29. November 2018 / 21:10 Uhr

Trainer Haber vercoacht einen Punkt für den SC DHfK Leipzig

Trainer Haber vercoacht einen Punkt für den SC DHfK Leipzig

Redaktion Sportbuzzer
Bastian Roscheck (l.) und Maciej Gebala hatten in der Abwehr reichlich zu tun.
Bastian Roscheck (l.) und Maciej Gebala hatten in der Abwehr reichlich zu tun. © Rainer Justen
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Das war knapp und hat nicht gereicht. Der SC DHfK Leipzig hat beim HC Erlangen verloren. Dabei lag der Ball schon zum Ausgleichstreffer im Tor. Trainer Haber hat den vermeintlichen Punkt aber vercoacht.

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Nürnberg. Es bleibt kompliziert für Grün-Weiß. Erneut steht der SC DHfK Leipzig nach einem Auftritt in der Fremde ohne zählbares Ergebnis da. Am Donnerstagabend unterlagen die Bundesligahandballer aus der Messestadt beim HC Erlangen 23:24 (13:15). Diesmal präsentierte sich Leipzig auswärts kämpferischer, moralisch stärker und verpasste nur knapp einen Ausgleich in den letzten Sekunden. Der Treffer von Lukas Binder zum vermeintlichen Ausgleich zählte nicht, weil DHfK-Trainer André Haber die grüne Karte zur Auszeit abgelegt hatte. "Es tut mir leid für meine Jungs, dass die letzte Auszeit genau dann kommt, als wir mit einem langen Pass über das ganze Feld doch noch unseren Außen finden und ihm auch noch das Tor gelingt, was dann nicht zählen darf. Das ist für uns sehr bitter", so Haber.

Der Coach weiter: "Wir hatten eine starke zweite Halbzeit, in der wir gute Deckungsarbeit geleistet haben", lobte DHfK-Coach André Haber, schob aber sofort kritische Worte nach: "Mit der ersten Hälfte sind wir absolut nicht zufrieden, da haben wir zu viel zugelassen."

DURCHKLICKEN: Die Bilder zum Gastspiel beim HC Erlangen

Der SC DHfK Leipzig kehrt ohne Punkte vom Auftritt beim HC Erlangen zurück. Das Team von Coach André Haber kassierte in der Fremde eine 23:34-Niederlage. Zur Galerie
Der SC DHfK Leipzig kehrt ohne Punkte vom Auftritt beim HC Erlangen zurück. Das Team von Coach André Haber kassierte in der Fremde eine 23:34-Niederlage. ©
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Entspannt werfen die Spieler des DHfK den Ball hin und her, sehen keine Lücken in der Defensive vom HC Erlangen, bekommen noch vor dem ersten Tor Zeitspiel angezeigt – dann überraschend ein kräftiger Wurf durch Phillipp Weber zum 1:0. Leipzig in Führung. Die Chance auf den Führungsausbau kommt sofort: ein Siebenmeter durch selbigen. Torhüter Nikolas Katsigiannis pariert, beweist warum er in der Liga als einer der besten in dieser Situation gilt. Die Franken nutzen die Möglichkeit für einen Ausgleich und spielen sich durch zwei Abschlüsse von Christopher Bissel in Führung. 3:1 zur fünften Minute und diesen Vorsprung wollten sie sich nicht mehr nehmen lassen.

Zu viele Strafen

Vorne geht bei den Leipzigern zu wenig, Keeper Katsigiannis hält viele der wenigen Bälle, die an der Abwehr vorbeikommen. Die Erlanger stehen aggressiv in der Verteidigung, stören früh, trauen sich was. Ausbauen können sie ihre Führung gegen die DHfK-Männer aber nicht. Auch bei ihnen mangelt es vorne bei der Chancenverwertung. Ab der 18. Minute machen sich die Leipziger dann zusätzlich selber das Leben schwer. Bastian Roscheck stößt gegen Nikolai Link, holt die zweite Zeitstrafe für den DHfK – die Quittung kommt sofort. Leipzig liegt 10:7 zurück. Aber: Franz Semper verkürzt, Milos Putera hält einen Siebenmeter. Die zwei Minuten Luftanhalten für die Gäste überstanden. Es bleibt bei zwei Punkten hinten.

In der 26. Minute dann die nächste Zeitstrafe gegen die Sachsen, diesmal ist Alen Milosevic der Schuldige. Es folgt Treffer Nummer vier für Bissel. Aber auch diese Zeitstrafe spielen die DHfK-Männer sicher über die Zeit und verkürzen kurz vor der Pause auf 14:13. Dann ein schlechter Pass im Rückraum, abgefangen und im leeren Tor der Leipziger versenkt. Statt dem Ausgleich zur Pause, bleibt es also bei zwei Toren Vorsprung für Erlangen.

Der siebte Mann richtet es zu selten

Auch in der zweiten Hälfte ist für die Leipziger keine Besserung in Sicht – schlimmer noch, der Rückstand vergrößert sich. In der 35. Minute wirft Ex-Leipziger Christoph Steinert sein drittes Tor zum 18:15. Der DHfK verwirft in der Gegenbewegung. Dann die nächste Zeitstrafe gegen die Sachsen. Dadurch klettert die Führung der Franken in der 38. Minute auf vier Tore Vorsprung, auch weil Torhüter Katsigiannis inzwischen die neunte Parade geleistet hat – doch die Führung verspielen sie sich. Denn jetzt holt sich auch Erlangen eine Zeitstrafe und die DHfK-Männer können um zwei Zähler verkürzen.

Inzwischen zeigt sich Leipzig etwas stärker, auch wenn sich das nicht in Toren abzeichnet. Hinten schlägt der eingewechselte Rene Villadsen zumindest ein paar Bälle aus dem Kasten – auch wenn nur selten ein Goalie im Tor steht. Denn Leipzig, die in der 50. Minute nun schon fünffach in Unterzahl spielen mussten, gehen auch sonst oft ohne Torhüter und stattdessen mit sieben Mann nach vorne. In besonders vielen Toren zeichnet sich das nicht ab.

Enge Schlussphase

Haber nimmt eine Auszeit, fordert seine Spieler auf mit mehr Mut auf den Kasten des starken Hintermanns der Franken zu werfen und mit mehr Tempo zurück zu kommen. Die Worte fruchten. In der 57. Minute, nach langem torlosen hin und her, endlich der Ausgleich für die Leipziger. 23:23 noch drei Minuten zu spielen. Es wird noch richtig knapp in der Arena in Nürnberg. Doch Erlangen bricht nicht ein, bekommt die Unterstützung der Zuschauer, geht wieder in Führung. Rojewski mit der nächsten Chance zum Ausgleich, begeht stattdessen ein Stürmerfoul. Die Franken spielen die Uhr runter, treffen nicht. Noch sechs Sekunden zum Ende. Haber nimmt die unglückliche Auszeit. Phillipp Weber bekommt einen Freiwurf mit noch einer Sekunde auf der Uhr. Der Ball bleibt in der Mauer hängen. Leipzig also wieder ohne Punkte auswärts. Trotz spannender Schlussphase bleibt also alles wie gehabt.

"Es hat am Ende zu lange gedauert den Ausgleich zu werfen. Es ist extrem bitter, dass es schon die dritte Niederlage der Saison mit einem Treffer hinten ist", resümierte Philipp Weber. "Definitiv fehlt uns die Konstanz. Letzte Woche gegen Hannover war ein ganz anderes Spiel. Wir müssen mehr Bälle hinten rausschlagen, einen Killerinstinkt vor dem Tor entwickeln und weiter hart an uns arbeiten."

Tilman Kortenhaus

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