Er schoss den VfL Osnabrück zur Pokalsensation, sein Jubel gegen den Ex-Klub fiel aber verhalten aus: Ahmet Arslan USER-BEITRAG Er schoss den VfL Osnabrück zur Pokalsensation, sein Jubel gegen den Ex-Klub fiel aber verhalten aus: Ahmet Arslan © Sportfoto Krause
Er schoss den VfL Osnabrück zur Pokalsensation, sein Jubel gegen den Ex-Klub fiel aber verhalten aus: Ahmet Arslan

"Bayern bitte erst im Finale" - HSV-Bezwinger Arslan im Sportbuzzer-Interview

Osnabrücks Pokalheld Ahmet Arslan sprach mit uns über den Sensationssieg gegen seinen Ex-Verein Hamburger SV

BUZZER DEINE MEINUNG!

  • Fail -
  • Läuft -
  • Krass -
  • WTF -
  • Kopf Hoch -
  • Peinlich -
Anzeige

In 70-minütiger Unterzahl mit Drittligist VfL Osnabrück den Erstligisten Hamburger SV in der ersten Pokalrunde mit einem 3:1-Sieg ausgeschaltet und dabei gegen seinen Ex-Klub noch ein Tor geschossen: Für Ahmed Arslan hätte der Sonntag nicht schöner verlaufen können. Der 23-Jährige Mittelfeldmann kickte in der Jugend bei Lübeck 1876, beim 1. FC Phönix, beim TSV Siems und beim VfB Lübeck, wo ihm der Sprung in die erste Mannschaft gelang. Dort wurde er SH-Liga-Meister und stieg in die Regionalliga auf. Von 2014 bis 2016 kickte er für den Hamburger SV in der Regionalliga (63 Spiele, 32 Tore). In der Bundesliga kam er einmal am 28. November 2015 beim 3:1-Sieg der Hamburger im Derby bei Werder Bremen zum Einsatz – in der 90. Minute wurde er von Trainer Bruno Labbadia für Ivo Ilicevic eingewechselt.

Sportbuzzer: Haben Sie die Sensation schon verarbeitet?
Arslan: Ganz ehrlich? Wir haben in der Kabine kurz gefeiert, sind dann nach Hause. Lange Party machen kann man hier in Osnabrück an einem Sonntag nicht. Insofern habe ich das schon habe sacken lassen können und realisiert, dass es kein Traum war.

Sportbuzzer: Aber man wirft als Drittligist nicht jeden Tag einen Erstligisten aus dem Pokal. Und vor allem nicht seinen ehemaligen Klub...
Arslan: Siege sind natürlich immer toll. Ein Sieg und ein Tor gegen den HSV ist für mich natürlich doppelt schön. Wenn mir das vor dem Spiel jemand angeboten hätte, hätte ich natürlich sofort unterschrieben.

Sportbuzzer: Und was dafür gezahlt?
Arslan: Ich glaube nicht, dass das an einer Summe festzumachen ist. So etwas kann man natürlich nicht für Geld kaufen, das gibt es nur im Fußball.

Sportbuzzer: Nach Ihrem Tor zum vorentscheidenden 3:0 haben Sie sich sehr verhalten gefreut. Warum?
Arslan: Aus Respekt vor dem HSV, dem ich viel zu verdanken habe. Deswegen habe ich nach dem Tor auch nur innerlich wie ein kleines Kind gejubelt.

Sportbuzzer: Wie war das Wiedersehen mit den Ex-Kollegen?
Arslan: Ich hatte mich sehr auf die Jungs, die Betreuer und das ganze Umfeld gefreut. Mit vielen stehe ich noch in Kontakt. Und zum Beispiel Dennis Diekmeier, Gideon Jung und Aaron Hunt haben sich – bei allem Ärger über das eigene Ausscheiden – für mich gefreut. Sie hatten mir auch damals in Hamburg den Rücken gestärkt und gesagt, dass ich ein Guter bin und Chancen in der ersten Mannschaft verdienen würde.

Sportbuzzer: Dabei sah es in der 19. Minute sehr schlecht für den VfL aus...
Arslan: Stimmt. Wir hatten uns mit unserem 3:5:2-System Chancen über die Außenbahnen ausgerechnet, ehe Marcel Appiah wegen einer Notbremse die Rote Karte bekommen hatte. Dann mussten wir umstellen, sind aber ruhig geblieben. Lob an die Trainer, dass die nach dem Platzverweis gleich reagiert haben.

Sportbuzzer: Was haben die gesagt?
Arslan: Wir sollten defensiver agieren. Wir haben dann im Prinzip wie Wehen bei ihrem 4:0-Sieg bei uns gegen den HSV agiert: Wir standen sehr tief am 16er, haben kaum Zwingendes zugelassen, auch wenn der HSV mehr als 70 Prozent Ballbesitz hatte. Das frustriert den Gegner natürlich, wenn er keine Lücke findet. Und wie Wehen haben wir dann unsere Konter eiskalt ausgespielt, waren mit drei Toren aus vier Chancen brutal effektiv. Das trifft und entnervt natürlich jeden Gegner.

Sportbuzzer: Wie geht es mit dem VfL nun weiter?
Arslan: Für uns zählt jetzt erstmal wieder nur die 3. Liga. Der Start war ja nicht so überragend mit nur zwei Punkten aus vier Spielen. Da wollen wir schnell aus dem Keller raus. Am Samstag müssen wir nach Chemnitz. Da muss das HSV-Spiel aus den Köpfen sein.

Sportbuzzer: Wer darf es in der zweiten Pokalrunde sein?
Arslan: Ich freue mich immer, wenn wir zusammen die Auslosung gucken können. Hauptsache wir haben wieder ein Heimspiel. Von vielen Gegnern weiß ich, dass es ekelig ist, an der Bremer Brücke gegen uns spielen zu müssen. Das ist ja auch dem HSV so ergangen, die hatten hier 16 000 Leute gegen sich. Das ist für alle Mannschaften schwierig. Der nächste Gegner ist mir relativ egal. Nur nicht gleich gegen die Bayern – die stolpern nämlich nicht. Also die Bayern bitte erst im Finale (lacht).

Sportbuzzer: Noch ein Wort zum Hamburger SV?
Arslan: Die Stimmung ist nach der Niederlage gegen uns wie vor zwei Jahren nach dem Pokal-Aus gegen Jena, als ich nicht im Kader stand, sicherlich bescheiden. Das wird auch noch ein paar Tage dauern. Der Pokal ist schließlich der kürzeste Weg in den internationalen Wettbewerb, wie man es bei Eintracht Frankfurt gesehen hat. Ich bin mir aber sicher, dass den Hamburgern am Wochenende ein Erfolg beim Bundesliga-Auftakt gegen Augsburg gelingt. Der HSV hat eine gute Truppe. Das wird schon.

Region/Lübeck Kreis Lübeck VfL Osnabrück VfL Osnabrück (Herren) Hamburger SV Hamburger SV (Herren) DFB-Pokal

KOMMENTIEREN

Die besten Bundesliga Quoten werden bereitgestellt von Smartbets.

Mehr Fußball aus der Region

Mehr Fußball vom Sportbuzzer

KOMMENTARE

Anzeige