Gareth Bale hat mit seinen Walisern schon das nächste Turnier im Blick. © Arne Dedert

Bale denkt schon an WM: "Hunger größer als je zuvor"

Noch einmal will Wales nicht 58 Jahre auf ein großes Turnier warten. Nach dem Ende des märchenhaften Laufs peilt Gareth Bale schon die nächsten Heldentaten an. In der Heimat wird der EM-Debütant hymnisch gefeiert - und sorgt mit dem Vergleich zu England für Freude.

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Mit funkelnden Augen und fester Stimme gab Gareth Bale ganz Wales ein großes Versprechen. Nur zwei Stunden nach der schmerzhaften Gratulation an Cristiano Ronaldo hatte der Superstar seine Angriffslust wiedergefunden.

"Das war noch lange nicht alles. Der Kampf geht weiter", sprach Bale weit nach Mitternacht über das Ende des EM-Märchens beim 0:2 im Halbfinale gegen Portugal. "Unser Hunger ist größer als je zuvor. Es tut natürlich weh, zu verlieren, die Wunde ist noch frisch. Aber wir wollen uns nun jedes Mal für ein großes Turnier qualifizieren."

Bis zum EM-Debüt fehlte Wales seit der WM vor 58 Jahren in Schweden auf internationaler Bühne, so lange soll es für Bale & Co. bei weitem nicht mit einer Rückkehr dauern. In weniger als zwei Monaten will der Stürmer von Real Madrid die Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2018 in Russland in Angriff nehmen - gestärkt durch den sensationellen Lauf beim Turnier in Frankreich. "Unser Selbstvertrauen ist gewachsen. Wir haben an Statur gewonnen, wir werden jetzt mehr respektiert", erklärte Bale, der auch mit immensem Einsatz die Partie nicht drehen konnte.

Immer wieder klopfte sich der 26-Jährige nach dem Schlusspfiff vor der eigenen Fan-Kurve in Lyon auf das Trikot-Wappen mit dem roten Drachen über seinem Herzen und lauschte den Gesängen der begeisternden Waliser Anhänger. Wenig später streifte sich das Team knallrote T-Shirts mit der Aufschrift "DIOLCH MERCI" ("Danke") über.

In der Heimat verfassten die Medien wahre Hymnen auf das Überraschungsteam. "Du hast einem ganzen Land ein Gespür von Stolz und Patriotismus gegeben", schwärmte "Wales Online". "Für einen Monat sind wir beschwingt durchs Leben gegangen."

Und die Gratulation von Premier David Cameron dürfte besonders durch den Fehlschlag des großen britischen Bruders aus England für Genugtuung sorgen. "Ihr habt eine ganze Nation inspiriert und Großbritannien stolz gemacht."

In der neuen Weltrangliste wird Wales voraussichtlich vor die Three Lions klettern - und wähnt sich für die beginnende WM-Quali in einer ungewohnten Rolle. Österreich, Serbien, Irland, Moldau und Georgien heißen die Gegner. "Früher wären wir in diese Spiele mit Beklemmung gegangen", analysierte die "South Wales Evening Post". "Das ist vorbei, nach dem, was wir in Frankreich gesehen haben. Wales ist der Favorit in dieser Gruppe."

Die Zuversicht ist nicht unbegründet. Der Kern des Teams aus Bale (26), Torwart Wayne Hennessey (29), Joe Allen (26), Stürmer Hal Robson-Kanu (27) oder dem wegen einer Gelbsperre schmerzlich vermissten Aaron Ramsey (25) kann noch einige Jahre zusammenspielen.

Und auch Trainer Chris Coleman hatte bereits vor dem Turnier seinen Vertrag zumindest bis zur WM 2018 verlängert. "Dieses Turnier ist nicht das Ende für diese Gruppe, sie werden sehr viel länger da sein als ich", sagte der Coach. "Ich bin so stolz auf dieses Team wie ich noch nie auf ein Team war."

Das werden auch die Waliser ihre Helden spüren lassen. Zunächst wollten Bale & Co. nach ersten Planungen noch einen Tag in Frankreich verbringen, bevor es am Freitag zum Empfang nach Cardiff zurück in die Heimat gehen sollte. "Dort werden die Jungs ein nettes Willkommen erhalten", sagte Coleman. "Und das ist es, was sie sich auch verdient haben."

dpa

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