11. September 2018 / 12:00 Uhr

Baris-Coach Caki: "Die Jungs haben verstanden, was sie können"

Baris-Coach Caki: "Die Jungs haben verstanden, was sie können"

Michael Kerzel
Baris-Trainer Önder Caki kritisiert die Leistungen der Schiedsrichter. Sie würden gegen Baris schneller Karten zücken, sagt er.
Baris-Trainer Önder Caki kritisiert die Leistungen der Schiedsrichter. Sie würden gegen Baris schneller Karten zücken, sagt er. © Ingo Moellers
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Der 45-Jährige spricht im Interview über den perfekten Saisonstart und die Weiterentwicklung des Teams

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Der SV Baris Delmenhorst ist mit vier Siegen am Stück in die neue Spielzeit der Bezirksliga Weser-Ems gestartet. Zuletzt gewannen die Mannen von Trainer Önder Caki gegen den VfL Stenum. Im Interview spricht der Baris-Coach über die Weiterentwicklung der Mannschaft, das neue Spielsystem, die fehlende Fitness und die Schiedsrichterleistungen.

Herr Caki, vier Siege aus vier Spielen: Ist der SV Baris auf dem Weg zum Spitzenteam?

Önder Caki: Wenn alle Spieler dazukommen, die jetzt noch fehlen; wenn die Fitness besser wird und wenn die Entwicklung so weitergeht wie bisher, dann ist es schon möglich, dass wir uns oben festsetzen. Wenn wir uns nicht dumm anstellen, rutschen wir nicht wieder unten rein wie letzte Saison. Die Jungs haben jetzt verstanden, was sie können. Sie nehmen momentan viel von dem auf, was ich vorgebe und sie haben eine sehr gute Einstellung. Im Vorfeld der Spiele versuche ich, mit den Jungs in aller Ruhe zu reden, damit sie sich auf Fußball konzentrieren können. Das fruchtet bisher. Momentan, das bringt der Erfolg mit sich, ist die Stimmung sehr gut. Jeder bringt sich gut ein. Wenn es erst mal läuft, geht es einfacher, als wenn man sich alles erkämpfen muss.

Gegen den VfL Stenum gelang nach zwei Pleiten in der letzten Saison und einer 0:7-Klatsche im Pokal nun der Sieg. Woran lag das?

Das Spiel ist für mich ein Maßstab gewesen. Wie gegen Stenum sieht man auch an den Spielen gegen den VfL Wildeshausen die Entwicklung. Da haben wir letztes Jahr im Pokal 0:7 verloren, dann in der Hinrunde 0:4. In der Rückrunde hat es zu einem 3:3 gereicht. Wir sind auf einem guten Weg. Solche Spiele wie gegen Wildeshausen und Stenum sind informativ für mich.

Wo muss sich Ihr Team noch verbessern?

Wir haben momentan einige Baustellen wegen der Urlaubszeit. Viele Leute fehlen, die Fitness stimmt noch nicht. Die ist das A und O. Wir bekommen derzeit gegen fittere Teams Probleme, das hat man gegen Stenum gesehen. Da hat die Kraft nicht gereicht und wir sind ab der 60 Minute ins Schwimmen geraten. Im taktischen Bereich fehlt auch noch das eine oder andere. Wir wollen noch flexibler werden und dahin kommen, dass wir alle 22 Mann aus dem Kader einsetzen können.

Welche Rolle spielt das neue System?

Wir haben da viel rumgeforscht, um das richtige System zu finden. Letzte Saison haben wir im 4:4:2 gespielt, jetzt gehen wir je nach Gegner im 5:4:1 oder 4:3:3 aufs Feld. Wie gesagt: Die Jungs nehmen gerade sehr viel auf und lernen dazu.

Wie bewerten Sie die Leistung Ihrer neuen Innenverteidiger?

Patrick Schumacher und Florian Id haben Sicherheit reingebracht, die Mittelfeldspieler verlassen sich auf die routinierten Spieler hinter ihnen. Klar ist auch, dass die beiden noch
intensives Training brauchen. Sie sind noch nicht da, wo sie sich selber sehen. Im Laufe der Saison werden wir noch mehr von ihnen profitieren. Neuzugang Tayfun Kurt hat es in Heidmühle beim 5:3-Sieg in der Innenverteidigung super gemacht. Gegen Stenum hat er auf der Sechs gespielt, ein Tor geschossen und eine starke Partie gemacht. Die jungen Spieler machen Druck, wenn sie reinkommen und rütteln an den Stühlen der älteren Spieler.

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Der SV Baris erzielt im Schnitt fast vier Tore, kassiert aber auch zwei. Gehört Spektakel zur Baris-DNA?

Auf jeden Fall (lacht). Ich mag offensives Spiel. Und je variabler wir werden, desto besser können wir unsere schnellen Leute einsetzen. Wir haben technisch sehr starke Spieler. Wir waren gegen Stenum immer gefährlich, haben fünf zu eins hundertprozentige Chancen herausgespielt. Was die Offensive angeht, mache ich mir keine Sorgen. Und wenn alle Mann mal an Bord sind, werden wir noch kreativer und unberechenbarer.

Welche Rolle spielt, dass der Verein mit Baris Caki jetzt einen Teammanager?

Das ist schon sehr wichtig. Er baut eine Brücke zwischen Vorstand und Spielern. Er ist jung und arbeitet in einem Jugendhaus und weiß, wie man mit jungen Leuten umgeht. Er erleichtert mir die Arbeit, wir sprechen uns immer ab. Wir wollen den Jungs was bieten, damit die sich wohlfühlen.

Mit 14 Gelben und einer Roten Karten liegt Ihre Mannschaft auf dem letzten Platz der Fairnesstabelle, das war vergangene Saison ähnlich. Wo sehen Sie die Ursachen?

Die Schiedsrichterleistung gegen Heidmühle hat mich geärgert. Offensichtlicher als da ging es gar nicht. Ein Heidmühle-Spieler begeht vor dem Schiri eine Tätlichkeit und bekommt keine Rote Karte. Bei uns bekommt ein Spieler Gelb für eine angebliche Schwalbe, obwohl er nach Körperkontakt gefallen ist und sich nicht mal beschwert hat. Auch gegen Stenum hat man gesehen, dass die Fouls der beiden Mannschaften nicht gleich bewertet worden sind. Gegen uns sitzen die Karten so locker wie gegen keine andere Mannschaft. Ein Beispiel: In Heidmühle zieht Dennis Kuhn im Gehen bei seiner Auswechselung die Schienbeinschoner aus und bekommt deswegen Gelb wegen Zeitspiels. Da stand es 5:2 und er war in Bewegung. Die Schiris sollen für Gerechtigkeit auf dem Platz sorgen und nicht zusätzliche Probleme schaffen. Es kommt auf die Art und Weise an. Selbstverständlich ist die eine oder andere Karte gegen uns berechtigt.

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