etwas einfallen lassen."

Verlängerung? "Ich sehe keine Möglichkeit"

Heißt im Klartext: Die Saison muss dann auch nach dem 13. Mai weitergehen - dem avisierten letzten Spieltag. Dafür hatte VfB-Geschäftsführer Florian Möller im Kicker plädiert. Doch dieses Fass will Stebani am liebsten gar nicht aufmachen, weil es dann Schwierigkeiten en masse gebe. Nicht nur in Lübeck und Oldenburg (Boss Herrnberger: "Wir wollen und wollten immer spielen!"), wo zahllose Spiele wegen einer fehlenden Drainage ausgefallen sind. Das Marschweg-Stadion steht auf einer alten Mülldeponie, die Stadt macht bei Wetterkapriolen regelmäßig die Schotten dicht.


"Ich habe die Ausführungen von Herrn Möller mit Interesse gelesen", sagt Stebani. Gibt es aber die Verlängerung der Saison, dann kommen weitere Probleme auf die Regionalligisten zu. Denn der DFB hat den Rahmenterminkalender in diesem Jahr ganz besonders eng geknüpft - nicht zuletzt wegen der WM, die am 14. Juni beginnt. Davor müssen die Aufstiegs- und Pokalspiele in Deutschland unbedingt absolviert sein. Eine Verlängerung? "Ich sehe da keine Möglichkeit", sagt DFB-Vizepräsident Dr. Rainer Koch.

So sieht der VfB einem wenig erbaulichen Szenario ins Auge. Bis zum Ende der Saison am 13. Mai müssen die Lübecker 17 Spiele absolvieren. 17 Spiele in 59 Tagen. Mit anderen Worten: Ein Spiel alle drei, vier Tage. Das ist selbst für Bundesliga-Profis ein überhartes Programm. "Der Druck ist da", sagt Stebani, der von Wettbewerbsverzerrung aber nichts wissen will. Schließlich sei das Wetter allein verantwortlich für das Termin-Fiasko. Stebani ist längst selbst ein Getriebener, sagt: "Wir sind am Arsch."

"Gewisse Wettbewerbsverzerrung"

VfB-Coach Landerl hatte das böse W-Wort schon im Februar benutzt. „Eine gewisse Wettbewerbsverzerrung findet da schon statt", erklärte der Österreicher nach einem weiteren Ausfall dem SPORTBUZZER der Lübecker Nachrichten. "Die Zweitvertretungen der Bundesligisten – und davon haben wir sechs in der Liga – trainieren unter Profibedingungen, die Jungs machen nichts anderes als Fußball. Bei uns sind aber etliche Spieler dabei, die ganz regulär arbeiten müssen. Für die ist es nicht einfach, unter der Woche abends mal eben durch die Republik zu reisen.“ Wolfsburgs Sportchef Pablo Thiam weiß um die Problematik: "Nicht jeder hat so gute Bedingungen wie wir hier in Wolfsburg."

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Tatsächlich finden sich die Lübecker im Kampf um den Aufstieg in einem Fernduell mit den Zweitvertretungen von Hamburg und Wolfsburg wieder. Während die ersten Mannschaften in der Bundesliga ums Überleben kämpfen, machen sich die beiden Teams Hoffnungen auf den Sprung in die 3. Liga. Ob sich der HSV oder der VfL allerdings als Zweitligist den Luxus einer Zweitvertretung in der 3. Bundesliga leisten würden, darf bezweifelt werden. Also kann der VfB Lübeck trotz 15 Punkten Rückstand noch hoffen, auf den HSV II (21 Spiele) und Wolfsburg II (23) aufzuschließen. Allerdings müssten dazu Punkte her - am besten im Dreitagesrhythmus. Während die Konkurrenz bequem die Füße hochlegen kann...

Probleme auch in Dortmund: "Der Wahnsinn"

Nicht nur im Norden gibt es diese Probleme, auch der Westen ist beispielsweise arg gebeutelt. Am kommenden Wochenende steht der 27. Spieltag der Division an, manche Teams haben dabei erst 20, 21 Partien absolviert - darunter der BVB II und Tabellenführer Viktoria. "Diese Saison ist es wirklich der Wahnsinn, was die Spielabsagen betrifft. Unsere Begegnung in Verl wurde schon fünfmal abgesagt", erklärte BVB-Coach Jan Siewert bei Revier Sport.

Verhältnismäßig gut steht noch die Regionalliga Südwest da. Von 29 möglichen Partien haben die Mannschaften, darunter der SV Elversberg und der SV Waldhof Mannheim, größtenteils 27 Spiele absolviert. Der Winter war allerdings vor allem im Norden und Westen besonders streng. Und im Osten, wo in Leipzig zuletzt sogar das Bundesliga-Spiel gegen den FC Bayern auf der Kippe stand...

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