06. Dezember 2018 / 07:51 Uhr

Bischofswerdas Präsident Neumann: „Geld für neue Spieler gibt der Etat nicht her“

Bischofswerdas Präsident Neumann: „Geld für neue Spieler gibt der Etat nicht her“

Jürgen Schwarz
Präsident des Bischofswerdaer FV, Jürgen Neumann
Präsident des Bischofswerdaer FV, Jürgen Neumann © Steffen Manig
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Der Präsident des Bischofswerdaer FV, Jürgen Neumann, zieht eine Zwischenbilanz und spricht u.a. über die sportliche Situation, die Position von Trainer Erik Schmidt und die geplante Reform der Regionalligen. 

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Bischofswerda. In der Fußball-Regionalliga Nordost kämpft der Bischofswerdaer FV um den Klassenerhalt. Derzeit liegt der Aufsteiger auf dem 10. Rang und damit voll im Soll. BFV-Präsident Jürgen Neumann (55) ist froh, dass kein neues Personal geholt werden muss.

Sie hatten vor der Saison den Wettstreit um den Oberlausitz-Meister ausgerufen. Sieht gut aus, oder?

Jürgen Neumann: Naja, Neugersdorf und Bautzen haben gerade mal zwei beziehungsweise drei Punkte weniger auf dem Konto. Natürlich steht für uns der Klassenerhalt an oberster Stelle. Ich werde aber tatsächlich einen Pokal stiften und den würde ich auch Budissa oder dem FC Oberlausitz vor Ort überreichen.

Die Hinrunde schloss die Mannschaft mit 21 Punkten ab. Wann kam Ihnen die Idee mit der 19-Zähler-Marke und dem Erlass des Eigenanteils für die Spieler am Trainingslager?

Wir haben schon vor der Saison mit dem Mannschaftsrat zusammengesessen und dabei ist unter anderem herausgekommen, dass wir die 250 Euro pro Spieler erlassen, sollten wir mindestens 19 Punkte nach der ersten Halbserie auf dem Konto haben. Mit dem Sieg gegen den CFC haben es die Schützlinge von Trainer Erik Schmidt tatsächlich noch geschafft.

Nun muss aber der Verein mehr für das Türkei-Camp investieren, oder?

Nein, wir zahlen gar nichts. Das Trainingslager in der Türkei, übrigens in den letzten Jahren immer im gleichen Hotel, decken unsere Sponsoren ab. Ein Großteil wird selbst mit in Belek vor Ort sein. Jeder Sponsor finanziert auch gleich einen Spieler mit. Meist haben wir sogar noch Mehreinnahmen, denn am letzten Abend gibt es traditionell immer ein gemeinsames Essen mit Programm. Alle sind gut drauf und unsere Sponsoren greifen dann meist noch mal ins Portemonnaie.

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Der BFV musste eine lange Durststrecke überwinden. Wie sehr wackelte der Trainerstuhl?

Der hat überhaupt nicht gewackelt. Wir sind ja nicht blauäugig in die Serie gegangen. Wir haben neben Rathenow den kleinsten Etat und einen Trainer, der in seinem Hauptjob noch 40 Stunden arbeiten geht. Und die Truppe ist sehr, sehr jung. Der starke Saisonauftakt war wir mir fast schon unheimlich, dann kamen die Niederlagen. Wir haben Spiele gewonnen, von denen wir das nie erwartet hätten. Dann haben wir einige verloren, da hatten wir fest ein paar Punkte eingeplant. Zuletzt haben wir die Kurve hinbekommen und liegen im Plan. Wir wollen unbedingt in der Liga bleiben. Reicht es nicht, gehen wir mit Erik Schmidt wieder eine Klasse tiefer.

Haben Sie sich als Präsident schon mal in sportliche Dinge eingemischt?

Fast nie und ich bin jetzt 15 Jahre Präsident. In der Landesliga haben wir mal hoch in Grimma verloren. Erik Schmidt hatte einen Tag zuvor noch intensiv trainieren lassen. Die Jungs waren dann in der zweiten Halbzeit platt. Als dann wieder einmal so ein hartes Übungsprogramm einen Tag vor einem Spiel anstand, bin ich hingefahren und habe das Training abgesetzt. Später hat mir der Trainer gesagt, dass das so richtig war. Aber wie gesagt, eine absolute Ausnahme. Erik Schmidt und sein Co-Trainer Mirko Ledrich haben das Sagen im sportlichen Bereich.

Wird es Neuzugänge im Winter geben?

Geld für neue Spieler gibt der Etat nicht her. Einen Neuzugang würde es also nur geben, wenn uns im Gegenzug ein Spieler verlässt.

Was sagen Sie zu den DFB-Plänen, die fünf Regionalliga-Staffeln nach 2020/21 auf vier zu reduzieren?

Die Reduzierung würde die Regionalliga für die Vereine im Osten noch uninteressanter machen, da neben langen Anfahrtswegen auch noch Übernachtungskosten dazu kämen, die wir sicherlich nicht stemmen könnten. Auch ist es dann das Ende des Amateursports in dieser Liga, denn Mittwochspiele in Ingolstadt oder eine Partie am Sonntag in München sind mit arbeitenden und studierenden Fußballern nicht machbar.

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