10. April 2018 / 11:41 Uhr

Bloß kein Déjà-vu: Wie schnell erholt sich RB Leipzig von der höchsten Bundesliga-Heimpleite?

Bloß kein Déjà-vu: Wie schnell erholt sich RB Leipzig von der höchsten Bundesliga-Heimpleite?

Anne Grimm
Abhaken, anderes Gesicht zeigen: Die Vorbereitung auf das Spiel in Marseille begann unmittelbar nach der Pleite gegen Leverkusen im Mannschaftskreis.
Abhaken, anderes Gesicht zeigen: Die Vorbereitung auf das Spiel in Marseille begann unmittelbar nach der Pleite gegen Leverkusen im Mannschaftskreis. © Christian Modla
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Nach einer Niederlage im Montagsspiel hat RB Leipzig in dieser Saison schon einmal eine niederschmetternde englische Woche erlebt. Um ein Déjà-vu zu verhindern und in der Europa League sowie der Bundesliga weiter alle Chancen zu wahren, muss sich die Abwehr dringend stabilisieren.

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Leipzig. Nach dem zweiten verlorenen Montagsspiel gegen einen direkten Konkurrenten um die Champions-League-Plätze ist für RB Leipzig vor allem eines beruhigend: In dieser Saison wird kein weiteres folgen. RB-Coach Ralph Hasenhüttl meinte nach der derben 1:4-Klatsche im heimischen Stadion gegen Bayer Leverkusen: „Für uns gilt es, die Montagabende abzuhaken und sich auf die Donnerstagabende zu konzentrieren.“ Denn dann steigt bereits das Rückspiel im Europa-League-Viertelfinale bei Olympique Marseille.

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RB Leipzig - Bayer 04 Leverkusen (1:4) ©
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Die zwei wichtigsten Fragen bis dahin lauten: Schafft es die Mannschaft, die höchste Bundesliga-Heimpleite schnell aus den Köpfen zu kriegen? Kann RB Leipzig seine eklatanten Fehler in der Defensive, die Leverkusen gnadenlos bestrafte, bis zum Donnerstagabend beheben?

Nach dem letzten verlorenen Montagsspiel Mitte Februar und der 1:2-Niederlage in Frankfurt folgten für die Leipziger zwei Spiele zum vergessen – das 0:2 gegen Neapel sowie die 1:2-Pleite gegen Köln. „Hoffentlich haben wir aus der Woche damals gelernt. Klar wird es in Marseille schwer. Aber das ist Fußball, dafür haben wir die ganze Saison gekämpft. Es gibt genug Hunger und Mentalität in der Mannschaft, das zu lösen“, meinte Keeper Peter Gulacsi.

Weiterhin ist alles möglich

Um in dieser Woche in Marseille und Bremen (Sonntag) ein Déjà-vu zu verhindern, muss sich die Defensive, die zuletzt bereits in Hannover und im Hinspiel (1:0) gegen die Franzosen heftig wackelte, wieder stabilisieren. Ein Blick auf die Bundesligatabelle zeigt: Der Vizemeister besitzt das schlechteste Torverhältnis aller sieben Aspiranten im Rennen um die Königklasse, kassierte bereits 41 Gegentreffer. In der vergangenen Saison waren es nach dem letzten Spieltag insgesamt nur 39.

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Trotzdem ist mit zwei Punkten Abstand auf einen Champions-League-Platz fünf Partien vor Schluss weiterhin alles möglich. „Es war natürlich ein direkter Konkurrent, das tut uns weh und ist denkbar ungünstig. Aber das Rennen ist noch nicht beendet. Auch wenn wir vielleicht einen Nachteil durch die Doppelbelastung haben. Aufgeben tun wir nicht“, schickte Hasenhüttl noch am Montagabend eine Kampfansage an die Konkurrenz.

So gespalten wie die Fans von RB Leipzig beim Stimmungsboykott auf das Montagsspiel reagierten, so unterschiedlich waren die Meinungen der Spieler nach der Bayer-Pleite über die vier Gegentore. Kapitän Willi Orban sagte: „Die Situationen, da kann man keinem so richtig einen Vorwurf machen, weil es auch unglücklich ist, in der Entstehung aber auch ärgerlich.“ Beim ersten Mal liefen die Leipziger in einen Konter, beim zweiten Falle folgte einem weiten Abschlag der Gegentreffer. Das dritte Tor der Gäste fiel nach einem Standard, im vierten Fall sorgte ein unnötiger Ballverlust am eigenen Strafraum für das Endergebnis. Torhüter Gulacsi ärgerte sich: „Es darf nicht passieren, dass wir vor der Halbzeit nach unserer Ecke einen so einfachen Konter bekommen. Wir haben darüber vor dem Spiel gesprochen, dass sie nach gegnerischen Standards gefährlich sind. Auch nach der Halbzeit, nach dem Abstoß. Das sind Sachen, die so nie passieren dürfen.“

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Willi Orban (RB Leipzig):  Wir haben eine gute erste Hälfte gespielt, sind verdient in Führung gegangen. Im Umschaltspiel, hatten wir sogar noch ein paar Chancen, die wir besser hätten ausspielen müssen. Dann unglücklich der Ausgleich. Die zweite Hälfte ist komplett gegen uns gelaufen, das war nicht mehr gut. Jetzt schauen wir nach Marseille, wo wir wieder an unsere Leistungsgrenze kommen wollen. Danach werden wir auch in der Liga wieder alles reinhauen. Zur Galerie
Willi Orban (RB Leipzig):  "Wir haben eine gute erste Hälfte gespielt, sind verdient in Führung gegangen. Im Umschaltspiel, hatten wir sogar noch ein paar Chancen, die wir besser hätten ausspielen müssen. Dann unglücklich der Ausgleich. Die zweite Hälfte ist komplett gegen uns gelaufen, das war nicht mehr gut. Jetzt schauen wir nach Marseille, wo wir wieder an unsere Leistungsgrenze kommen wollen. Danach werden wir auch in der Liga wieder alles reinhauen." ©

Gesucht: das andere Gesicht

Wenigstens eine gute Nachricht gab es: Naby Keita, der in der 75. Minute nach einem Zusammenstoß mit Bayers Torhüter Bernd Leno verletzt ausgewechselt wurde, wird nicht länger fehlen: „Es ist Gott sei Dank nur eine Prellung der Hüfte. Also hoffentlich keine Gefahr für Donnerstag“, sagte Hasenhüttl.

Ist die junge RB-Truppe nun cool genug, um so eine Klatsche drei Tage später in der Europa League einfach abzuschütteln? „Das werden wir am Donnerstag zeigen“, sagte Lukas Klostermann. Sein Trainer meinte: „Wir wissen, dass wir besser spielen können, als wir es in der zweiten Halbzeit getan haben. Trainieren können wir nicht viel in den nächsten Tagen, da ist nur Regeneration möglich. Trotzdem brauchen wir natürlich ein anderes Gesicht. Sonst wird´s schwer.“

Am Mittwoch bestreitet RB Leipzig um 12 Uhr am heimischen Cottaweg sein Abschlusstraining, bevor der Charterflieger um 15 Uhr vom Flughafen Leipzig/Halle gen Südfrankreich abhebt. Die Wettervorhersage für Donnerstag: 14 Grad und 100 Prozent Regenwahrscheinlichkeit. Für das Hasenhüttl-Team waren die Aussichten schon mal rosiger.

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