DSC_7343 Stehen für Bokeler Stabilität in der Defensive: Kevin Lüdemann (rechts) und Lukas Rademacher. © Jan-Henrik Gantzkow
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Bokel: Achterbahnfahrt mit Happy End

Der MTV Bokel schafft nach einer turbulenten Saison recht souverän den Klassenerhalt in der Bezirksliga Lüneburg 4

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Wenn man als Aufsteiger frühzeitig den Klassenerhalt sichert und auf einem einstelligen Tabellenplatz in der Fußball-Bezirksliga 4 landet, dann dürfte man im Normalfall hochzufrieden sein. Dass man beim MTV Bokeldennoch mit gemischten Gefühlen auf die vergangene Runde zurückblickt, hängt mit dem Verlauf der Serie zusammen. Denn die glich einer atemberaubenden Achterbahnfahrt,  starke Phasen wechselten sich mit schwachen Spielen ab. „Das war wirklich eine anstrengende Saison. Und auch wenn wir unser Ziel erreicht haben, kann ich persönlich nicht komplett zufrieden sein, da wir unser Potenzial nur dann abgerufen haben, wenn wir mit dem Rücken zur Wand standen“, analysiert der scheidende Spielertrainer Christian Holldorf, der in der kommenden Saison für den SV Lilienthal/Falkenberg auflaufen wird.

Unter Druck standen die Mannen vom Bätjerplatz recht schnell. In den ersten sechs Spielen setzte es fünf Niederlagen und der defensivschwache Liganeuling (94 Gegentore) steckte mittendrin im Abstiegskampf. Doch dann zeigte das Team um Kapitän Björn Bedürftig sein Potenzial, blieb in den nächsten fünf Spielen ungeschlagen und sammelte reichlich Zähler. „Wenn man den Jungs klare Ansagen gemacht hat, dann haben sie auch die nötigen Tugenden gezeigt. Zu oft fehlte aber die nötige Einstellung und auch die Trainingsbeteiligung war schlecht. Da muss sich jeder an die eigene Nase fassen“, moniert Holldorf, dessen Team nach dem erfolgreichen Zwischenspurt zu viel Zufriedenheit an den Tag legte und erneut vier herbe Klatschen einstecken musste.

Auch sich selbst nimmt Holldorf, der in 29 Einsätzen neunmal traf und damit einen wichtigen Part in der Mannschaft einnahm, dabei nicht aus der Kritik: „Ich konnte die Aufgabe als Spielertrainer nicht zu 100 Prozent erfüllen und war möglicherweise auch zu nah an der Mannschaft, da ich mich eher als Spieler sehe. Das ist auch der Grund, warum ich nach drei Jahren gehe“, erklärt er. Nach dieser schwierigen Zeit bewiesen die Bokeler aber auch wieder ihre Qualitäten und konnten dank eines starken Zwischenspurts mit drei Siegen gegen direkte Konkurrenten vor der Winterpause durchatmen.

Im neuen Jahr gab es dann typischerweise wieder ein kleines Tief, doch in der entscheidenden Saisonphase schmiss die Mannschaft alles in die Waagschale und zeigte sich im Abstiegskampf als starke und verschworene Einheit. Zwar wurde bei den Siegen gegen Land Wursten, im Derby gegen Stotel und gegen Oste/Oldendorf kein brillanter Fußball gezeigt, durch hart erarbeitete Siege aber der Grundstein für den Klassenerhalt gelegt. „Ich habe mich selten so über einen Sieg wie den in Oste gefreut. Das war eine echte Abwehrschlacht“, sagt Spielführer Björn Bedürftig. Der hatte mit seinem Treffer beim entscheidenden 2:1-Erfolg in Cuxhaven großen Anteil am Klassenerhalt. Und Björn Bedürftig zieht ein versöhnliches Fazit: „Alles in allem können wir zufrieden sein. Wir haben mit einigen jungen Spielern die Klasse gehalten. Und das,  obwohl wir großes Verletzungspech hatten“, so Bedürftig.

Das Thema Verletzungspech war am Bätjerplatz tatsächlich allgegenwärtig und die einzige Konstante in einer ansonsten so abwechslungsreichen Saison. „Wir hatten wirklich großes Pech und die schlimmen Verletzungen von Philipp Klink oder Tom Ellefsen tun noch mehr weh, als die eine oder andere dürftige Vorstellung“, hadert auch Christian Holldorf mit dem ständig rappelvoll gefüllten Lazarett. Letztlich reichte es aber auch so zum Erreichen des großen Ziels. Auch wenn die letzten Spiele mit hohen Packungen noch einmal ein kleines Tief darstellten, blickt man in Bokel bereits motiviert auf die neue Saison, in der dann „Mr. Bokel“ Marko Rebien wieder die Geschicke leiten wird. Mit mehr Konstanz und verbesserter Defensivstärke soll dann erneut der Klassenerhalt erreicht werden – am liebsten ohne eine solche Achterbahnfahrt wie in diesem Jahr.

Region/Bremen Bezirk Lüneburg MTV Bokel (Herren) Bezirksliga Bezirk Lüneburg 4 (Herren)

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