01. Februar 2018 / 16:23 Uhr

Bezirksliga-Rückblick: Von Vergangenheitsbewältigern und Verfolgern

Bezirksliga-Rückblick: Von Vergangenheitsbewältigern und Verfolgern

Redaktion Sportbuzzer
SV Reislingen/Neuhaus gegen die SV Gifhorn
Erneut der Gejagte: Reislingen (l.) liegt vorn, hat aber Teams wie die SV Gifhorn im Nacken. © Cagla Canidar
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Am Wochenende geht es in der Fußball-Bezirksliga wieder los, die ersten beiden Spiele des Jahres sind angesetzt. Vor dem Start nimmt die AZ/WAZ die bisherige Saison noch einmal unter die Lupe.

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SV REISLINGEN/NEUHAUS. Nach dem Drama des verpassten Aufstiegs in der vergangenen Saison steht Reislingen auch in dieser Spielzeit zum Ende der Halbserie wieder ganz oben. Das heißt: Die Truppe von Coach José Salguero hat die Enttäuschung gut weggesteckt und positiv verarbeitet. Spielwitz, Offensivdrang, Disziplin in der Ordnung – kaum eine Mannschaft funktioniert in der Bezirksliga so gut als Kollektiv wie der SVR. Interessant wird zu sehen sein, wie Reislingen diesmal mit der Rolle des Gejagten umgehen wird. Eines ist nämlich klar: Einige Verfolger haben sich an die Fersen des SVR geheftet.

Gewinnspiel:

TSG MÖRSE. Wer hätte nach sieben Spieltagen gedacht, dass die TSG auf Platz zwei überwintert? Zu diesem Zeitpunkt folgte nämlich Niederlage auf Niederlage, zwischenzeitig rutschte das Team von Thomas Orth und Marco Ament auf Rang 13 ab. Zu viele Verletzte verhinderten einwandfreies Arbeiten. Die TSG belehrte die Liga aber eines Besseren, ließ daraufhin eine Siegesserie von sechs Partien folgen. Der große Vorteil: Der heimische Kunstrasenplatz blieb auch in den regnerischen Monaten bespielbar – und Mörse im Rhythmus. Das schlug sich in der Statistik nieder, denn die TSG erzielte zusammen mit dem SV Reislingen/Neuhaus die meisten Treffer (41).

Die Top-11 der Hinrunde:

Bezirksliga Braunschweig: Die Top-11 der Hinrunde

Am Wochenende stehen in der Fußball-Bezirksliga die ersten Spiele des Jahres an, vorher ist noch Zeit für eine Bilanz. Wir haben die Trainer gefragt: Welche Spieler haben mit ihrer Leistung in der abgelaufenen Halbserie besonders überzeugt? Und aus den Antworten haben wir eine Top-11 zusammengestellt. Zur Galerie
Am Wochenende stehen in der Fußball-Bezirksliga die ersten Spiele des Jahres an, vorher ist noch Zeit für eine Bilanz. Wir haben die Trainer gefragt: Welche Spieler haben mit ihrer Leistung in der abgelaufenen Halbserie besonders überzeugt? Und aus den Antworten haben wir eine Top-11 zusammengestellt. ©
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SV GIFHORN. Viele trauen der SVG in dieser Saison den Titel zu. Warum auch nicht? Der breite Kader ist eine gute Mischung aus Erfahrung und Talent, das Team von Spielertrainer Tino Gewinner versteht sich auch abseits des Platzes als Einheit. Dennoch vergeigte die SVG die eine oder andere Begegnung aufgrund von Unkonzentriertheiten und verlor dadurch wertvolle Punkte. Für die Rückrunde ist der Zug nach ganz oben aber noch nicht abgefahren. Kriegt die Gewinner-Elf noch mehr Stabilität in die Ergebnisse, ist mehr als Platz drei möglich. Und sollte der Sturm um Malte Leese, Top-Torjäger der Liga mit 14 Treffern, weiterhin so groß aufspielen, wird’s auch in der Rückrunde das eine oder andere Spektakel geben.

MTV GAMSEN. Lange Zeit lieferte sich Gamsen in der ersten Saisonhälfte ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem SV Reislingen/Neuhaus um die Tabellenspitze, zum Schluss rutschte das Team von Trainer Ralf Ende aber etwas ab. Formtief, Lustlosigkeit, Sturz- nach Höhenflug? Keinesfalls! Anfang November bestritt der MTV sein bislang letztes Spiel, danach fielen alle Partien dem Wetter zum Opfer. Also haben die Gamsener noch einiges in der Hinterhand, wenn es in die Rückrunde geht. Würde die Ende-Elf zwei ihrer Nachholspiele gewinnen, wäre der MTV schon punktgleich mit Reislingen. Dass Gamsen überhaupt auf Rang vier verweilt, liegt vor allem an der starken Defensive, die nur elf Gegentore zugelassen hat – das ist Liga-Spitzenwert!

Die Durchstarter der Bezirksliga 1

Die Durchstarter der Bezirksliga Braunschweig 1 Zur Galerie
Die Durchstarter der Bezirksliga Braunschweig 1 ©

TSV HEHLINGEN. Für die Hehlinger war es eine Hinserie der Aufs und Abs: Der erste Sieg gelang der Mannschaft von Coach Kenny Hülsebusch erst im vierten Spiel, danach lief es aber zunächst bemerkenswert gut. Eine bessere Platzierung als Rang fünf verhagelte sich der TSV aber noch in den abschließenden drei Partien, die wieder ohne Sieg über die Bühne gingen. Nun sitzen dem TSV einige Teams im Nacken, die ähnlich viele Punkte, aber weniger Partien bestritten haben. In der Rückrunde ist die Konstanz der Hülsebusch-Schützlinge gefragt. Und der Trainer würde sich sicher darüber freuen, wenn sein Aufgebot von schwerwiegenden Verletzungen endlich mal verschont bleiben würde.

FSV ADENBÜTTEL/RETHEN. Lange Zeit wurde die FSV auf ihre Ausnahmespieler reduziert. Nach dem Abgang von Goalgetter und Mentalmonster Andrej Ganski zeigte die FSV aber, dass sie auch problemlos als Mannschaftsgefüge für genügend Punkte sorgen kann. Bei den Ergebnissen der Hinrunde fällt vor allem auf, dass Adenbüttel gern die Rolle des Favoritenschrecks übernahm: Die FSV bezwang nämlich sowohl den aktuellen Tabellenzweiten TSG Mörse (5:4) als auch den Spitzenreiter SV Reislingen/Neuhaus (2:1). In den Adenbüttelern schlummert also viel Potenzial, das in der Rückrunde noch mehr geweckt werden will.

SV Calberlah. Nach dem Abstieg aus der Landesliga war die Zielvorgabe in Calberlah ursprünglich, sich sofort wieder in das Rennen um die Meisterschaft einzumischen. Viele Verletzungssorgen sorgten aber dafür, dass sich die Anfangself ein ums andere Mal von selbst aufstellte. Richtig in Tritt sind die Grün-Weißen dadurch noch nicht gekommen, ein Ass im Ärmel haben sie aber trotzdem: Erst zehn Spiele bestritt die Mannschaft von Coach Steffen Erkenbrecher durch anhaltende Regen- und Schneefälle. Mit diesen Partien im Rücken ist noch alles möglich – selbst der Weg an die Spitze! Dafür dürfen sich bei den Grün-Weißen in der zweiten Saisonhälfte allerdings keine Patzer mehr einschleichen.

VfL Wahrenholz. Nach der enttäuschenden Vorsaison (Platz 13) backt der VfL nun kleinere Brötchen und steht halbwegs gesichert im Mittelfeld. Aber auch in Wahrenholz reihen sich die Ausfälle wichtiger Spieler wie Niki Germer oder Chris Hartmann aneinander. Die fehlende Konstanz zeigt sich in den Resultaten, vom 2:5 gegen den TuS Neudorf-Platendorf bis zum 6:1 gegen den FC Schunter war alles dabei. Coach Torben Gryglewski, der im Sommer zur SV Leiferde geht, wird aber sicher alles versuchen, seine letzte VfL-Saison mit Glücksgefühlen zu beenden.

FC Wolfsburg. Was war das für ein grauenvoller Start: Sechs Spiele lang holte der FC keinen Punkt. Nach den Remis gegen den SV Calberlah und den TSV Vordorf war das 3:1 beim TSV Germania Helmstedt der große Befreiungsschlag. Bis zum letzten Spiel des Jahres Ende November blieb der FC ungeschlagen. Ganz zur Freude von Trainer Jim Fack, der sich zwischenzeitlich auch selbst hinterfragt hatte.FC Schunter. Schon in der Rückrunde der Vorsaison war ein deutlicher Aufwärtstrend bei Schunter erkennbar, der sich in dieser Spielzeit fortsetzte. Immer wieder holte der FC wichtige Punkte durch späte Tore und stellte seinen Siegeswillen unter Beweis. Spiele wie das 2:5 gegen den TSV Hehlingen oder das 1:6 beim VfL Wahrenholz erinnerten aber auch an alte Zeiten, die Trainer Klaus Fricke lieber überwunden sehen würde.

TuS Neudorf-Platendorf. Eigentlich ist alles so wie immer: Zur Winterpause hängt Platendorf in der unteren Tabellenhälfte fest – und muss sich sogar noch mit Abstiegssorgen herumärgern. Der TuS hat aufgrund seines anfälligen Platzes allerdings erst elf Spiele absolviert, lief seit Oktober nur einmal auf. Doch auch sportlich blieb alles so wie in den vergangenen Jahren: Mit seiner unbestrittenen individuellen Qualität war Platendorf auch mit den Top-Teams auf Augenhöhe, doch gegen die SV Gifhorn (0:2) und Reislingen (1:5) reichte es nicht zu Punkten. Wenn der TuS in der Tabelle klettern will, muss er die Heimbilanz aufbessern: Zu Hause (fünf Spiele, sechs Zähler) gab’s erst einen Sieg…

MTV Isenbüttel. In den vergangenen Jahren einer der Geheimfavoriten, ist das Bezirksliga-Urgestein Isenbüttel nun mittendrin im Abstiegskampf. Nach der Verjüngungskur im Sommer fand die Mannschaft noch nicht zur gewohnten Stärke. „Das braucht seine Zeit“, hatte Trainer Rouven Lütke immer wieder bekräftigt. Allerdings muss sein Team aufpassen, am Ende nicht unter dem Strich zu landen. Das Jahr 2017 endete immerhin mit einem 2:1 im Kellerkrimi beim TSV Vordorf. „Das war ein elementar wichtiger Sieg, der uns hoffentlich Auftrieb gibt“, so Lütke.

TSV Vordorf. „Wir haben Leidenschaft gezeigt“ – es war eine oft gewählte Beschreibung von TSV-Trainer Heinz-Günter Scheil. Seine Elf stand in der Hinrunde tatsächlich wie kein zweites Team der Liga für Einsatz und Willen. Mit diesen Tugenden sind die Vordorfer Kreismeister geworden, mit diesen Tugenden brachten sie den einen oder anderen Top-Klub in der Bezirksliga ins Wanken. Dabei sprangen aber zu selten Punkte heraus. „Schade, dass wir uns so selten belohnt haben“, sagt Scheil. Zu etwas Zählbaren fehlte häufig das Quäntchen Abgeklärtheit, wodurch der TSV mit erst zwei Siegen Gefahr läuft, abzusteigen.

SV Barnstorf. Nach dem Aufstieg startete Barnstorf euphorisch, es gab unter anderem ein 5:1 gegen den MTV Isenbüttel, ein 3:2 beim FC Wolfsburg und ein 4:4 bei Absteiger SV Calberlah. Einige schauten schon verdutzt, wo denn diese umschaltstarke, spielfreudige junge Mannschaft plötzlich herkam. Doch das 4:4 sollte das vorerst letzte Erfolgserlebnis des SVB bleiben. Nach dem Duell am 17. September trat der Neuling witterungsbedingt nur noch auf fremden Plätzen an und kassierte in fünf Spielen fünf Pleiten. „Man hat schon einen Unterschied gemerkt, auswärts waren meine Jungs noch zu grün hinter den Ohren“, so Coach Jörg Robe. Insgesamt gab’s in acht Partien in der Fremde nur einen Sieg.

STV Holzland. Die erste Saisonhälfte von STV ist mit den Worten Pleiten, Pech und Pannen gut beschrieben. Nicht nur, dass Holzland viele Duelle – wie das 0:1 gegen den MTV Gamsen – unglücklich in den Schlussminuten abgab. Obendrein musste Trainer Robin Günther aus privaten Gründen Anfang Oktober seinen Hut nehmen. Der neue Coach Thomas Schielke wollte für Aufbruchstimmung sorgen, doch von zehn möglichen Spielen fanden witterungsbedingt nur zwei unter seiner Regie statt. Holzland wartet weiter auf den ersten Sieg, doch trotz neun Punkten Rückstand aufs rettende Ufer gibt Schielke nicht auf: „Wir wollen noch einmal angreifen!“

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