11. Januar 2019 / 07:51 Uhr

Bad Lausick legt starken Endspurt hin

Bad Lausick legt starken Endspurt hin

Hans-Peter Weiske
Maximilian Grigo (Roter Stern/grünes Trikot) und Bad Lausicks Dauerbrenner Nicky Richter (r.) streiten um das Spielgerät.
Maximilian Grigo (Roter Stern/grünes Trikot) und Bad Lausicks Dauerbrenner Nicky Richter (r.) streiten um das Spielgerät. © Alexander Prautzsch
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Fußball-Landesklasse: Die Hinserie der Kurstädter in der Bilanz

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Eine komplizierte Halbserie liegt in der Fußball-Landesklasse hinter den Spielern des FC Bad Lausick 1990. Mit 19 Zählern wurde die Bilanz der Vorsaison um sechs Punkte verfehlt, andererseits sind es aber auch vier Zähler mehr als Ende 2016. Der damit erreichte 9. Tabellenplatz war lange Zeit nicht absehbar. Denn bis zum 11. Spieltag drohte eher Gefahr, in die direkte Abstiegszone zu geraten, als der nun erreichte relativ sichere Platz im Mittelfeld. Zehn Punkte beträgt der Abstand zu Platz 14, nach oben dürfte zumindest Platz sieben erreichbar sein.

Zu Beginn der Rückrunde kommen mit Döbeln und LVB die aktuellen Abstiegskandidaten nach Bad Lausick – also frühzeitig die Gelegenheit, die schlechte Heimbilanz (Platz 12 mit sieben Punkten aus acht Spielen) zu verbessern und endlich auch wieder mehr Zuschauer anzulocken. Mit 755 Fans in acht Partien hat der FC die schlechteste Bilanz seit 1990 (!) aufzuweisen. Der Verweis, dass dies auch auf fast alle anderen Vereine zutrifft, kann keine Ausrede sein. Nach dem sicheren Abschluss der Saison 17/18 stellt sich jeder, der mit dem Lausicker Fußball in welcher Form auch immer verbandelt ist, die Frage, was da im heißen Sommer 2018 schief lief. Bekanntlich musste René Vierig im Frühjahr gesundheitlich das Steuerruder früher als geplant an Jörg Aßmann übergeben. Auch Mannschaftsleiter Mike Kluczyk erbat sich eine Auszeit, dafür kehrte mit Jens Walter der Wunschkandidat auf diesen Posten zurück. Mit Thomas Klotz stand auch ein Co-Trainer zur Verfügung, doch dieses Räderwerk begann alsbald zu knirschen.

Die Vorbereitungsspiele wurden zwar positiver (3-1-2) als vor Jahresfrist (1-0-5) abgeschlossen, doch das Torverhältnis von 15:14 zeigte auch viele Baustellen auf. Ein absolutes Novum: In allen sechs Spielen mangelte es zumindest nicht an Torhütern. Nicht weniger als viermal standen gleich drei im Aufgebot, spielten Patrick Kutzner, Daniel Walper, Janko Schötzke und Patrick Moritz sogar im Feld mit. Hinzu kam, dass Andreas Streubel den FC von heut auf morgen im Stich ließ und den Wechsel nach Grimma provozierte. Die Pflichtspiele sahen im Pokal den Landesliga-Aufsteiger aus Olbernhau zu Gast und am Ende ein in letzter Minute kassiertes 2:3.

Kantersieg gegen Döbeln, Klatsche gegen Radefeld

Davon gut erholt überrollte der FC zum Punktspielauftakt Gastgeber Döbelner SC mit ansehenswertem Tempofußball glatt mit 5:1, übernahm für einen Tag die Tabellenspitze und wollte gegen Aufsteiger Radefeld nachlegen. Das schnelle 1:0 (9. Minute) hatte bis zur 29. Minute Bestand, bevor es über die Kicker hereinbrach. Innerhalb von 55 Minuten schoss der Neuling acht Tore und brachte den sich ergebenden Kurstädtern die höchste Niederlage auf Bezirks-/Landesebene bei. Dass Spiel drei bei der SG LVB verlegt wurde, kam zur richtigen Zeit. Das 0:1 gegen den amtierenden Landesklasse-Meister aus Krostitz war durchaus vermeidbar, aber kein Beinbruch.

Es folgte das bereits dritte Heimspiel und das 4:0 gegen Naunhof schien eine Verbesserung anzudeuten. Fakt war aber auch, dass sich bereits nach diesen vier Partien die personelle Lage zuspitzte. Keeper Schötzke brach sich beim 1:8 gegen Radefeld einen Finger und kehrte erst gegen Ende der Halbserie als Feldspieler auf den Rasen zurück. Danny Kamke schied gegen Naunhof nach einem überharten Einsteigen frühzeitig aus, nach doppeltem Bänderriss steht er erst in der Rückrunde wieder zur Verfügung. Am 6. Spieltag ging es nach Hausdorf, wo die Lausicker immer tolle Spiele (3:3/4:4) abgeliefert hatten. Diesmal ging man mit 0:6 unter, stand gegen Aufsteiger Roßwein eine Woche danach unter Druck und kassierte mit 1:2 die bereits dritte Heimpleite.

1:2 hieß es auch eine Woche später beim Landesliga-Absteiger in Leipzig. Was sich ergebnismäßig gut anhört, im Jahr des Eutritzscher Aufstiegs trat man dereinst mit einer 0:6 Packung die Heimreise an, war angesichts der bescheidenen Leistung des Gastgebers doch wieder enttäuschend. Es sollte das letzte Spiel mit Jörg Aßmann als Trainer sein. Die Leitung zog die Reißleine, stellte Aßmann frei und übertrug Thomas Klotz, später auch Ingmar Nehring, die Verantwortung für die Mannschaft.

Besserung trotz Niederlagenserie

Wie tief die Verunsicherung und die Probleme waren, zeigten auch die nächsten Spiele. 1:2 hieß es gegen Liebertwolkwitz (vierte Heimpleite), das Sechs-Punkte-Spiel bei LVB wurde zwar verdient mit 1:0 gewonnen, doch mit der Verletzung Matthias Walters auch teuer bezahlt. Das 0:2 beim Tabellenführer Blau-Weiß Leipzig (20:0 Heimtreffer) war ordentlich, doch gegen den nächsten Landesliga-Absteiger aus Zwenkau setzte es nicht nur die bereits fünfte Heimniederlage, sondern mit 1:6 auch die dritte hohe Pleite. 2:20 Tore in drei Spielen führten die eigentlich ordentliche Torbilanz des FC aus den anderen 12 Partien (22:13) ad Absurdum. Doch obwohl es sich kurios anhört: Das Spiel der Kurstädter sah inzwischen besser aus.

Spiel 12 führte den FC zu Rotation Leipzig – ein Gegner, der sich inmitten einer bemerkenswerten Serie von sieben ungeschlagenen Spielen befand. Nach 15 Minuten führten die Lausicker mit 3:0 und brachten diese drei Zähler letztlich mit 4:0 sicher über die Zeit. Mit Sermuth kam eine weitere unerwartet gut platzierte Mannschaft nach Bad Lausick, das 1:1 war am 13. Spieltag das erste Unentschieden der Saison. Spiel 14 führte bei erbärmlichem Wetter zu Roter Stern in den Leipziger Süden. Fünf Niederlagen hintereinander gegen die Sterne hatten sich bislang nur die Lausicker geleistet, diesmal wurden das nach rund 30 Minuten erzielte 2:0 recht sicher über die Runden gebracht. Zum Abschluss kam mit dem ATSV Wurzen der Tabellenletzte nach Bad Lausick. Da war zwar ein Sieg Pflicht, doch dieses 2:1 des FC hing mehrfach an ganz dünnen Fäden. Fakt ist, dass diese zehn Punkte aus den letzten vier Spielen den FC von neun auf 19 Punkte und von Platz 12 auf Platz neun brachten und damit doch eine zumindest entspannte Vorbereitung auf die Ende Februar startende Rückrunde ermöglichte.

Statistische Details: Die 16 Pflichtspiele (15 Punkt-/ein Pokalspiel) sahen 26 Spieler im Einsatz. Den Stamm (mehr als acht Partien) bildeten diesmal 13 Aktive, wobei Kevin Wild und Nicky Richter in allen Partien zum Einsatz kamen. Infolge Verletzung war es offenbar doch gut, dass den Kurstädtern genügend Torhüter zur Verfügung standen. Denn mit Schötzke (4), Patrick Kutzner (11), Daniel Walper (1) und Ralf Kochan (2) wurden gleich vier benötigt. Als Torschützen trugen sich diesmal nur sieben Spieler ein, mit neun Treffern war Kevin Ruppelt am sichersten.

Youngster Lipfert und Peter füllen Kader auf

Es wird gewiss schwer, ihn zu ersetzten. Denn auf eigenen Wunsch wechselt er zum FC Grimma zurück. Kapitän Eric Ziffert, inzwischen mit 445 Pflichtspielen Rekordhalter beim FC, traf viermal, Jeremy Dust und Stefan Fliegner waren je dreimal erfolgreich. Nachdem Jörg Aßmann nicht mehr Trainer war, meldete sich auch Rene Bauer ab. Überraschend folgte Anfang November auch die Abmeldung Marvin Gräfs, der sich Richtung Sermuth orientierte. Der schrumpfende Kader wurde durch den Einsatz der aus dem eigenen Nachwuchs über die zweite Mannschaft aufgerückten Youngster Hans Lipfert und Julien Peter ergänzt.

Inzwischen ist auch Routinier Marc Werner für die erste Mannschaft spielberechtigt (als Mitglied von TuS Hainichen war sein Einsatz bislang nur in der zweiten Mannschaft möglich). Als Glücksgriff erwies sich die Rückkehr von Christian Petzold, dessen Erfahrung spürbar Linie ins Kurstädter Spiel brachte.

Die Heimbilanz sieht den FC mit sieben Punkten aus acht Partien (2-1-5) nur auf Rang 12 dieser Wertung. Ganz anders sieht die Auswärtsbilanz aus, hier stehen 12 Punkte aus sieben Spielen (4-0-3) und damit Platz fünf zu Buche. Dazu passt die Torbilanz: 11:22 (H) und 13:11 (A).

Negativrekord bei den Zuschauerzahlen

Vergleicht man die Halbzeiten, stehen 10:15 Treffer vor der Pause, den 14:18 Toren danach gegenüber. Siebenmal gingen die Lausicker in Führung und verloren danach nur einmal (1:8 gegen Radefeld). Zurück lag der FC achtmal, konnte keines dieser Spiele drehen, holte lediglich gegen Sermuth beim 1:1 noch einen Punkt. Im Fairplay liegt die Mannschaft mit 36 Gelben und einer gelb-roten Karte auf Platz neun. Mit nur noch 755 Fans in acht Partien wurde ein negativer Rekord aufgestellt. 94 im Schnitt kamen auch in Roßwein (wobei hier die 250 im Stadtderby gegen Döbeln die Bilanz verfälscht) sowie beim anderen Aufsteiger in Radefeld (wobei hier gleich zweimal keine Zahlen angegeben wurden). Mit Ausnahme von Roter Stern (318 im Schnitt) war auch bei allen anderen Vereinen ein Rückgang zu verzeichnen.

Einsätze und Tore:

Nicky Richter16

Kevin Wild16

Michel Kalbitz15

Jeremy Dust15 / 3 Tore

Eric Ziffert14 / 4

Florian Schmiedel14

Jannick Wurche13

Daniel Petzold111

Patrick Kutzner11

Kevin Ruppelt10 / 9

Jens Mauersberger10 / 1

Stefan Fliegner 9 / 3

Max Berthold 8

Karkus Gritzner 7

Marvin Gräf 7 / 2

Matthias Walter 6

Julien Peter 5

Alexander Rose 5

Janko Schötzke 4

Danny Kamke 4

Christian Petzold 4

Hans Lipfert 4

Mathias Wipper 3 / 1

Ralf Kochan 2

Rene Bauer 2

Daniel Walper 1

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