06. Oktober 2018 / 19:56 Uhr

BG Göttingen schlägt MHP RIESEN Ludwigsburg

BG Göttingen schlägt MHP RIESEN Ludwigsburg

Eduard Warda
BG-Kapitän Michael Stockton im Spiel gegen die MHP RIESEN Ludwigsburg.
BG-Kapitän Michael Stockton im Spiel gegen die MHP RIESEN Ludwigsburg. © Pförtner
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Die BG Göttingen hat die Pokalüberraschung geschafft! Der Basketball-Bundesligist lag im Achtelfinale des BBL Pokals gegen den BBL-Tabellenführer MHP Riesen Ludwigsburg bereits scheinbar aussichtslos, siegte dann aber in der S-Arena nach einem unglaublichen Schlussdurchgang mit 72:67 (32:31).

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Vor dem letzten Viertel liegen die Veilchen im Heimspiel vor 2168 Zuschauern mit 42:57 zurück, und nichts scheint darauf hinzudeuten, dass die Partie noch gedreht werden kann. Dann aber bläst die BG beim Stand von 55:63 (36.) zur Aufholjagd und liegt kurze Zeit später, in der 39. Minute, sogar mit 70:63 vorn.

Veilchen werden zunächst zum Spielball

Der Rückstand beträgt kurz vor Ende des dritten Viertels beim Stand von 38:54 sogar 16 Punkte, und BG-Headcoach Johan Roijakkers nimmt die Auszeit. Ludwigsburg agiert ähnlich spielerisch leicht wie die BG im Schlussdurchgang in Weißenfels, und die Art und Weise, wie plötzlich die Veilchen zum Spielball werden, lässt Schlimmes erahnen.

Doch der Gastgeber zieht sich im letzten Viertel am eigenen Schopf aus der Misere. Andric trifft zuvor so gut wie nichts und versenkt nun einen Dreier - 45:57. Stockton trifft für Drei - 48:57. Der Kapitän legt nach - 50:57. Resultat: Auszeit John Patrick (32.). Nutzt aber erst mal nichts: Andric wird beim Dreier gefoult und verwandelt sämtliche Versuche: 53:57 (33.). Die BG-Fans spüren: Hier geht doch noch was!

Neuzugang Crawford ist plötzlich der einzige Riese

Der 1,68 Meter große Neuzugang Crawford ist, abgesehen von seiner Körpergröße, nun der einzige Riese, der den Namen zurecht trägt. Er verhilft den Ludwigsburgern noch mal zu einer Atempause, aber beim 55:63 geht es endgültig los. Willis trifft für Drei zum 58:63 (36.), Kramer verwandelt beide Freiwürfe zum 60:63 (36.). Glück für die BG, als der Dreier-Versuch von Jallow tief in die Reuse guckt, aber nicht fällt (37.).

Das Momentum ist nun einfach auf der Seite der Göttinger, und Willis versenkt nervenstark den nächsten Dreier (37.) - die Halle tobt. Erst recht, als Williams beim Tempogegenstoß überlegt zu Kramer passt und der konsequent per Korbleger trifft - 65:63 (38.). Zum 67:63 trifft dann wieder der nun überragend aufspielende Stockton, zwischendurch wird im offenen Kampf und niedrig über das Parkett fliegend beiderseits nach dem Ball gehechtet. Die begeisterten Fans sehen nun einen echten Pokalfight.

BG Göttingen - MHP RIESEN Ludwigsburg (BBL Pokal)

BG Göttingen - MHP RIESEN Ludwigsburg (BBL Pokal) Zur Galerie
BG Göttingen - MHP RIESEN Ludwigsburg (BBL Pokal) © Pförtner
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Dazu gehört auch, dass nun die Ludwigsburger, die bereits wie die sicheren Sieger aussahen, ein wenig die Nerven verlieren: Ex-Veilchen Waleskowski erhält sein fünftes Foul, die RIESEN-Bank wegen massiver Proteste ein technisches Foul. Den daraus resultierenden Freiwurf nutzt Willis genauso wie zwei Freiwürfe wegen des Fouls: 70:63 (39.) - unglaublich, unfassbar, verrückt. Ein 11:0-Lauf und dann noch mal ein 15:0-Lauf, das ist zu viel für die Gäste. Am Ende entscheidet die BG den letzten Durchgang mit 30:10 für sich, und die Fans freuen sich über den nächsten Husarenstreich ihres Teams. BG-Topscorer Willis wird zur Humba gebeten, er hat es verdient.

"Es war ein verdienter Sieg. Nach dem dritten Viertel haben wir ein bisschen relaxed, und Göttingen hat das bestraft", sagte Patrick nach dem Spiel. "Es ist enttäuschend, weil wir so hoch geführt haben." Roijakkers sagte bescheiden, dass er und sein Team "einfach viel Glück gehabt" hätten. "Normal können wir eine Mannschaft wie Ludwigsburg niemals schlagen, das hat man in den ersten drei Vierteln gesehen. Aber die Jungs haben niemals aufgegeben und gut gekämpft. Kompliment dafür."

Radosavlievic erhält nach Trash-Talk zweites technisches Foul

In die Karten spielte der BG, dass sich Ludwigsburgs Radosavlievic früh, Ende des zweiten Viertels, mit seinem zweiten technischen Foul verabschiedet hatte. Vorausgegangen war eine Auseinandersetzung mit Darius Carter, der dafür ebenfalls ein technisches Foul kassierte. "Es war Trash-Talk zwischen den beiden, das ist schwer zu erklären", sagte Patrick später. Begeistert sein konnte er auch nicht über die Drei-Punkte-Quote: Zur Halbzeit stand sein Team bei 13 Versuchen und 0 (in Worten: null) getroffenen Dreiern. Am Ende kam man wenigstens auf vier Treffer und 15 Prozent.

Die BG ist durch den Sprung ins Viertelfinale des BBL Pokals um 50.000 Euro reicher. "Sonst geben wir immer Geld aus, jetzt haben wir mal 50.000 Euro eingenommen", witzelt Roijakkers auf der Pressekonferenz. Die Zuschauer, die weder die Weißenfels-Gala noch den Pokal-Coup gesehen haben (für den Pokal galten die Saison-Dauerkarten nicht), werden sich geärgert haben. Die Zuschauer waren nicht nur aus dem Häuschen, sondern jeder von ihnen schien auch Lärm für zwei zu machen. "Es hat sich angehört wie ein ausverkauftes Haus", sagte Roijakkers.

Die BG in der Statistik:

Lockhart (2 Punkte/- Dreier/- Rebounds/2 Assists), Kramer (6/0/2/1), Williams (7/1/7/2), Carter (12/-/6/1), Andric (8/1/5/-), Mönninghoff (-/-/2/1), Stockton (16/1/3/9), Willis (19/3/8/2), Haukohl (2/-/2/1), Grüttner (-/-/-/-).

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