06. Dezember 2018 / 07:36 Uhr

Benjamin Kirsten von Lok Leipzig: „Ich habe geweint“

Benjamin Kirsten von Lok Leipzig: „Ich habe geweint“

Fabian Held
28. September 2016 - Benjamin Kirsten beim Training mit dem 1. FC Lok im Bruno-Plache-Stadion. (@ Worbser)
Benjamin Kirsten steht wieder im Tor seinen (Tor)mann. © Archiv
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Der Torhüter von Lok Leipzig spricht in unserem Interview über den neuen und alten Coach des Regionalligisten und seine Leidenszeit im Sommer.

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Leipzig. Es war das rechte Knie, das Benjamin „Benny“ Kirsten außer Gefecht gesetzt hatte. Das Knie, mit dem er schon mal Probleme hatte. Ein Nerv hatte im letzten Testspiel vor dem Saisonstart einen Schlag abbekommen, Kirsten hatte bei einer bestimmten Bewegung immer wieder Schmerzen. Die Heilung dauerte eine Weile, mittlerweile kann er wieder befreit spielen. Seit knapp zwei Monaten ist er zurück im Tor des Regionalligisten 1. FC Lok Leipzig. Mit dem Sportbuzzer sprach der 31-Jährige über seine Leidenszeit sowie über Ex-Trainer Heiko Scholz und den aktuellen Coach Björn Joppe, der das Ruder Ende September übernahm.

Herr Kirsten, die erste Frage muss natürlich sein: Wie geht es Ihnen?
Bis auf ein paar Wehwehchen – gut! Ich bin sehr gut aus der Reha gekommen und werde in der Winterpause nur einen kurzen Urlaub machen, um weiter an der Stabilität im Knie zu arbeiten.

BILDER aus der Karriere von Benjamin Kirsten

2. Mai 2009 - Erstes Spiel von Benjamin Kirsten in der 3. Liga. Dynamo war bei Fortuna Düsseldorf zu Gast. (@ Eibner) Zur Galerie
2. Mai 2009 - Erstes Spiel von Benjamin Kirsten in der 3. Liga. Dynamo war bei Fortuna Düsseldorf zu Gast. (@ Eibner) ©
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Wie haben Sie die Pause erlebt?
Es war total schlimm, vor allem, weil ich „Scholle“ (Anm. d. Redaktion: Heiko Scholz) nicht unterstützen konnte. Wenn deine Mannschaft dann in einer schlechten Phase ist, wird es auch eine mentale Herausforderung. Zumal es für mich eine Herzenssache ist, für dieses Team zu spielen. Als Scholle dann auch noch gehen musste, war das ein echter Nackenschlag.

Sie hatten immer mal wieder in Ihrer Karriere mit Verletzungen zu kämpfen, immer wieder auch im rechten Knie – werden Sie nach der Fußball-Karriere zum Chirurgen?
(lacht kurz) Nein, ich habe mich aber immer für das wieso und warum interessiert. Ich nehme mir jetzt viel Zeit, um mich auf die Spiele und das Training vorzubereiten. Für mich gehört das Thema Verletzungen leider dazu.

Haben die Verletzungen eine noch erfolgreichere Karriere verhindert?
Ich glaube an das Schicksal. Seien wir ehrlich: Wenn das mit den USA (Anm. d. Red.: Kirsten hatte einen Vertrag von Portland Timbers vorliegen) geklappt hätte, würde ich heute noch dort spielen. Aber als sich das zerschlagen hatte, war der nächste Schritt direkt, das Scholle mich angerufen hat und ich wollte sehr gerne für ihn spielen. Ich habe die ekelhafte Seite des Fußballs kennengelernt, aber ich bin jetzt zufrieden damit, wo ich bin.

Sie haben es schon angesprochen: Nach fünf Jahren im Verein wurde Scholz entlassen. Wie haben Sie das erlebt?
Ich hatte erstmal Schuldgefühle, weil ich ihm nicht helfen könnte. Klar, für eine Verletzung kann man nichts, aber dennoch ist für mich eine Welt zusammengebrochen, als ich gehört habe, dass Scholle gehen muss. Das ging auch vielen meiner Mitspieler so. Viele haben geweint – ich auch.

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Was hat Scholz als Trainer ausgezeichnet?
Er hat über fünf Jahre hervorragende Arbeit gemacht. Es gibt Trainer mit größeren Namen und vielleicht auch mit mehr Wissen um Taktik – aber er hat mir den Spaß am Fußball zurückgegeben und für ihn würde ich durchs Feuer gehen. Wenn du durch den Kabinentrakt gegangen bist und hast seine Stimme gehört, wusstest du, du bist nicht alleine. Er war der beste Kumpeltyp als Trainer. Er hat auch privat überall geholfen, wo er konnte. Ich werde ihm ewig dankbar sein.

Wie ist der neue Trainer Björn Joppe?
Er wurde ins kalte Wasser geworfen, es ist seine erste Trainerstation. Aber wir sprechen sehr viel. Wir alle unterstützen ihn zu 100 Prozent und wollen gemeinsam erfolgreich sein. Wir haben das bis jetzt ganz gut hinbekommen, finde ich. Jetzt geht es darum, möglichst viel Abstand nach unten zu bekommen. Wir wollen ein bisschen Ruhe zu Weihnachten. Das wäre wichtig, damit jeder das Jahr sacken lassen kann.

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