15. Juni 2018 / 12:56 Uhr

„Besser hätte es nicht kommen können“: Leutzscher Identifikationsspieler sagen Adieu

„Besser hätte es nicht kommen können“: Leutzscher Identifikationsspieler sagen Adieu

Matthias Puppe, LVZ.de
Identifikationsspieler bei Chemie Leipzig: Norman Lee Gandaa (li.) und Sven Schlüchtermann.
Identifikationsspieler bei Chemie Leipzig: Norman Lee Gandaa (li.) und Sven Schlüchtermann.
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Norman Lee Gandaa und Sven Schlüchtermann haben nach Neugründung der BSG Chemie Leipzig vor zehn Jahren maßgeblich zu deren Erfolg beigetragen. Nun verlassen beide Spieler den Verein.

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Leipzig. Vor zehn Jahren startete die BSG Chemie Leipzig ihren Neuanfang in der dritten Kreisklasse. Sven Schlüchtermann (31) und Norman Lee Gandaa (32) waren lange Zeit als Identifikationsspieler an Bord, trugen maßgeblich zu den Erfolgen des Vereins bei. Schlüchtermann stieß 2010 zur BSG, setzte danach im Leutzscher Mittelfeld zwischen Kreisklasse und Oberliga Maßstäbe. Lee Gandaa erlebte noch alle Höhen und Tiefen des FC Sachsen mit, war bereits 2008 Geburtshelfer der neuen BSG und kurbelte ab 2011 auch aktiv das Angriffsspiel der Grün-Weißen an. Zuletzt gehörten „Schlü“ und „Gandi“ als Führungsspieler zur U23 von Chemie. Nun ist allerdings Schluss, packen sie ihre Sachen und verlassen den Verein. LVZ.de sprach mit Beiden über Vergangenheit und Zukunft.

Frage: Ihr habt am vergangenen Wochenende in der Zweiten Euer letztes Heimspiel für Chemie bestritten. Wie war das so?

Sven: Naja. So gut war es leider nicht, wir haben ja verloren.

Norman: Immerhin habe ich mein zehntes Saisontor geschossen!

Sven: Vor dem Spiel war mir das gar nicht so bewusst, aber als ich dann auf dem Platz stand und ein paar Worte im Kreis gesagt habe, wurde klar: Das ist jetzt mein letztes Heimspiel für Chemie. Entsprechend enttäuscht war ich nach dem Abpfiff, dass wir verloren und ich persönlich auch kein gutes Spiel gemacht habe. Zum Glück gibt es noch das letzte Auswärtsspiel bei MoGoNo (Samstag, 15 Uhr, Stadion des Friedens), das müssen wir auf jeden Fall gewinnen.

Norman: Ich hatte vorher ja öffentlich gemacht, dass es mein letztes Heimspiel werden wird – vielleicht auch in der Hoffnung, der eine oder andere Zuschauer würde mehr kommen. Auf dem Platz war es dann auch wirklich etwas Besonderes: 13 Jahre Grün-Weiß! Als ich dann auch noch als Kapitän auf den Platz gelaufen bin, war das schon außergewöhnlich. Ich konnte im Spielerkreis nicht viel erzählen, sagte nur: Es war mir eine Ehre mit Euch zu spielen. Gerade die zweite Mannschaft hat mich ja in meinen verschiedenen Lebensphasen immer gut aufgefangen.

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Norman, kannst Du Dich an die Anfangstage der BSG Chemie vor zehn Jahren erinnern? Es gab eine kleine Pressekonferenz vor dem Start in der 3. Kreisklasse. Clemens Meyer rezitierte ein Gedicht und Du saßt daneben – als Hoffnungsträger.

Norman: Klar weiß ich das noch. Krass auch, wie sich Chemie seitdem entwickelt hat. Ich finde das absolut Bombe: Wir spielen wieder in der Oberliga, sind schuldenfrei. Was will man eigentlich mehr? Ich hatte damals auch Angebote von anderen Vereinen, hätte sicherlich noch etwas Geld verdienen können. Für mich war aber immer klar, dass ich Chemie unterstützen will.

Du hast in der Zeit auch noch für den FC Sachsen gespielt …

Norman: Das stimmt. Ich hab beim FC Sachsen alles miterlebt, inklusive der Zeit, wo es dann zu Ende ging. Danach kam gleich ein Jamal Engel auf mich zu und behauptete, es geht weiter. Er lud mich zu einem Fanabend seiner SG Leutzsch ein, und schon als er dort anfing zu sprechen, wurde mir klar: Da gehöre ich auf keinen Fall hin. Ich will lieber zur BSG Chemie.

Sven, Du kamst 2010 aus der Dortmunder Landesliga nach Leutzsch. Chemie hat damals 1. Kreisklasse gespielt.

Sven:Die Erinnerungen verschwimmen zwar langsam, aber dank der vielen Videos aus dieser Zeit, die ich auch heute noch regelmäßig durchklicke, bleibt es präsent. Ich kam zum Studium nach Leipzig, wollte nebenher weiter Fußball spielen – auch gern etwas höherklassig. Ich ging erst zum Vorspielen bei Landesligist Blau-Weiß Leipzig, zu der Mannschaft, mit der ich ja später auch zusammen für die BSG spielen durfte. Stefan Langer (Gründungsmitglied der Diablos), den ich damals über einen Freund kennengelernte habe, hat mir allerdings auch von Chemie erzählt, ich kam zum Zuschauen vorbei und ab diesem Tag war klar: Hier will ich spielen. Wir hatten mit Radi (Radisa Radojicic, Anm. d. Red.) einen super sympathischen Trainer. Das Umfeld war familiär, ich habe mich sofort wohl gefühlt und natürlich war es auch etwas ganz Besonderes, vor so vielen Fans in der Kreisklasse aufzulaufen. Besser hätte es nicht kommen können. Vielen Dank nochmal, Stefan!

Das ist acht Jahre her – seither hat sich der Verein auch verändert. Wie nimmt man das als Spieler wahr?

Sven: Man kann sagen, der Verein ist explodiert. Vor acht Jahren haben wir gegen Blau-Weiß Leipzig III gespielt und jetzt steht die Mannschaft in der ersten Runde des DFB-Pokals und spielt gegen den Zweitligisten aus Regensburg. Das ist eine unglaubliche Entwicklung, die mit vielen strukturellen Veränderungen einher ging. Für die Verantwortlichen dürfte es nicht leicht gewesen sein, da eine Balance zu finden. In den acht Jahren war einfach immer was los – Aufstieg, Abstieg, Aufstieg und das lange Gezetere mit der SG Leutzsch und der SG Sachsen. Deshalb ging die Zeit für uns alle wohl so schnell rum. Ich bin mit Chemie viermal aufgestiegen, habe dreimal die Klasse gehalten und bin einmal abgestiegen.

Norman: Das schlimmste Jahr war, als wir in die Bezirksliga abgestiegen sind. Wir hatten damals ein Riesenteam, mit dem wir eigentlich hätten aufsteigen müssen. Es kam aber absolut anders. Allerdings muss man auch sagen: Die Landesliga war damals wirklich sehr stark, dagegen wirkte die Oberliga später schon fast einfach.

Sven: Mir kamen nach dem ersten Jahr in der 1. Kreisklasse ja schon die Tränen – weil ich glaubte: Ok, jetzt ist das Kapitel Chemie leider schon wieder vorbei. Ich hätte nie gedacht, dass ich den Sprung in die Landesliga überhaupt mitmachen kann. Ich persönlich hätte wohl auch lieber den romantischen Weg bevorzugt, dass sich Chemie Liga für Liga hocharbeitet. Aber es kam bekanntlich anders. Dann wurde René Behring Trainer, das Spiel wurde insgesamt viel schneller, alles war dynamischer. Die Anforderungen stiegen, es ging auf einmal wirklich um was. Man merkte auch: Sobald mal etwas nicht läuft, kommt Unzufriedenheit hinein.

Und Norman kam zusammen mit den Landesliga-Spielern von Blau-Weiß als neuer Mannschaftskamerad hinzu …

Norman: Ich war zum ersten Spiel gegen Eilenburg eigentlich noch todsterbenskrank, wollte aber unbedingt dabei sein. Das war fantastisch. Auch René Behring als Trainer war super – ein himmelweiter Unterschied zu den Trainern, die ich davor hatte. Er war auf das Spielen fixiert, wollte auch hinten raus spielerisch die Dinge lösen und nicht einfach immer nur lange Bälle schlagen und alles über den Kampf machen.

Sven: Als die Saison in der Kreisklasse zu Ende ging, wollte ich mir die neuen Chemie-Spieler schon mal anschauen. Ich war dann auch im AKS bei der zweiten Mannschaft des FC Sachsen zuschauen. Norman spielte mit und hat seinen eigenen Torwart angeschrien, weil der einen Fehler gemacht hatte. Da sagte ich zu meinen Vater neben mir: Mit dem will ich auf keinen Fall mal zusammenspielen. (lacht) Wie so oft im Leben war es aber so: Wenn man die Leute erstmal persönlich kennen lernt, ist alles ganz anders.

Norman: Auf dem Platz bin ich eben etwas anders, als im Privatleben. Sven, das wird Dir ja auch immer nachgesagt, oder? Du warst doch generell bei jedem Spiel gelb-rot gefährdet. (lacht ebenfalls)

Sven Schlüchtermann im Landesliga-Spiel gegen den BSC Freiberg.
Sven Schlüchtermann im Landesliga-Spiel gegen den BSC Freiberg. © Sportbuzzer-Archiv

Am Ende haben die vielen Aufstiege bei Chemie auch dazu geführt, dass Ihr nicht mehr zur ersten Mannschaft gehören durftet. Wie geht man als Spieler damit um?

Sven: Das ist ein Prozess, sowas zu verarbeiten. Ich denke, ich kann mich selbst auch relativ realistisch einschätzen: Man wird älter, das Niveau im Team nimmt zu, es geht nach oben, es kommen neue Spieler. So etwas objektiv zu erkennen, aber dann subjektiv selbst erleben zu müssen, ist trotzdem etwas anderes. Das Ausscheiden nach dem Regionalliga-Aufstieg hat mich schon härter getroffen, als gedacht. Ich hatte mit Chemie alles erlebt, was man als Amateur bestenfalls erleben kann. Niemand kann mir das nehmen, aber dennoch war der Schnitt nicht einfach. Ich bin in ein Loch gefallen und es gab eine Phase, in der es mir nicht so gut ging.

Norman: Bei mir war es etwas anders: Ich bin irgendwann selbst zum Trainer gegangen und hab ihm gesagt, ich will lieber in der zweiten Mannschaft spielen – damit ich die Dinge rings herum in den Griff kriegen kann. Bei der Zweiten hatte ich danach mit Unterbrechung noch drei absolut geile Jahre, wollte auch nochmal aufsteigen. Leider hat das nicht geklappt. Man merkt aber auch, man wird älter. Nach dem Spiel am vergangenen Wochenende lag ich im Bett und dachte: Mensch, da Schmerzen, dort Schmerzen. Deshalb ist es jetzt auch gut so, dass ich aufhöre.

Ihr habt trotz allem maßgeblich zum Erfolg von Chemie Leipzig beigetragen. Was war das Beste?

Norman: Auf jeden Fall der Aufstieg aus der Bezirks- in die Landesliga, damals in Borna, vor unglaublich vielen Zuschauern. Das war sehr geil.

Sven: In der Saison damals hast Du auch sehr gut genetzt, oder? Bei TuS Leutzsch gab es doch auch eines von Deinen berühmten Weitschusstoren.

Norman: Allerdings! Von der Mittellinie direkt mit dem rechten Fuß abgezogen und der ging rein. Das Tor gibt es heute leider nicht mehr komplett als Video. Schade.

Sven: Es ist nicht ganz leicht, aus den vielen besonderen Momenten im grün-weißen Trikot einige wenige hervorzuheben. Das erste herausragende Spiel bei Chemie war sicher das gegen die Kickers II vor 900 Zuschauern und unzähligen bengalischen Feuern in der 1. Kreisklasse. Das 2:0 gegen Empor Glauchau war auf dem Feld mein schönster Moment. Ich habe es noch genau vor Augen, wie ich den Ball auf Andy Müller querlege und er dann abschließt – alle wussten dann: das ist der Aufstieg in die Oberliga. Die bittere Pokalniederlage in der Verlängerung gegen Lok und das Spiel gegen Eintracht Frankfurt im vollen AKS werde ich natürlich auch nicht vergessen. Und wenn der Capo der Diablos zusammen mit der ganzen Kurve zu deinem Geburtstag ein Lied anstimmt ist das natürlich auch etwas ganz Besonderes. Auch Wahnsinn waren die Hallenturniere in Wittenberg, vor allem beim ersten Mal. Wir Spieler wussten nicht, was auf uns zukommen wird und dann hat die Halle buchstäblich gebebt. Ich weiß noch, als im Finale gegen Piesteritz der Siebenmeter vom Gegner an die Latte ging. In diesem Moment stürmten schon alle Fans aufs Feld, allerdings mussten wir ja auch nochmal ran. Dann geht das letzte Ding rein und alle rasten komplett aus. Unglaublich.

Norman: Nicht zu vergessen sind die ganzen Freundschaftsspiele, die unsere Ultras in den vergangenen Jahren organisiert haben. So krass, als zum Beispiel einfach mal 500 Grün-Weiße unter der Woche bis nach Gelsenkirchen gefahren sind.

Sven: Und ich durfte als gebürtiger Dortmunder in der Glück-Auf-Kampfbahn auflaufen, mit Chemie Leipzig gegen Gerald Asamoah spielen.

Norman: Mein ganz persönlicher Höhepunkt war eindeutig, als Marco Blanc und ich von der ersten Mannschaft eingeladen wurden, um mit ihnen gegen Eintracht Frankfurt zu spielen. Zehn Minuten stand ich damals auf dem Platz, bekam keinen Ball – aber das war trotzdem einfach das I-Tüpfelchen meiner Zeit bei Chemie Leipzig.

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Der sportliche Erfolg bringt inzwischen auch Spieler nach Leutzsch, die den Chemie-Virus noch nicht in sich tragen. Wie würdet Ihr denen den Leutzscher Spirit beschreiben.

Sven: Es reicht wohl, einfach im AKS einzulaufen, das erste Spiel für Chemie machen. Danach weißt Du, was diesen Verein ausmacht. Du läufst ein, hörst den Nordamm schon singen, nimmst wahr, wie viele Leute jetzt in den nächsten 90 Minuten von dir erwarten, dass du alles gibst, um dann bestenfalls am Ende beim abklatschen mit vielen glücklichen Geschichten belohnt zu werden. Du siehst das ganze Umfeld, wie es sich jeden Tag für den Verein engagiert. Du siehst auch, wie professionell zum Teil die Strukturen schon geworden sind, obwohl es ein Amateurverein ist. Ich denke, jeder muss das selbst erfahren – und am besten länger als nur eine Saison bleiben. Aber klar, umso höher es geht, umso unterschiedlicher sind die neuen Spieler auch gepolt: Es gibt auf einmal Berater, es geht um Geld und Perspektiven. Wenn Du nicht bei Chemie als Spieler groß geworden bist oder Dich mit dem, was den Verein auszeichnet und besonders macht, auseinandersetzen willst, dann gehst Du vielleicht doch eher dahin, wo mehr Geld gezahlt wird. Das kann man nicht verhindern, so ist Fußball.

Norman: Viele von den echten Chemie-Typen gibt es wohl tatsächlich nicht mehr im Verein. Wenn ich daran denke, wie Stefan Karau beim Spiel gegen den BFC vergangene Saison mit Blut überströmtem T-Shirt auf dem Platz stand und trotzdem noch weitergespielt hat – das macht nicht jeder. Das ist auch Chemie.

Sven: Ich persönlich würde den Fokus im Verein deshalb auch nicht nur auf die erste Mannschaft setzen, sondern noch mehr auf die Jugend bauen. Wenn die Spieler – und eventuell auch irgendwann einmal Spielerinnen – hier im Verein groß geworden sind, wenn sie die Jugendteams durchlaufen haben, sich mit dem Verein identifizieren und dann den Sprung in die erste Mannschaft schaffen – dann hast Du auch wieder solche Spielertypen, die bei Chemie gefordert werden. Natürlich ist das ein langwieriger Prozess, bei dem auch finanzielle Ressourcen notwendig sind. Und nicht zu vergessen: Gute Trainer sind da ganz wichtig.

Norman: Es braucht auch eine gute zweite Mannschaft. Der Austausch zwischen Erster und Zweiter hat sich in den letzten Monaten bei Chemie schon verbessert, es gab immer mal Spieler von oben, die bei uns dazugekommen sind. Ich würde mir aber wünschen, dass noch etwas mehr auf die Zweite geschaut wird. Was die alles im Verein leistet! Jeder Spieltag wird komplett selbst von uns organisiert, viele Spieler der Zweiten engagieren sich als Jugendtrainer im Verein, fördern aktiv den Nachwuchs. Das sollte eindeutig mehr beachtet werden.

Norman Lee Gandaa nach seinem 30-Meter-Knaller gegen TuS Leutzsch.
Norman Lee Gandaa nach seinem 30-Meter-Knaller gegen TuS Leutzsch. © Sportbuzzer-Archiv

Zum Schluss der Blick nach vorn: Nach all den Jahren in Leutzsch verlasst Ihr beide Chemie Leipzig. Warum?

Sven: Ich bin mit René Behring nach seiner Zeit als Chemie-Trainer weiter in losem Kontakt geblieben und wir haben uns auch gelegentlich mal getroffen und ausgetauscht. Er ist ein sehr kompetenter Trainer und hat beim VfL Halle ja auch immer ehemalige Chemie-Spieler im Team gehabt. Irgendwann meinte er, ich könne mich jederzeit melden, wenn Bedarf besteht. Nachdem dann klar war, dass viele Spieler in der Zweiten zum Saisonende aufhören wollen, mit denen ich seit der Kreisklasse zusammengespielt hatte, musste ich mich entscheiden. Zur ersten Mannschaft von Chemie gab es keinen Kontakt mehr und so dachte ich: Ok, wenn es nun die Möglichkeit gibt, doch nochmal Oberliga zu spielen, sollte ich das vielleicht wahrnehmen. Es war tatsächlich aber auch ein mulmiges Gefühl, als ich dann in Halle unterschrieben habe. Ich schätze René Behring als Trainer sehr, habe jetzt auch meine B-Lizenz gemacht und hoffe, dass ich bei ihm auch auf dieser Ebene noch etwas mitnehmen kann. Eine Rückkehr zu Chemie, in welcher Funktion auch immer, wünsche ich mir natürlich irgendwann. Deshalb sollte das hier auch nicht als Abschiedsinterview verstanden werden.

Hast Du schon darüber nachgedacht, wie es sein wird, gegen die Chemie-Fankurve aufzulaufen?`

Sven: Ich habe versucht, das bisher auszublenden. Ich denke, erstmal muss ich mich sportlich beim VfL durchsetzen. Bisher habe ich 14 Einsätze in der Liga, ich bin wahrlich kein gestandener Oberliga-Spieler. Ich komme aus der Stadtklasse, da gilt es sich erstmal zu beweisen. Falls es tatsächlich dazu kommt, dass ich gegen Chemie spielen werde, kann ich mir auch dann noch genug Gedanken machen.

Norman, Du sagtest schon, Du hörst auf. Warum?

Norman: Ja stimmt, ich höre mit Fußball komplett auf. Es gab ein paar Anfragen, ob ich nicht als Jugendtrainer weitermachen möchte. Ich weiß aber auch, wie ich bin, wenn mal ein Spiel verloren geht. (lacht) Dann wäre es sicher nicht so gut, wenn ich ein Team mit Jugendlichen übernehmen würde. Es gab auch eine Anfrage von meinem Jugendverein, der Spielvereinigung, ob ich nicht da noch mitspielen möchte. Das habe ich ebenfalls abgelehnt. Ich will erstmal alles rings herum ordnen, meinen beruflichen Weg finden und dann kann man irgendwann weiterschauen.

Sven: Die Alten Herren von Chemie haben doch bei Dir auch schon angefragt, oder?

Norman: Das Gewicht für die Mannschaft hätte ich sicherlich schon drauf, aber ich bin leider noch drei Jahre zu jung. (lacht)

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