04. November 2018 / 10:00 Uhr

Nach Ausschreitungen in Jena: So reagiert Hansa Rostock auf die Tumulte

Nach Ausschreitungen in Jena: So reagiert Hansa Rostock auf die Tumulte

Kai Rehberg
Der Rostocker Trainer Pavel Dotchev verfolgt das Spiel.
Der Rostocker Trainer Pavel Dotchev verfolgt das Spiel. © Bernd Wüstneck/archiv
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Angefressen waren die Beteiligten von Hansa Rostock über die Szenen außerhalb des Platzes. FCH-Kapitän Oliver Hüsing: „Das hat mit Fußball nichts zu tun.“

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Jena. Unter skandalösen Umständen hat der FC Hansa am Sonnabend mit dem 1:1 (0:0) bei Carl Zeiss Jena seine Serie auf fünf Spiele ohne Niederlage ausgebaut. Allerdings glitt den Rostockern wie schon drei Tage zuvor bei ihrem Pokal-K.o. gegen Nürnberg erneut in letzter Minute der Sieg aus den Händen. Die Führung von Jonas Hildebrandt (56.) glich Stenzel in der 92. Minute aus.

Das Ostduell war von massiven Fan-Auseinandersetzungen überschattet. Auslöser war offenbar der Torjubel von zwei Rostocker Anhängern, die auf der Tribüne eine Hansa-Fahne zückten. Es kam zu einem Handgemenge. Daraufhin brannten einigen Anhängern in den beiden eng nebeneinander liegenden Fanblöcken die Sicherungen durch. Sie kletterten über die Zäune in den Stadion-Innenraum, wo sie sich untereinander und mit Ordnern heftige Prügeleien lieferten. Erst die später dazugekommene Polizei konnte unter Einsatz von Pfefferspray die Gruppen trennen und eine weitere Eskalation der Situation verhindern. Nach mehr als sechsminütiger Unterbrechung konnte Schiedsrichter Martin Petersen die Partie fortsetzen.

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„So etwas schadet dem Fußball, das gehört nicht ins Stadion“, sagte Hansa-Trainer Pavel Dotchev nach der Partie und verurteilte die Krawalle: „Ich distanziere mich stark davon, wir alle tun das.“ Auch Kapitän Oliver Hüsing war angefressen: „Durch so eine Scheiße, egal wer das ausgelöst hat, haben wir fast zehn Minuten Nachspielzeit. Mich hat einfach nur genervt. Das hat mit Fußball nichts zu tun.“

Auch in Richtung eigene Fans, die bereits beim Auflaufen beider Mannschaften Bengalos gezündet hatten, fand der Abwehrrecke klare Worte. „Es sind Einzelne, da kann man nicht alle über einen Kamm scheren“, sagte Hüsing. „Aber da erwarte ich, dass man sich untereindander besser reguliert.“

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Bis zu diesem Zeitpunkt sahen die Rostocker wie der verdiente Sieger aus. Sie übernahmen ab Mitte der ersten Halbzeit die Initiative, waren spielerisch überlegen, energischer in den Zweikämpfen und torgefährlicher. Einziges Manko: Aus guten Chancen machten sie zu wenig oder hatten Pech. In der 36. Minute sorgte der mit nach vorn geeilte Linksverteidiger aus 25 Metern für die dickste Torgelegenheit. Nur eine Minute später verzog Hildebrandt, den Trainer Pavel Dotchev überraschend als zweite Spitze aufgeboten hatte, mit einem Flachschuss aus zwölf Metern. Hildebrandts Führungstor nach einem mustergültigen Konter über Königs und Hilßner belohnte die Ostseestädter für ihre Bemühungen. Allerdings lag dabei offenbar gleich eine doppeltes Abseits vor.

Die Spielunterbrechung tat den Rostockern nicht gut. Jena wurde druckvoller und kam nun auch zu guten Torchancen, u.a. durch Manfred Starke. Der andere Ex-Hanseat Kevin Pannewitz traf in der 88. Minute die Latte. Während bei den Gästen etwas die Kraft und die Konzentration schwanden, kam Jena durch den eingewechselten Vincent Louis Stenzel mit dem letzten Aufbäumen doch noch zum Ausgleich (92.). „Die Mannschaft hat das gezeigt, was sie leisten kann“, resümierte Dotchev: „Deswegen ärgert mich, dass sie das 1:0 nicht über die Zeit bringen konnte.“

Nach mehrminütigen Diskussionen gingen die Rostocker Spieler nach dem Schlusspfiff doch noch zu den eigenen Fans in die Kurve. Zu Freude gab es aber keinen Grund.

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