16. Mai 2018 / 18:24 Uhr

Berliner Pokal: Berliner SC schickt Grüße in den Himmel

Berliner Pokal: Berliner SC schickt Grüße in den Himmel

Ronny Müller
Wolfgang Sandhowe steht am Montag mit dem Berliner SC im Finale des Berliner Pokals.
Wolfgang Sandhowe steht am Montag mit dem Berliner SC im Finale des Berliner Pokals. © imago sportfotodienst
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Berliner Pokal: Der Berliner SC von Trainer Wolfgang Sandhowe spielt gegen den BFC Dynamo für den kürzlich verstorbenen Damantang Camara .

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Wolfgang Sandhowe lebt Fußball. Im Café dauert es nicht lange, bis sich der 64-Jährige Tasse, Wasserglas, Milchkännchen und Zuckerspender schnappt, daraus eine Viererkette formt und über Taktik erzählt. In diesen Tagen brennt der Potsdamer sogar noch ein bisschen mehr als sonst für seinen Sport. Am Montag (17 Uhr, Jahn-Stadion) tritt der Trainer mit seinem Berliner SC im Landespokal-Finale gegen den BFC Dynamo an.

Der ehemalige Zweitligaprofi Sandhowe, der seit 19 Jahren in Potsdam lebt und einst auch den SV Babelsberg 03 betreute, hat den Berliner SC erstmals ins Finale geführt. „Im Verein herrscht eine besondere Stimmung, viele Leute fiebern mit“, erzählt Sandhowe, der den Berliner Pokal 1991 mit Türkiyemspor gewonnen hatte.

​Sandhowe: "Die Mannschaft hat sich wieder gefunden"

Seine aktuelle Mannschaft, Vierter in der sechstklassigen Berlinliga, ist jedoch krasser Außenseiter gegen den Regionalliga-Vierten BFC Dynamo. „Das sind Klassenunterschiede“, sagt Sandhowe, der den Gegner zwei Mal beobachtet hat. „Dynamo spielt ordentlichen Fußball mit vielen Diagonalbällen und ist körperlich überlegen.“

Doch seine Mannschaft habe nichts zu verlieren und gehe die Partie mit Mut an. „Wir freuen uns, dass es losgeht.“ Die vergangenen vier Spiele in der Berlinliga hat das Team gewonnen. Sandhowe: „Die Mannschaft hat sich wieder gefunden, ist wieder eine Einheit geworden.“

​Geschenk für verstorbenen Camara

Im März war die Truppe von einem Schicksalsschlag getroffen worden. Stürmer Damantang Camara war beim Training zusammengebrochen und wenig später im Krankenhaus im Alter von 24 Jahren gestorben. „Das sind die schlimmsten Bilder, die ich in meinem Leben gesehen habe“, sagte Sandhowe damals über die Szenen beim Training. Es war bekannt, dass Camara an Herzproblemen litt. Deshalb hatte er seine Hoffungen auf eine Profikarriere stoppen müssen. Ein Sportverbot hatte er aber nicht.

Sandhowes Mannschaft stand unter Schock, konnte zunächst nicht trainieren. Zwei Spiele wurden verlegt. „Die Jungs haben am Boden gelegen“, erzählt Sandhowe. Er habe viel mit den Spielern gesprochen. Vielleicht hat ihm im Umgang mit Camaras Tod geholfen, dass er im Bestattungsunternehmen seiner Frau viel hilft. Sandhowe ließ viele spaßbetonte Spielformen trainieren. Außerdem hat jeder Kicker einen Ballon aufsteigen lassen – verbunden mit einer Botschaft an Camara. „Wir haben uns wieder aufgerappelt“, sagt der Coach. „Wir wollen Damantang am Montag ein Geschenk machen und alles geben. Aber wir spielen gegen die Übermacht Dynamo auch für den Verein“, betont er. Sandhowe, der für Bayern München Talente in Berlin scoutet, will den Fokus langsam wieder auf den Fußball legen. „Es muss weitergehen. Die Mannschaft glaubt an sich und wir werden uns nicht nur hinten reinstellen.“

​Gedenken durch Aufwärmtrikots

Doch Damantang Camara wird am Montag eine große Rolle spielen. Der Berliner SC spielt für den ehemaligen Kameraden und wird auf den Aufwärmtrikots an ihn erinnern. Außerdem soll Camaras zweijähriger Sohn Bengali den Spielball auf den Rasen tragen

Gäbe es eine eigene Nationalmannschaft für Berlin, wären diese Spieler dabei:

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