06. Dezember 2018 / 12:06 Uhr

Biathlon-Auftakt: Johannes Kühn starker Zweiter - Franziska Preuss verpatzt letzten Schuss

Biathlon-Auftakt: Johannes Kühn starker Zweiter - Franziska Preuss verpatzt letzten Schuss

Redaktion Sportbuzzer
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Im slowenischen Pokljuka belegt Deutschlands Biathlon-Hoffnung Johannes Kühn zum Auftakt den zweiten Platz. 
Im slowenischen Pokljuka belegt Deutschlands Biathlon-Hoffnung Johannes Kühn zum Auftakt den zweiten Platz.  © dpa
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Um ein Haar hätte Johannes Kühn zum Start in die Biathlon-Saison in Pokljuka/Slowenien für eine Sensation gesorgt. Am Ende fehlten dem Wintersportler aus Reit im Winkl zu seinem ersten Weltcup-Triumph nur 4,2 Sekunden. Weniger gut lief es für die deutschen Damen.

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Auf seinen bisher größten Erfolg wird Biathlet Johannes Kühn wenn überhaupt mit einem kleinen Bier anstoßen. „Aber wahrscheinlich wird es eher nur ein Wässerchen“, scherzte sein Teamkollege Arnd Peiffer. Das Duo hatte beim Weltcup-Start im slowenischen Pokljuka doppelt Grund zur Freude: Kühn stürmte am Donnerstag im schweren Einzel über 20 Kilometer fehlerfrei hinter Frankreichs Superstar Martin Fourcade auf Platz zwei. „Ich bin super happy“, sagte Kühn. Peiffer bestritt sein erstes Rennen als Vater. „Ich bin Papa geworden und das ist, glaube ich, das Allerschönste und Wichtigste“, sagte der Sprint-Olympiasieger.

Kühn fehlen 4,2 Sekunden zum Sieg

Sportlich sorgte Kühn im Nachholrennen des am Mittwoch wegen Nebels verschobenen Einzels für die Überraschung. Dabei hatte sich der 27-Jährige beim Einlaufen alles andere als gut gefühlt. Nach einem perfekten Schießen musste er sich nur Fourcade um 4,2 Sekunden geschlagen geben. Mit seinem ersten Weltcupsieg wäre er der erste Deutsche im Gelben Trikot seit zehn Jahren gewesen. „Ich habe letztens im Spaß gesagt, das erste ist das einfachste Rennen, um ins Gelbe Trikot zu kommen. Im Nachhinein ist es vielleicht schade wegen des Sturzes und den vier Sekunden. Aber wenn mir vorher jemand gesagt hätte, ich werde Zweiter, hätte ich gesagt: super“, meinte Kühn.

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Als Fourcade noch in der Aufwärmzone war, kollidierte Kühn nach dem ersten Schießen beim Loslaufen mit dem Norweger Vetle Christiansen und verlor bei einem Sturz wertvolle Sekunden. „Es war ein Unfall. Er hat sich entschuldigt. Alles ok“, sagte Kühn. Glückwünsche von daheim konnte er erst verspätet entgegennehmen: er hatte sein Handy vergessen. Kühn hatte bereits in der Vergangenheit durch seine Laufstärke überzeugt. Sich aber durch zu viele Fehler beim Schießen immer wieder um bessere Platzierungen gebracht: „Wenn ich konstanter werde, wird das nicht das letzte gute Ergebnis sein“, sagte er.

Sprint-Olympiasieger Peiffer, der erst am Mittwochabend in Slowenien angekommen war, konnte Platz 52 im Rausch der Glücksgefühle verschmerzen. „Ich musste mich schon zu Hause losreißen“, bekannte der Harzer. Ob Junge oder Mädchen verriet der 31-Jährige, der sein Privatleben unter Verschluss hält, nicht. „Frisch gefühlt habe ich mich auch nicht. Aber ich schaue nach vorne“, sagte Peiffer.

Schempp auf Platz fünf

Der in der Vorbereitung durch eine Schulter-Operation gehandicapte Simon Schempp wurde starker Fünfter (+ 38,6 Sekunden). Weil er den letzten Schuss daneben setzte, verpasste der 30-Jährige einen möglichen Sieg. „Ich ärger mich schon. Aber Hut ab vor der Leistung von Johannes“, sagte der Uhinger, der wie seine Kollegen am Freitag im Sprint (14.15 Uhr/ARD und Eurosport) wieder angreift. Der von Rückenproblemen geplagte Erik Lesser wurde 23., Benedikt Doll nur 58.

Schempps Freundin Franziska Preuß setzte auch nur den letzten ihrer 20 Schuss daneben und lief beim ersten Sieg der Ukrainierin Julija Dschyma als Zehnte als einzige Deutsche in die Top 20. „Dass Simon und ich den letzten Schuss nicht getroffen haben, war einfach nur Zufall. Ich bin im Großen und Ganzen zufrieden“, sagte die 24-Jährige. Denise Herrmann, die sich am Vormittag noch etwas schlapp gefühlt hatte, schaffte bei widrigen Streckenbedingungen die zweitbeste Laufzeit, wurde aber nach vier Fehlern nur 29. Im Sprint am Samstag hofft die Oberwiesenthalerin auf bessere Schneebedingungen. „Wenn nicht so viele Scheiben stehgen bleiben, kann einiges gehen“, sagte Herrmann selbstbewusst.

Dahlmeier kämpft um Comeback

Doppel-Olympiasiegerin Laura Dahlmeier kämpft nach ihrer gesundheitsbedingten Zwangspause wegen eines geschwächten Immunsystems um ihr Comeback. Wahrscheinlich wird sie aber erst im neuen Jahr wieder laufen. „Es entwickelt sich alles sehr, sehr gut. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass sie dieses Jahr noch zurückkommt“, sagte der neue Co-Trainer Florian Steirer in der ARD.

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